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Bewertung und Kritik zu

PROBLEME PROBLEME PROBLEME
von René Pollesch
 
Regie: René Pollesch
Premiere: 6. April 2019 
Deutsches Schauspielhaus Hamburg 

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Zum Inhalt: Wisst ihr, neulich ging mir Folgendes durch den Kopf: Ich dachte plötzlich: Ich hab verloren. Ich hab verloren. Aus heiterem Himmel. Ich wusste erst gar nicht, was. Ich wusste zuerst auch gar nicht, was darauf angelegt sein könnte, zu gewinnen oder zu verlieren. Aber dann, ebenso aus heiterem Himmel, dachte ich: Ja. Im Grunde ist das Leben ein Prozess des Niedergangs, das hatte ich übersehen. Ich dachte kurz, es geht aufwärts, aber es geht nun mal abwärts. Das ist eigentlich von vornherein klar, aber man macht sich so seine Illusionen. Aber die sind ja auch im Niedergang begriffen. Im Grunde sind die Illusionen im Niedergang begriffen. Verlorene Illusionen. Das Leben und die Illusionen, eigentlich alles. Alles geht den Bach runter. Und die Naturgesetze machen anscheinend auch, was sie wollen. Die Quantenphysik bricht sie einfach oder vergisst sie einfach. Und da dachte man doch mal, naja, die Naturgesetze, die gelten. Naja, man dachte, mit denen geht es aufwärts, oder sie bleiben einfach das, was sie sind. Aber im Grunde sind die Naturgesetze im Niedergang begriffen. Durch die Quantenmechanik. Das Leben, die Illusionen und die Naturgesetze sind im Grunde ein einziger Prozess des Niedergangs.

Mit: Sachiko Hara, Angelika Richter, Sophie Rois, Bettina Stucky und Marie Rosa Tietjen

Regie: René Pollesch
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Tabea Braun
Licht: Susanne Ressin
Dramaturgie: Sybille Meier
Kamera: Hannes Francke
Video: Ute Schall
Tonangel: Dorian Sorg


WIR EMPFEHLEN

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Aussetzen der Gesetzmäßigkeiten
  · 16.11.19
Die Verwirrung unter den Schauspielerinnen ist groß. Statt einer Bühne gibt es plötzlich zwei. Statt eines Vorhanges gibt es plötzlich zwei Spalte. Statt eines Stückes gibt es plötzlich zahlreiche. Ihre Kostüme geben Hinweise, die in alle Richtungen deuten könne. Ob weißes Hemdchen, Ritterrüstung, Karnevalskostüm, wallendes weißes Volantkleid, nichts scheint klare Zuweisungen zu ermöglichen. Vielleicht liegt ihre Verwirrung aber auch daran, dass sie heute schon wieder eine Doppelvorstellung auf der doppelten Bühne geben mussten? Oder dass eine der Kolleginnen den eigenen Text auf der zweiten Bühne gleichzeitig spricht? Eventuell befinden sie sich aber auch einfach in einer Versuchsanordnung aus der Quantenphysik? Sind sie nur die Fleisch gewordenen Verkörperung des Doppelspaltexperiments, bei dem man Photonen durch zwei schmale, parallele Spalte treten lässt? Das Interferenzmuster. das sich dann auf einem Beobachtungsschirm in einer Distanz zur Blende zeigt, spiegelt sich schließlich in dem Spannplattenmuster, das auf den Bühneportalen und den Vorhängen zu sehen ist. In der Quantenphysik wird schließlich klar, dass die Welt im Kleinen völlig anderen Gesetzmäßigkeiten gehorcht, vielleicht auch die Bühnenwelt der kleinen Schauspielerinnen in der des großen Regisseurs?
Pollesch hat in alt bewährter Manier alle Gewissheiten wieder einmal durcheinander gerüttelt. Bei ihm gibt es weder klare Rollen noch Geschichten oder Beziehungen. Auch die Themen seiner Abende verschwimmen immer mehr. Sie scheinen fast austauschbar. Eigentlich schreibt er an einem niemals endenden Stück, das nur durch längere Pausen unterbrochen und an verschiedenen Orten gespielt wird. Seine Fortsetzungen sind
Teile einer Pollesch-Serie. Sophie Rois ist meist dabei. Am Schauspielhaus auch gerne Bettina Stucky. Angelika Richter und Marie Rosa Tietjen fügen sich wunderbar ein. Doch Rois spielt sie alle an die Wand. Sie vermag selbst den bis zur Sinnlosigkeit mäandernden Textfragmenten noch die Illusion von Inhalt zu geben. Von ihr könnte Pollesch auch das sprichwörtliche Telefonbuch vortragen lassen. All das ist nicht mehr neu und mittlerweile eher zu einer Masche geworden, der aber dieses Mal leider die gesellschaftliche Relevanz fehlt, mit denen Pollesch sonst seine Stücke unterfütterte. Jetzt ist sein Beobachtungshorizont auf den Mikrokosmos Theater zusammengeschnurrt.
Birgit Schmalmack vom 6.5.19
www.hamburgtheater.de
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Probleme Probeme Probeme
  · 07.04.19
''Dieses recht unterhaltsame Stück setzt nicht auf hohe Literatur. Es gibt zwei verbundene imposante Holzbühnen mit Lichtern wie am Schminktisch, zwei Schlitzen für die Quantenphysik und einen wunderschönen Blumengarten dahinter (Bühne: Barbara Steiner). Da toben sich dann die Kameras aus, um das dahinter zu zeigen, manchmal mit wilder Rockmusik von Led Zeppelin und dem Joint in der Hand. Es ist ja hinter der Bühne. Es ist ja nur Projektion! 

Was da zu uns durchsickert, ist Wunschgedanke eigener Fantasien, die Wirklichkeit ist nicht unabhängig von uns, wir kreieren sie unentwegt mit. "I wanne give You my love! You need cooling. A-way down inside." (Text: Led Zeppelin) Es gibt also weder feste Regeln, allenfalls Interferenzmuster, keinen gesunden Menschenverstand, sondern nur kollabierte Möglichkeiten. 

Und was da teilweise so albern daher kommt, ist also im Grunde der humorvolle Versuch, die graue Theorie zu vergessen, seiner Spontaneität freien Lauf zu lassen und das mit den inneren Werten ad acta zu legen. Alle wollen authentisch sein, das ist wie die Schwerkraft aufheben zu wollen. Pah!! Innere Werte und Selbstverwirklichung, hinter der Bühne im Gewächshaus wird gekifft und sich dem Leben hingegeben.'' schreibt Liane Kampeter am 7. April 2019 auf KULTURA-EXTRA
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