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Bewertung und Kritik zu

RUHIG BLUT 
von Eleonore Khuen-Belasi
Regie: Clara Weyde 
Vorpremiere: 8. Juni 2019 
Schauspielhaus Graz 

Koproduktion mit dem Deutschen Theater (Berliner Autorentheatertage 2019) 

eventim
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Zum Inhalt: Drei Frauen, drei Plastikstühle, ein Gehsteig. Agata, Aurelia und Teresa haben es sich gemütlich eingerichtet auf ihrem Beobachtungsposten mit Panoramablick auf die Stadt. Als sie jedoch Risse im Asphalt entdecken, ist es aus mit der Gelassenheit und die drei erfasst ein ernsthaftes Unbehagen. Unangenehme Fragen treten an die immer schneller aufbrechende Oberfläche: Was braucht es und wieviel eigene Initiative ist nötig, um die Welt, so wie sie ist, zu erhalten? Und selbst wenn jemand wirklich das Hinterteil aus dem Sessel bekommt: Was genau an dieser Welt ist überhaupt unverhandelbar, schützenswert und muss – um wirklich jeden Preis – erhalten und verteidigt werden? Ist Wandel aufhaltbar? Schließlich gehört die Einsicht, dass, wer verändern will, auch verlieren wird, zu den unangenehmeren Wahrheiten des menschlichen Daseins. 
ruhig Blut ist eine grotesk-philosophische Betrachtung gesellschaftlicher Plattentektonik, eine ragikomische Reflexion über den Status Quo und den ewigen Kreislauf von Revolution und Restauration, über Heimat, den paradoxen Zusammenhang zwischen Rückwärtsgewandtheit und Fortschrittsgläubigkeit der menschlichen Existenz. Das hochassoziative, humorvolle und im wahrsten Sinne abgründige Stück macht augenzwinkernde Anleihen bei den Dramen Samuel Becketts und erinnert in seinem Setting an Werner Schwabs bizarres Stück Die Präsidentinnen
"In einem sehr eigenen, poetischen Sound entwirft Eleonore Khuen-Belasi ein absurdes Szenario, das über zahlreiche Ankerpunkte in der Gegenwart verfügt und eine reizvolle Einladung zum Spiel ausspricht." (Aus der Begründung der Jury) 

Mit: Henriette Blumenau, Julia Gräfner, Florian Köhler, Nico Link, Anna Szandtner

Regie: Clara Weyde
Bühne: Thea Hoffmann-Axthelm
Kostüme: Clemens Leander
Musik: Thomas Leboeg
Dramaturgie: Jan Stephan Schmieding


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DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
Für den rhythmischen, mit grotesk-surrealen Motiven spielenden Text von Eleonore Khuen-Belosi fand sie die passende Herangehensweise und hatte dabei zwei talentierte Partnerinnen: Bühnenbildnerin Thea Hoffmann-Axthelm knüpfte ein dichtes Netz aus Seilen, in dem das Ensemble zunächst selbstzufrieden wie Spinnen ruht. Die drei Bildungsbürgerinnen Teresa, Aurelia und Agata (gespielt von Henrietta Blumenau, Nico Link und Florian Köhler) werden jedoch dadurch aufgeschreckt, dass der Asphalt schmilzt. Die Risse finden sie so alamierend, dass sie sich aufgerufen fühlen, eine Bürgerwehr zu bilden und ihre liegestuhlartige Komfortzone zu verlassen.

Im Lauf des Abends greift jedoch auch die zweite talentierte Partnerin in das Spiel ein. Julia Gräfner, die bereits als durchgeknallte Regisseurin mit manischen Zügen im Grazer Gastspiel „Die Revolution frisst ihre Kinder!“ auffiel, lag zunächst reglos am Boden. Sie verkörpert den aufbegehrenden Asphalt, hangelt sich mit ihrer Körperfülle an den Seilen entlang und bringt das gespannte Netz zum Schwingen.

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