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    Bewertung und Kritik zu

    Bewertung und Kritik zu

    GARLAND 
    von Svenja Viola Bungarten
    Regie: Anita Vulesica 
    Premiere: 6. November 2021 
    Schauspielhaus Graz 

    Zum Inhalt: „Garland“ ist ein Theaterstück nach einem Film von Salvatore Brandt. Dieser ist ein Spezialist für Low-Budget-Horror-Heimatfilme, in denen ausnahmslos niemand überlebt und die folglich niemand sehen will. Ist die Situation in der ländlichen Gegend, in der er seinerseits versucht, mit seiner Kunst zu überleben, doch schon schlimm genug: Dürre, Hitze und Staub führen zu Erosion, Bränden und Landflucht. Einzig die Moderatorin des Lokalradiosenders „Radio Garland“ versucht dort als munter sprudelnde Informationsquelle gute Laune und launige Musik zu verbreiten. Zu Gast bei ihr im Studio sind nicht nur der erfolglose Filmemacher auf der Suche nach Sponsoren, sondern auch zwei abgebrannte, mit ihrer Versicherungsgesellschaft hadernde Landwirte und eine mit brennbaren Substanzen handelnde Tankstellenbesitzerin, die denkt, ein Lied im Radio würde dabei helfen, ihre verlorene Tochter zu finden.

    Eine ländliche Komödie, eine Klimatragödie, ein Theater-Roadmovie, eine Zauberer-von-Oz-Posse, eine Polizeisatire, ein Stück voll skurriler Gestalten: Hier kämpfen und solidarisieren, straucheln und fangen sie sich auf, die Loser, die Abgehängten, die Habenichtse in einem mittleren Osten irgendwo in Europa. Zähe Gestalten, die uns daran erinnern, dass Aufgeben keine Option ist, selbst wenn die Probleme übermächtig sind. Oder, wie die jugendliche, vermeintliche Brandstifterin Dorothee Sturm (eine entfernte Verwandte von Greta Thunberg) sagt: „Es geht genau darum, dass man es trotzdem versucht. Gegen alle Widerstände.“

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    ELEOS. EINE EMPÖRUNG IN 36 MINIATUREN 
    von Caren Jeß
    Regie: Daniel Foerster 
    Premiere: 4. November 2021 
    Schauspielhaus Graz 
    Berlin-Premiere: 10. Juni 2022
    Deutsches Theater Berlin 

    Berliner Autor:innentheatertage (2022) 

    Zum Inhalt: Eleos und phobos, Furcht und Mitleid, sind die kathartischen Effekte, die ein tragisches Stück hervorrufen soll, auf dass der Mensch nach dem Theaterbesuch sittlich gereinigt in seine Realität zurückkehre. Neuere Übersetzungen sprechen vom Jammern und Schaudern, was schon weniger edel klingt, vielmehr hinabführt in die Niederungen allzumenschlicher Zuständlichkeiten.
    "Or!" Dieser Ausruf der Missstimmung sei "eine der am häufigsten gebrauchten Interjektionen unserer Zeit". Denn wir glauben zwar nicht mehr an die Katharsis, sehnen sie aber herbei, weil wir uns nicht mehr aufregen müssten, wenn wir erst rein wären, vermutet die Autorin Caren Jeß, wohl wissend, wie nah Tragödie und Komödie beieinander liegen. Ihr kathartisches Kurstück (sic!) beschreibt in 36 formal und stilistisch höchst unterschiedlichen kurzen Szenen Gefühlslagen zwischen Niedergeschlagenheit und Jammerei, Angst und Wut, Gewalt und Hass. Ohne sich auf eine politische Agenda oder ein billiges Freund-Feind-Schema festzulegen, ohne den Zeigefinger zu erheben und auf das zu deuten, was in dieser Welt vermeintlich geht oder eben nicht (mehr) geht, seziert sie mit poetischer Einfühlsamkeit und sprachlicher Virtuosität die Empörung an sich. Sie findet Beispiele für die Mechanismen und Kettenreaktionen dahinter und erzählt zutiefst menschenfreundliche Geschichten über hochzivilisierte Individuen am Endpunkt. Jenem Punkt, an dem die Figuren, "sie sind niemand und alle", nicht mehr weiterkönnen oder -wissen, weinend wimmern oder siegesgewiss lächelnd nach unten treten, sich sadistischer Gewalt hingeben oder in Wutstarre verharren.

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    ZITRONEN ZITRONEN ZITRONEN 
    von Sam Steiner
    Regie: Anne Mulleners 
    Online-Premiere: 31. März 2021 
    Schauspielhaus Graz 

    Zum Inhalt: In seinem preisgekrönten Stück entwirft der britische Autor Sam Steiner eine undemokratische Versuchsanordnung: In einer nahen Zukunft wird ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Kommunikation auf 140 Wörter pro Tag und Mensch begrenzt. „Zitronen Zitronen Zitronen“ ist die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares – in der Inszenierung von Anne Mulleners heißen sie Bernadette und Olivia – während der zunächst drohenden und dann real existierenden Schweigeverordnung. Bernadette ist Juristin, Olivia Musikerin, Bernadette akzeptiert das Gesetz, Olivia engagiert sich lautstark dagegen. Wie arrangieren sie sich mit dem Tageslimit? Bedeutet eine Reduktion der Wörter weniger Gemeinsamkeit oder weniger Streit? Verlieren sie sich oder lernen sie sich überhaupt erst kennen? Ohne Dogmatismus spielt der junge britische Autor durch, was eine Reduktion des Grundrechts auf „Redefreiheit“ privat und politisch bedeuten könnte.

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    BOOKPINK
    Ein dramatisches Kompendium von Caren Jeß
    Regie: Anja Michaela Wohlfahrt
    Online-Premiere: 21. Mai 2020 
    Schauspielhaus Graz 

    Zum Inhalt: Die Sumpfmeise Veroniko möchte nicht auf seine (!) Schönheit reduziert werden. Der kleinkriminelle Dreckspfau kämpft mit den Widrigkeiten seiner Herkunft. Die Flamingos haben es satt, sich als Spielzeug für das Rabenkind im Kreis zu drehen, und Hahn und Henne gehen einer esoterischen Pute auf den Leim …

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    VERNON SUBUTEX
    nach dem Roman von Virginie Despentes
    Regie: Alexander Eisenach 
    Premiere: 26. September 2019 
    Schauspielhaus Graz 

    Zum Inhalt: Vernon Subutex, Besitzer eines Plattenladens, war immer ein cooler Hund. Doch dann kamen die Digitalisierung, das Internet, unverschämte Mieterhöhungen – und plötzlich ist sein Laden pleite. Eine Weile hält sich der Endvierziger mit dem Verkauf von Restbeständen auf eBay über Wasser, dann mit Gelegenheitsjobs und Arbeitslosenhilfe. Doch als der Popstar Alex Bleach stirbt, der bis dahin seinem Freund die Miete zahlte, wird Vernons Wohnung gepfändet. Als Obdachloser übernachtet er bei ehemaligen Geliebten, alten Freunden und neuen Bekannten auf der Couch, bis er ahnungslos seinen größten Schatz, quasi seine Lebensversicherung, verliert: die Aufzeichnung eines Interviews mit Alex Bleach kurz vor dessen Tod, das brisante Details enthält. Das Video ist Gold wert und bald wird Vernon von einer Meute verfolgt, die es ihm abjagen will. Und das ist nur Teil 1 der Romantrilogie. In Teil 2 und 3 wird Vernon u. a. als Obdachloser die Galionsfigur einer utopischen Gemeinschaft, die in der Musik und im Tanz Erlösung sucht.

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    RUHIG BLUT 
    von Eleonore Khuen-Belasi
    Regie: Clara Weyde 
    Vorpremiere: 8. Juni 2019 
    Schauspielhaus Graz 

    Koproduktion mit dem Deutschen Theater (Berliner Autorentheatertage 2019) 

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    Zum Inhalt: Drei Frauen, drei Plastikstühle, ein Gehsteig. Agata, Aurelia und Teresa haben es sich gemütlich eingerichtet auf ihrem Beobachtungsposten mit Panoramablick auf die Stadt. Als sie jedoch Risse im Asphalt entdecken, ist es aus mit der Gelassenheit und die drei erfasst ein ernsthaftes Unbehagen. Unangenehme Fragen treten an die immer schneller aufbrechende Oberfläche: Was braucht es und wieviel eigene Initiative ist nötig, um die Welt, so wie sie ist, zu erhalten? Und selbst wenn jemand wirklich das Hinterteil aus dem Sessel bekommt: Was genau an dieser Welt ist überhaupt unverhandelbar, schützenswert und muss – um wirklich jeden Preis – erhalten und verteidigt werden? Ist Wandel aufhaltbar? Schließlich gehört die Einsicht, dass, wer verändern will, auch verlieren wird, zu den unangenehmeren Wahrheiten des menschlichen Daseins. 
    ruhig Blut ist eine grotesk-philosophische Betrachtung gesellschaftlicher Plattentektonik, eine ragikomische Reflexion über den Status Quo und den ewigen Kreislauf von Revolution und Restauration, über Heimat, den paradoxen Zusammenhang zwischen Rückwärtsgewandtheit und Fortschrittsgläubigkeit der menschlichen Existenz. Das hochassoziative, humorvolle und im wahrsten Sinne abgründige Stück macht augenzwinkernde Anleihen bei den Dramen Samuel Becketts und erinnert in seinem Setting an Werner Schwabs bizarres Stück Die Präsidentinnen
    "In einem sehr eigenen, poetischen Sound entwirft Eleonore Khuen-Belasi ein absurdes Szenario, das über zahlreiche Ankerpunkte in der Gegenwart verfügt und eine reizvolle Einladung zum Spiel ausspricht." (Aus der Begründung der Jury) 

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    DIE REVOLUTION FRISST IHRE KINDER!
    Ein Film- und Theaterprojekt
    Regie: Jan-Christoph Gockel 
    Premiere: 23. November 2018 
    Schauspielhaus Graz 


    Eingeladen zu den Berliner Autorentheatertagen (2019) 

    eventimTICKETS ONLINE KAUFEN

    Zum Inhalt: Die Revolution frisst ihre Kinder! erzählt von einer Theatertruppe, die nach Burkina Faso reist und dabei in eine Revolution gerät. Die Regisseurin, gespielt von Julia Gräfner, verfällt in einen inszenatorischen Wahn: Endlich ist sie an der Wurzel ihrer Kunst, endlich mischt sich politische Wirklichkeit mit Fiktion. Während in ihrem Team – bestehend aus den zwei Puppenspielern Raphael Muff und Michael Pietsch und dem Musiker Komi Togbonou – die Angst vor der Unberechenbarkeit der Revolution, sowie der Regisseurin, steigt. Auch die Grazer Intendantin Evamaria Salcher sorgt sich über die ausbleibende Kommunikation, und der Schauspieler Florian Köhler probt zuhause sein Solo als Danton.
    Im Stil einer "Fake-Dokumentation" blickt das Stück hautnah hinter die Kulissen des Stadttheaterbetriebs, der ein ziemlich verrücktes Projekt stemmt. Man sieht die Theatertruppe, wie sie während der Reise auf reale und fiktive Personen trifft, wie sie immer tiefer in den Mythos rund um den (realen) charismatischen Unabhängigkeitskämpfer und 1987 ermordeten Präsidenten Thomas Sankara eintaucht, der dem zu französischen Kolonialzeiten Obervolta genannten Staat 1984 den Namen Burkina Faso gab, übersetzt "Land der aufrechten Menschen". Mutmaßlich war Sankaras Nachfolger Blaise Compaoré an dem Mord von Thomas Sankara beteiligt und regierte danach autokratisch 27 Jahre lang – bis 2014 eine Revolution ausbrach.
    Ausgangspunkt für diese Stückentwicklung war die Inszenierung Der Auftrag: Dantons Tod von Jan-Christoph Gockel am Schauspielhaus Graz, die im Jahr 2017 mit dem Wiener Nestroypreis ausgezeichnet wurde. Den Hintergrund für die Weiterentwicklung dieser Theaterarbeit in Burkina Faso bildet ein reales Ereignis: Jan-Christoph Gockel hat 2014 den Volksaufstand selbst miterlebt, als er sein Stück Coltan-Fieber für das Festival Les Récréâtrales erarbeitete. Am Tag der geplanten Premiere wurde der damalige Präsident Blaise Compaoré gestürzt. Diese eindrücklichen Erfahrungen der Revolution, bei der sich Kunst und Politik kraftvoll vereinten, wurden in Die Revolution frisst ihre Kinder! verarbeitet.

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    CYRANO DE BERGERAC
    von Edmond Rostand
    Regie: Markus Bothe 
    Premiere: 10. Juni 2017 
    Schauspielhaus Graz 

    Zum Inhalt: Seine Nase eilt ihm (fast) genauso weit voraus wie sein Ruhm. Und wer es wagt, ihn deswegen aufzuziehen, hat wenig zu lachen. Denn schließlich führt der Dichter Cyrano de Bergerac seinen Degen ebenso treffend, wie er seine Worte zu setzen vermag; Rede- und Fechtduelle mit ihm sind gleichermaßen gefürchtet. Und doch ist der vielbegabte Dichter und Soldat untröstlich, weil hoffnungslos verliebt in seine schöne Cousine Roxane. Er schämt sich einfach zu sehr für sein Äußeres und fürchtet die Zurückweisung dermaßen, dass er es nicht riskiert, ihr seine Liebe zu gestehen. Als er erfährt, dass ein Kamerad seines Regimentes, der junge Adelige Christian von Neuvillette, seiner Roxane ebenfalls verfallen ist, leiht ihm der empfindsame Poet heimlich sein schriftstellerisches Talent. Mit Erfolg: Roxane heiratet den attraktiven, aber etwas einfältigen Kadetten heimlich, bevor er in den Krieg zieht. Als Graf von Guiche, der Kommandeur der französischen Truppen, von der Verbindung erfährt, schickt er, der ebenfalls verliebt und von Eifersucht gepackt ist, von Neuvillette und Cyrano umgehend an die vorderste Front – mit fatalen Folgen.

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