1911_KDL_HAM_300x250

     



    1911_KDL_HAM_728x90

    Du sollst nicht lieben

    Bewertung und Kritik zu

    DU SOLLST NICHT LIEBEN
    von Georg Kreisler
    Regie: Lea Willeke 
    Premiere: 4. Juni 2023 
    Theater Altenburg, Gera

    Zum Inhalt: Mit dem schrulligen Kennenlernen von Sonja und Lothar beginnt das Aufeinanderprallen zweier Welten aus skurrilen Schwächen und Wünschen. Die beiden finden sich bald mitten in den gelebten Klischees und poetisch absurden Alltagsproblemen eines gemeinsamen Ehelebens wieder. Schon früh ist klar: „Die große Liebe wird uns wohl erspart bleiben.“

    Der Pianist und Sprachvirtuose Georg Kreisler (1922-2011) wurde vor allem als Interpret seiner zahlreichen Kabarettlieder bekannt. Kreisler verfasste daneben auch gut drei Dutzend Bühnenstücke, darunter Du sollst nicht lieben, eine Anti-Romanze in 17 Bildern. 1999 in Köln uraufgeführt, besprechen und besingen die zwei handelnden Personen der musikalischen Komödie Absurdes wie Lebensnahes und betreiben meisterhaft die Kunst des Aneinander-Vorbeiredens. Ironisch bis zynisch fallen auch die von Georg Kreisler selbst verfassten Liedtexte aus. Eine bunte Zusammenstellung aus Klassik, Lied und Oper untermalt musikalisch, wie Sonja und Lothar sich und einander das Leben schwer machen – stets begleitet von viel Pessimismus und einem Klavier. So wird zusammengebracht, was nur unter großen Vorbehalten zusammengehört.

    Musikalische Leitung und Klavier: Thomas Wicklein
    Inszenierung: Lea Willeke
    Bühne und Kostüme: Elena Köhler
    Dramaturgie: Sophie Jira

    3.0 von 5 Sterne
    • 5 Stern(e)
      0
    • 4 Stern(e)
      0
    • 3 Stern(e)
      1
    • 2 Stern(e)
      0
    • 1 Stern(e)
      0
    Georg Kreislers elftes Gebot
    1 Jahr her.
    Kritik

    ''Jetzt kann man Du sollst nicht lieben am Theater Altenburg Gera sehen. Die Musik stammt nur zum geringsten Teil von Kreisler selbst. Er macht sich vielmehr einen Spaß daraus, seinen Text auf bekannte Kompositionen von, in alphabetischer Reihung, Bach, Beethoven, Bizet, Grieg, Khatchaturian (meist als Chatschaturjan transkribiert), Liszt, Mahler, Mascagni, Mozart, Rossini, Schubert, Schumann, Tschaikowsky, Verdi, Wagner, Weber und Wolf abzustimmen, teils indem er ihnen den Text unterlegt, teils indem die Kompositionen mit ihrem Originaltext den Dialog kommentierend oder konterkarierend unterbrechen. Neben der Bühne steht lediglich ein Klavier. Der Rest der Musik kommt in Kreislers Vorlage kostensparend vom Tonband. Ein Orchester für bloß zwei Personen auf der Bühne: da fällt einem fast nur Gian Carlo Menottis The Telephone ein. In Gera wird auf das Tonband verzichtet. Für die Begleitung sorgt fast ausschließlich der Pianist Thomas Wicklein.

    Zugleich aber wirkt der Dialog auf die Musikzitate zurück. In seiner Trivialität verspottet er das Pathos vieler Konzertlieder und Opernarien. Das war schon im bekannten Opernboogie Kreislers Methode. Hier wird sie auf die große Form übertragen.

    Johannes Pietzonka spielt in der Premierenbesetzung den nicht mehr ganz jungen und nicht sonderlich verführerischen Lothar, Jana Lea Hess die aktive Sonja. Ihr ist ein Zimmer in Rosa mit Puppen und Nippes zugeordnet, er residiert in einem bräunlichen Zimmer mit Heimtrainer und ausgestopften Vögeln. Am Schluss wird ohne erkennbaren Zusammenhang Georg Kreislers Lied "Zwei alte Tanten tanzen Tango" gesungen, das er fast 40 Jahre vor Du sollst nicht lieben geschrieben hat. Und das ist eine Falle. Denn es bestätigt die Ansicht, dass er als Kabarettist bedeutender war denn als Dramatiker. Den tieferen Sinn, den die Regisseurin Lea Willeke im Programmfaltblatt vorschlägt, vermag der Text nicht einzulösen, und so richtig komisch ist weder das Stück, noch die Darstellung. Aber über Humor lässt sich schlecht streiten. Das Publikum schien ihn zu goutieren. Beneidenswert.'' schreibt Thomas Rothschild am 5. Juni 2023 auf KULTURA-EXTRA

    Show more
    0 von 0 Person(en) gefiel diese Kritik

    PDF-Datei: 29,95 € 23,95 €


    Weitere Formate auf Amazon & Play:
    Taschenbuch / Kindle: 39,95 €
    Google eBook: 29,95 €


    UNSERE BÜCHER ALS PDF-DATEI


    AUSWAHL

    AUF DER BÜHNE © 2024