Bewertung und Kritik zu

    Bewertung und Kritik zu

    DU SOLLST NICHT LIEBEN
    von Georg Kreisler
    Regie: Lea Willeke 
    Premiere: 4. Juni 2023 
    Theater Altenburg, Gera

    Zum Inhalt: Mit dem schrulligen Kennenlernen von Sonja und Lothar beginnt das Aufeinanderprallen zweier Welten aus skurrilen Schwächen und Wünschen. Die beiden finden sich bald mitten in den gelebten Klischees und poetisch absurden Alltagsproblemen eines gemeinsamen Ehelebens wieder. Schon früh ist klar: „Die große Liebe wird uns wohl erspart bleiben.“

    Der Pianist und Sprachvirtuose Georg Kreisler (1922-2011) wurde vor allem als Interpret seiner zahlreichen Kabarettlieder bekannt. Kreisler verfasste daneben auch gut drei Dutzend Bühnenstücke, darunter Du sollst nicht lieben, eine Anti-Romanze in 17 Bildern. 1999 in Köln uraufgeführt, besprechen und besingen die zwei handelnden Personen der musikalischen Komödie Absurdes wie Lebensnahes und betreiben meisterhaft die Kunst des Aneinander-Vorbeiredens. Ironisch bis zynisch fallen auch die von Georg Kreisler selbst verfassten Liedtexte aus. Eine bunte Zusammenstellung aus Klassik, Lied und Oper untermalt musikalisch, wie Sonja und Lothar sich und einander das Leben schwer machen – stets begleitet von viel Pessimismus und einem Klavier. So wird zusammengebracht, was nur unter großen Vorbehalten zusammengehört.

    Bewertung und Kritik zu

    IN DER STRAFKOLONIE
    von Philip Glass
    Regie: Angelika Zacek 
    Premiere: 8. März 2020 
    Theater Altenburg, Gera

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    Zum Inhalt: Ein Verurteilter soll getötet werden. Ausführendes Organ ist ein Offizier, der die traditionelle Hinrichtungspraxis nicht infrage stellt. Der neue Kommandeur der Strafkolonie hat angeordnet, dass ein Besucher der Exekution als Zeuge beiwohnt. Der Offizier beschreibt dem Besucher die Funktionsweise des Hinrichtungsapparats minutiös – Idee, Konstruktion und schließlich die Methode. Diese Methode ist die grausamste und inhumanste, die man sich vorstellen kann. Gleichermaßen leidenschaftlich wie sachlich erläutert der Offizier sämtliche Details. Er ist überzeugt davon, dass die Maschine den Verurteilten verwandelt; wenn er die Verwerflichkeit seines Vergehens einsieht, bereut er dieses. Während er seine Hinrichtung erwartet, kennt der Delinquent jedoch weder sein Urteil noch die Art der Bestrafung. Der Besucher ist zunehmend entsetzt über das, was er sieht, jedoch nicht imstande, einzugreifen.

    1914 geschrieben, fasziniert Franz Kafkas (1883-1924) Erzählung bis heute durch ihre enorme Deutungsvielfalt – historisch, biografisch, literarisch, juristisch, philosophisch, religiös ... Philip Glass‘ (*1937) kongeniale Vertonung für zwei Sänger und ein Instrumentalensemble von fünf Streichern schafft mit den für ihn charakteristischen Repetitionen eine ganz eigene musikalische Atmosphäre: Die minimalistischen Klänge bohren sich ins Fleisch wie die Nadeln des Hinrichtungsapparats.

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