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Bewertung und Kritik zu

DER FALL DER GÖTTER 
nach dem Film „Die Verdammten“ von Luchino Visconti
Regie: Jan Neumann 
Premiere: 21. April 2018 
Grillo Theater - Schauspiel Essen 

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Der TheatermacherZum Inhalt: Baron von Essenbeck, Familienoberhaupt und Stahlwerkchef, feiert gerade seinen Geburtstag im Kreise der Familie, als die Nachricht vom Reichstagsbrand eintrifft. Der greise Patriarch reagiert sofort: Um sein Unternehmen zu sichern, ernennt er seinen Sohn Konstantin, Mitglied der SA und überzeugter Nationalsozialist, zu seinem Stellvertreter. Doch Sophie, die Witwe seines ältesten, im Krieg gefallenen Sohnes, verfolgt mit ihrem Liebhaber Friedrich Bruckmann und dem SS-Mann Aschenbach andere Pläne: Sie wollen die Führung der Essenbeck-Werke an sich reißen. Der alte Baron wird ermordet – und Sophies Sohn Martin erbt das Unternehmen. Wunschgemäß ernennt der labile und stark auf seine Mutter fixierte junge Mann daraufhin Friedrich zum Vorsitzenden. Dieser und Sophie scheinen am Ziel ihrer Träume, doch weder nimmt Konstantin seine Demontage untätig hin, noch liegt Hauptsturmführer Aschenbach wirklich etwas am Aufstieg Friedrichs. Und so geraten alle Beteiligten im leidenschaftlichen Kampf um Erhalt und Sicherung des Familienunternehmens und persönliche Machtansprüche in einen vernichtenden Strudel aus Intrigen, Hass und Verletzungen, den die meisten von ihnen mit dem Leben bezahlen werden.

Luchino Visconti zeigt in seinem Film „Die Verdammten“ aus dem Jahr 1969 in opulenten Bildern den Verfall einer deutschen Industriellenfamilie zu Zeiten des Nationalsozialismus. Pate für die von Essenbecks und ihr gleichnamiges Stahlwerk stand die Essener Krupp-Dynastie, deren Wirken bis heute prägend für das Ruhrgebiet ist. Der Aufstieg des Familienunternehmens ist ein schillerndes Exempel wirkungsvoller Unternehmensstrategie; nicht minder schillernd waren die einzelnen Familienmitglieder der Krupps. Verrat und Gewalt, Eifersucht und Mord sind die Ingredienzen dieses Meisterwerkes, das eine scharfe Analyse dekadenten Großbürgertums leistet und gleichzeitig „großes Kino“ ist – auch auf der Bühne.

Inszenierung: Jan Neumann
Bühne: Cary Gayler
Kostüme: Nini von Selzam
Musik: Thomas Osterhoff
Dramaturgie: Carola Hannusch


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3.0/5 Insgesamt 1 Bewertungen (1 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Familiensaga im Stelenfeld
  · 12.05.18
Regisseur Jan Neumann reflektiert im Programmheft über das Problem, wie man aus diesem Film-Klassiker einen Theaterabend gestalten kann: „Film hat einen ganz anderen Erzählfluss, arbeitet mit Schnitten und Nahaufnahmen, im Theater gibt es nur die Totale. Die größte Schwierigkeit liegt darin, die Dinge, die im Film über besagte Naufnahmen erzählt werden, auf die Bühne zu übersetzen, d.h. eine theatrale Form zu finden, die wie eine Lupe das Geschehen vergößert.“

Er entschied sich, sein Ensemble auf einer Drehbühne vor gewaltigen Stelen, die ans Holocaust-Mahnmal erinnern, zu postieren. Dadurch bekommt die gesamte Inszenierung etwas Wimmelbildartiges. Es ist nicht ganz leicht, zwischen all den Intrigen der Herrschaften in ihren edlen Roben den Überblick zu behalten.

Leider verschenkt die Inszenierung am Grillo-Theater in Essen eine große Chance: Schon der Name „von Essenbeck“ ist ein Wink von Visconti mit dem Zaunpfahl, dass er auf die Krupp-Dynastie anspielt, die in ihrem weitläufigen Park um die Villa Hügel mit ihrem Reichtum prunkt. Es bietet sich gerade an schönen Sommertagen wie gestern an, zur Einstimmung vor der Aufführung, die Ausstellung und das historische Gelände im Essener Süden zu besuchen. Jan Neumann berichtet im Programmheft, dass sich auch sein Team und er intensiv mit der Geschichte der Krupp-Dynastie befasst , das Museum in der Villa besucht und Informationen gesammelt haben. Es wäre sehr spannend gewesen, den Visconti-Stoff aus der lokalhistorischen Essener Sicht neu zu beleuchten. Im Lauf der Recherchen und Proben verwarf Neumann diese Idee, so dass doch nur ein Stadttheater-Abend herauskommt, wie er in vielen anderen Städten auch möglich wäre.

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