Macbeth

Bewertung und Kritik zu

MACBETH 
von William Shakespeare
Regie: Evgeny Titov 
Premiere: 19. November 2021   
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: Angestachelt von den ebenso vielversprechenden wie rätselhaften Prophezeiungen dreier Hexen und geleitet von den Einflüsterungen seiner Lady ebnet sich der ehrgeizige Krieger Macbeth den Weg zum Thron. Dabei ist er durchaus bereit, über Leichen zu gehen: Grausam ermordet er den Schottenkönig Duncan im Schlaf. Doch der Traum von der Macht währt nur kurz. Von Schuldgefühlen und Wahnvorstellungen gepeinigt verfängt sich Macbeth in einem Netz aus Intrigen und Verrat. Noch schrecklichere Morde folgen, aber kein noch so großes Verbrechen vermag den selbsternannten König vor dem Abgrund der eigenen Seele zu retten.

»Macbeth«, eine der letzten großen Tragödien Shakespeares, ist vielleicht sein dunkelstes Stück: Der Glaube des Individuums an die eigene Handlungsmacht, an Wirklichkeit und Wahrheit ist hier zutiefst erschüttert. Finstere Kräfte wirken in jedem einzelnen Menschen, wiederholen sich in der Historie, finden sich in den gesellschaftlichen Strukturen genauso wie in Bildern, Fantasien und Erzählungen.

Regie: Evgeny Titov
Bühne: Etienne Pluss
Kostüm: Esther Bialas
Musik: Moritz Wallmüller
Licht: Konstantin Sonneson
Dramaturgie: Janine Ortiz


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Mutter und Sohn
  · 21.11.21
''Was Kaczmarczyk so mit seinem sündhaft schönen Leib und seiner höchstwahrscheinlich jede und jeden verführenden Gesichtsausstrahlung während der zwei pausenlosen Stunden anstellt, ist schon toll; ein Hingucker der Sonderklasse! Ja und dass die überreife (mütterliche) "böse Stichwortgeberin" - trotz dieses suggestiven (Sohn-)Übergewichts - sämtliche Fäden der Gewaltorgien in ihren Händen hält und alle Morde sozusagen zweckbestimmt, nimmt man Alphons' zwar leiser aber umso binnentobsüchtigerer Lady-Darstellung ohne jeden Zweifel ab. Auch sehens- als wie hörenswert: der zu 'ner aufkreischenden Malcolm-Tucke etwas uminterpretierte wahre Thronfolger, den Florian Claudius Steffens lustvoll spielt.

Stella Maria Köb, Blanka Winkler und Caroline Cousin sind das all diese "bösen Handlungen" ihres Probantenpaars moderierende Hexentrio. Und sowieso brillieren alle anderen Mitwirkenden - auch weil sie ihre Sprechkünste ausleben und genießen, was bei der in dieser Produktion zugrunde liegenden Stück-Nachdichtung von Thomas Brasch nicht nebensächlich zu erwähnen wäre. Irgendwie schon gut gemacht.'' schreibt Andre Sokolowski am 21. November 2021 auf KULTURA-EXTRA
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