Leben und Zeit des Michael K.

Bewertung und Kritik zu

LEBEN UND ZEIT DES MICHAEL K. 
nach dem Roman von J. M. Coetzee
Regie: Lara Foot 
Online-Premiere: 17. Juni 2021 
Düsseldorfer Schauspielhaus (Festival Theater der Welt) 
Livestream aus Baxter Theatre, Kapstadt 

Zum Inhalt: In zweijähriger Zusammenarbeit entstanden Idee, Konzept und Bühnenfassung der gemeinsamen Uraufführung des Baxter Theatre Centre in Kapstadt und des Düsseldorfer Schauspielhauses zum Roman Leben und Zeit des Michael K. des Literaturnobelpreisträgers J. M. Coetzee. Zur Eröffnung des Festivals Theater der Welt sollte ein gemeinsames Ensemble beider Theater unter Regie von Lara Foot in Zusammenarbeit mit der gefeierten südafrikanischen Handspring Puppet Company auf der Bühne stehen. Die weltweite Pandemie hat gemeinsame Proben in Südafrika unmöglich gemacht. Wir arbeiten daran, Ihnen die Uraufführung präsentieren zu können.
Romanheld Michael K. ist einer, mit dem es das Leben nicht gut gemeint hat. Mit einer Hasenscharte geboren, früh von seiner Mutter abgelehnt und von allen verspottet, führt er nun als Gärtner ein einfaches Leben. Als seine Mutter zum Sterben auf die Farm ihrer Kindheit zurückkehren möchte, macht sich Michael in einem von Bürgerkriegswirren erschütterten Land auf, um ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Kurz nach dem Aufbruch stirbt sie, und Michael versucht nun, ihre Asche heimzubringen. Wie ein tumber Tor scheint er allem Bösen ausgesetzt, sein einziges Bestreben ist es, den Menschen aus dem Weg zu gehen. »In einer gewalttätigen Welt ist Michael K. ein einfacher Prophet und ein Prophet der Einfachheit, der Kraft in seiner Menschlichkeit und seiner tiefen Verbindung zur Erde sucht«, so Lara Foot. »Es ist eine beängstigend schöne Geschichte.«

Mit: Sandra Prinsloo, Andrew Buckland, Faniswa Yisa, Carlo Daniels, Billy Langa, Nolufefe Ntshuntshe.

Regie und Textbearbeitung: Lara Foot
Puppen: Adrian Kohler, Basil J.R. Jones
Leitung Puppen und Konzeption: Adrian Kohler, Handspring Puppet Company
Komposition: Kyle Shepherd
Bühne: Patrick Curtis
Kostüm: Phyllis Midlane
Licht: Joshua Cutts
Sounddesign: Simon Kohler
Soundsystem: David Claassen
Video: Kirsti Cummings
Dramaturgie: Felicitas Zürcher


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Puppe agiert ganz selbstverständlich mit dem Ensemble
  · 19.06.21
Im Zentrum des Romans stehen Michael K. und seine Mutter, sie sind die einzigen Puppen auf der Bühne und die krassen Außenseiter in dieser Gesellschaft. In fahlem Licht und zu melancholischer Musik zeichnen der Roman und die Inszenierung den Leidensweg ihrer Protagonisten nach. Michael K. kam mit einer Hasenscharte auf die Welt, hat eine Lernbehinderung und auch sonst schlechte Startchancen im Leben. Seine Mutter schuftete in prekären Jobs und ruinierte ihre Gesundheit.

Der Abend erzählt, wie Michael K. trotz aller Rückschläge nie die Hoffnung verliert, sich aufopfernd bis zu ihrem frühen Tod um die Mutter kümmert und sich dann allein weiter durch diese brutale Gesellschaft schlägt. Das Besondere an dieser Inszenierung ist, wie die von Adrian Kohler und der Handspring Puppet Company konzipierte Puppe ganz selbstverständlich mit den Spieler*innen des südafrikanischen Ensembles agiert.

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