Die Entführung aus dem Serail



    Bewertung und Kritik zu

    DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL 
    von Wolfgang Amadeus Mozart
    Regie: András Fricsay Kali Son 
    Premiere: 27. Juni 2003 
    Deutsche Oper am Rhein - Düsseldorf / Duisburg
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    Zum Inhalt: Man sieht Belmonte, Spanier und Held, auf der Suche nach seiner entführten Geliebten. Welcher Mann würde nicht, zumindest einmal in seinem Leben, gerne sein Mädchen so ansingen können wie er. Irgendwo in der Türkei trifft er auf einen seltsamen Mann, Osmin, offenbar Orientale und sehr grob. Der mag keine Christen. Bevor jetzt Schreckliches passiert, rettet Pedrillo – welche Überraschung – der Diener Belmontes, seinen Herrn. Dann Riesenauftritt des 50-jährigen Super-Herrschers Bassa Selim, natürlich Moslem, früher mal Christ und Spanier. Seiner Gerechtigkeit wegen wird er geliebt, und gütig ist er auch. Egal, was ich hier schreibe, man wird alles zu sehen und zu hören bekommen. Also, der Bassa kommt im Pulk seines Harems und plötzlich lernt man die Heldin dieses Abends, Konstanze, kennen. Einfach umwerfend diese Frau. Der Zuhörer erlebt das erste Geständnis ihrer Liebe zu Belmonte. 

    Musikalische Leitung: Antonino Fogliani
    Inszenierung: András Fricsay Kali Son

    Bühne und Kostüme: Johannes Leiacker
    Chorleitung: Christoph Kurig
    Spielleitung: Esther Mertel


    WIR EMPFEHLEN

    4.0 von 5 Sterne
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    Geiselgesang im türkischen Harem
    4 years ago
    Kritik
    ''Der finnische Tenor Jussi Myllys gestaltet den Belmonte elegant als empfindsam-pathetischen Adligen mit glanzvollem Schmelz in der Stimme. Schwärmerische Betrachtungen, Gefühle und Sorgen kulminieren in solide phrasierten Arien von vokalem Verve und großer Intensität, wie etwa das rundum leuchtend und kraftvoll vorgetragene „O wie ängstlich, o wie feurig“. Heidi Elisabeth Meier mimt die treue, aber in tiefster Bedrängnis hoffnungslos schmachtende Adlige Konstanze anrührend mit geschmeidigem, fein timbriertem Sopran. Gewandt meistert sie in sämtlichen dynamischen Bereichen die nuancenreichen Koloraturen und Verzierungen in den Höhen und verleiht so etwa der von Todessehnsucht und Empfindsamkeit geprägten Arie „Marter aller Arten“ eine eigene Grandezza. Sibylla Duffe gibt ihre Dienerin und Vertraute Blonde als liebenswertes Temperamentbündel mit heiter-optimistischem Auftreten. Mit erstaunlich beweglicher, anmutig leuchtender Sopranstimme bezirzt sie den Haremswächter Osmin, um ihn gleich darauf mit der weiblichen Emanzipation zu konfrontieren. Enorm vital und sinnlich-lebensfroh lehnt sie sich vehement gegen ihre Entführer auf und springt während ihres selbstsicher betörenden Gesanges sogar über Palmenkübel und schlägt gar voll natürlicher Spielfreude ein Rad. David Steffen überzeugt in der Rolle des ewig-aufgeregten und tumben Oberwächters Osmin mit mannigfaltigen, finsteren Drohungen im Koloratur-Bass. Bedroht vom heißbegehrten Blondchen berstet er bei leichtfüßigen Wutarien wie „O! Wie will ich triumphieren“ vor heftigem Zorn in tiefsten Untiefen. Die starke Solistenriege erweitern noch der Schweizer Tenor Cornel Frey als gewitzter Pedrillo voll Aktionskraft und listiger Pläne und Stefan Wilkening als empfindsamer Pascha und schlussendlich recht großmütiger Sultan. Eine volltönende Hymne auf menschliche Großmut und die Verurteilung des Lasters der Rachsucht setzt der kurzweiligen Oper ein effektvolles und eindrückliches Ende.'' schreibt Ansgar Skoda am 7. Juni 2018 auf KULTURA-EXTRA
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