DÜSSELDORF



Bewertung und Kritik zu

Dragón

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DRAGÓN 
von Guillermo Calderón
Premiere 5. Juni 2019 (Teatro a Mil/Santiago de Chile)
Deutschland-Premiere (Online): 21. Juni 2021
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: Das Stück des chilenischen Theatermachers Guillermo Calderón schildert eine existenzielle künstlerische Auseinandersetzung und den Versuch, sich selbst neu zu erfinden: Das etablierte Künstler*innenkollektiv Dragón arbeitet an einem Projekt, das an alte Erfolge anknüpfen soll. Das Kollektiv hat sich vorgenommen, das ultimative exemplarische Kunstwerk des 21. Jahrhunderts zu schaffen. Es soll die Menschen berühren, die Politiker*innen aufrütteln, die Welt verändern und den Kanon der wichtigsten Kunstwerke der Weltgeschichte entscheidend erweitern. Nichts mehr. Aber auch nichts weniger.
Das Stück Dragón ist geprägt von Calderóns tiefschwarzem Humor. Es befragt die Möglichkeit der Kunst, auf die großen ideologischen Konflikte unserer Zeit Einfluss zu nehmen. Mit seinem speziellen Sinn für Komik thematisiert Calderón kulturelle Aneignung, politisches Engagement und ethische Korrektheit. In brillanten Wortgefechten unterziehen seine Bühnenfiguren alle markanten Strömungen der Kunst des 20. Jahrhunderts einer hellsichtigen Analyse. Ob die Künstler*innengruppe ihre im Geheimen geplante nächste Installation umsetzen kann, ist von mehr als nur künstlerischen Aspekten abhängig, denn das neue Projekt ist so ambitioniert, dass es die Gruppe zu vernichten droht.

Die Geschichte von der Geschichte

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DIE GESCHICHTE VON DER GESCHICHTE 
Für Familien und Kinder ab 8 Jahren
Regie: Jetse Batelaan 
Deutschland-Premiere (Online): 19. Juni 2021
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: Huhu? Ist da jemand? Gibt es hier irgendwo eine Geschichte? Das Publikum ist gespannt, der Vorhang öffnet sich, und die Bühne ist – leer! Nur hinten in der Ecke lümmeln ein paar Leute. Wer sie sind, weiß noch niemand … aber Vorsicht, sie sind hinter deiner Tasche oder einem deiner Schuhe her! Die Geschichte von der Geschichte ist ein Bühnenspektakel für alle ab 8 Jahren über …? Hut ab, wenn ihr uns hinterher sagen könnt, worum es geht! Wir haben den roten Faden längst verloren, aber vielleicht findet ihr ihn wieder? Zumindest gibt es eine Stimme aus dem Irgendwo, die uns einen Weg weist … sowie fantastisches Licht, spektakuläre Kampfszenen, schwebende geometrische Objekte, und dann tritt der echte Cristiano Ronaldo auf und bringt auch gleich seine Eltern mit.

Archipel

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ARCHIPEL
Ein Spektakel der Vermischungen
Choreografie: Stephanie Thiersch 
Premiere: 18. Juni 2021 (Düsseldorfer Schauspielhaus/Central) 
Berlin-Premiere: 20. August 2021 (MaHalla/Tanz im August) 

Zum Inhalt: Die Natur ist ein Artefakt geworden, Menschen und Pflanzen haben sich verschwistert – sie sind eine neue provokante Verbindung eingegangen. Nach dem Ende der Zurichtung der Welt, wie wir sie kannten, wird das neuhumanoide Dasein zutage treten und in einem Archipel der Möglichkeiten seine Kräfte ertasten: unsichtbare biologische Verflechtungen und Symbiosen, in denen Blutsverwandtschaft und Reproduktion der menschlichen Spezies der Vergangenheit angehören. Elektrisierte Wesen bilden hybride, raumerfassende und tentakelhafte Schnittstellen. Sie folgen einer Sensorik der Unruhe, bereit, sich zu transformieren. Architektur, Tanz und Musik nehmen diese Vision auf und gehen in Archipel eine vollkommen neue Allianz ein: Die vom japanischen Architekten Sou Fujimoto geschaffene Skulptur ist nicht nur Bühne, Landschaft und Schutzraum, sie ist auch Musikinstrument, dessen Klänge Tänzer*innen und Musiker*innen gemeinsam hervorrufen, aufnehmen und weiterspinnen. Die Choreografie von Stephanie Thiersch und die Musik von Brigitta Muntendorf arbeiten mit der Vermischung der Genres auf der Suche nach Verständigung. Wir alle sind verbunden.

Leben und Zeit des Michael K.

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LEBEN UND ZEIT DES MICHAEL K. 
nach dem Roman von J. M. Coetzee
Regie: Lara Foot 
Online-Premiere: 17. Juni 2021 
Düsseldorfer Schauspielhaus 
Livestream aus Baxter Theatre, Kapstadt 

Zum Inhalt: In zweijähriger Zusammenarbeit entstanden Idee, Konzept und Bühnenfassung der gemeinsamen Uraufführung des Baxter Theatre Centre in Kapstadt und des Düsseldorfer Schauspielhauses zum Roman Leben und Zeit des Michael K. des Literaturnobelpreisträgers J. M. Coetzee. Zur Eröffnung des Festivals Theater der Welt sollte ein gemeinsames Ensemble beider Theater unter Regie von Lara Foot in Zusammenarbeit mit der gefeierten südafrikanischen Handspring Puppet Company auf der Bühne stehen. Die weltweite Pandemie hat gemeinsame Proben in Südafrika unmöglich gemacht. Wir arbeiten daran, Ihnen die Uraufführung präsentieren zu können.
Romanheld Michael K. ist einer, mit dem es das Leben nicht gut gemeint hat. Mit einer Hasenscharte geboren, früh von seiner Mutter abgelehnt und von allen verspottet, führt er nun als Gärtner ein einfaches Leben. Als seine Mutter zum Sterben auf die Farm ihrer Kindheit zurückkehren möchte, macht sich Michael in einem von Bürgerkriegswirren erschütterten Land auf, um ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Kurz nach dem Aufbruch stirbt sie, und Michael versucht nun, ihre Asche heimzubringen. Wie ein tumber Tor scheint er allem Bösen ausgesetzt, sein einziges Bestreben ist es, den Menschen aus dem Weg zu gehen. »In einer gewalttätigen Welt ist Michael K. ein einfacher Prophet und ein Prophet der Einfachheit, der Kraft in seiner Menschlichkeit und seiner tiefen Verbindung zur Erde sucht«, so Lara Foot. »Es ist eine beängstigend schöne Geschichte.«

Spuren – vier Monologe (Teil 1)

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SPUREN – VIER MONOLOGE (Teil 1)
von Aimé Césaire / Dieudonné Niangouna
Regie: Daniel Scahaise / Jean Hamado Tiemtoré 
Online-Premiere: 17. Juni 2021 
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: Der burkinische Regisseur, Schauspieler und Dramatiker Étienne Minoungou lädt ein, in Diskurse des afrikanischen Kontinents einzutauchen. Minoungou, eine der großen Stimmen der zeitgenössischen afrikanischen Theater- und Kunstszene, macht in vier Monologstücken Debatten der afrikanischen Gesellschaft hörbar, die Autonomie und Selbstwirksamkeit einfordern.

Volksfeind for Future

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VOLKSFEIND FOR FUTURE
nach Henrik Ibsen von Lothar Kittstein
Regie: Volker Lösch 
Premiere: 11. September 2020  
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: Hat nicht die 17-jährige Greta Thunberg recht mit ihrer glasklaren Analyse? Ist die Welt wirklich um Antworten verlegen, wenn es um die Zukunft unseres Planeten geht? Klimawandel ist das Thema der Stunde. Doch so simpel die Diagnose, so kompliziert scheint die Lösung. Die »Fridays for Future«-Demonstrationen, bei denen sich im vergangenen Jahr weltweit Schüler*innen versammelten, um gegen die Klimakatastrophe zu protestieren, haben nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Gegenwärtig formiert sich der Protest neu. Den zähen Konflikt zwischen moralischen und monetären Aspekten beschreibt auch Henrik Ibsen, dessen »Volksfeind«-Drama der heutigen Diskussion um die Durchsetzbarkeit von dringend notwendigen Umweltschutzmaßnahmen in nichts nachsteht. Regisseur Volker Lösch und Autor Lothar Kittstein haben es deshalb unternommen, eine Überschreibung des Umweltklassikers aus dem Jahr 1882 auf die Bühne zu bringen. Inspiriert von jungen Umweltaktivist*innen aus Düsseldorf und gemeinsam mit den Schauspieler* innen des Ensembles werfen sie einen Blick auf das komplizierte Verhältnis von Klimakrise, Widerstand und Verteidigung des Status quo. Die Handlung wird – wie könnte es anders sein – in die »schönste Stadt am Rhein« verlegt, deren Oberbürgermeisterin es gelungen ist, den Zuschlag für ein neues E-Auto-Werk zu erhalten. Mehr Arbeitsplätze, saubere Luft und Klimaschutz in einem, so heißt es. Doch ausgerechnet die eigene Tochter organisiert Proteste, mobilisiert ihre Mitschüler*innen und wendet sich an die Presse. Die Herstellung von Elektroautos, sagt sie, spart keine Emissionen ein, sondern führt zu mehr CO2-Ausstoß. Und während die Elterngeneration um Wahrheiten und Lösungen streitet, sieht die der jungen Leute ihre eigene Zukunft zur Disposition gestellt.

Alcina

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ALCINA
von Georg Friedrich Händel
Regie: Lotte de Beer 
Premiere: 14. Februar 2020 
Deutsche Oper am Rhein - Düsseldorf / Duisburg 

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Zum Inhalt: Die Zauberin Alcina ist die Herrscherin über eine Insel der Lüste. Mit betörenden Sirenengesängen zieht sie Männer in ihren Bann, verführt sie und verwandelt sie, wenn sie ihrer überdrüssig ist, in Steine, Pflanzen oder Tiere. Auch Ruggiero verliebt sich in die geheimnisvolle Fremde, doch seine Verlobte Bradamante macht sich auf den Weg, ihn zu finden...

Georg Friedrich Händel (1685 –1759) schuf mit seiner „Alcina“ nicht nur ein Meisterwerk über die Kunst der Verzauberung, Täuschung und Verblendung, sondern lotete in Arien, die zu den berührendsten der Barockoper zählen, die menschlichen Leidenschaften und Enttäuschungen kongenial aus. Wenn am Ende Alcinas Zauberreich untergeht, sehen wir hinter der Fassade einer gefährlichen Femme fatale eine zutiefst einsame Frau, die durch die Liebe ihre Macht verliert und umgekehrt erst im Verlust der Macht zu lieben vermag.

Coriolan

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CORIOLAN
von William Shakespeare
Regie: Tilmann Köhler
Premiere: 18. April 2019 
Düsseldorfer Schauspielhaus 

Zum Inhalt: »Coriolan« – das selten gespielte Alterswerk Shakespeares – liest sich wie ein brandaktueller politischer Thriller um Krieg und Populismus, Macht und Intrige: In Rom hungert das Volk. Getreide ist genügend vorhanden, doch nur wenige können es noch bezahlen. Die Regierung muss die Kornspeicher vor Übergriffen schützen, denn man verlangt die sofortige Verteilung. Der Republik droht der Aufstand. Da meldet sich Caius Martius, verdienter Kriegsheld zahlreicher Schlachten, zu Wort. Er verteidigt die Haltung der Regierung – jedoch nicht mit diplomatischem Geschick, sondern mit deutlicher Verachtung des Volkswillens: »Wer sich verlässt auf eure Gunst, trägt Bleiflossen beim Schwimmen. Euch vertraun? Hängt euch! Minütlich wechselt ihr doch eure Meinung!« Angestachelt durch die Schmähung ist der Plebs umso mehr entschlossen, sich ein politisches Mitspracherecht zu erkämpfen – als plötzlich die verfeindeten Volsker die Unruhen nutzen, um einen blutigen Feldzug gegen Rom zu beginnen. Caius Martius, tapferer Soldat, der er ist, zieht in den Krieg und erhält für seinen überragenden Sieg – die Volsker werden bei Corioli geschlagen – den Ehrennamen Coriolan. Seiner Ernennung zum Konsul, dem höchsten Amt im Staat, steht bald nur noch eins im Wege: Coriolan muss beim Volk darum bitten und auf dem Forum Stimmen sammeln. Doch nichts verabscheut er so sehr wie sich gemein zu machen mit der »dummen Masse«.


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