Staatsschauspiel Dresden
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    Der gute Mensch von Sezuan



    Bewertung und Kritik zu

    DER GUTE MENSCH VON SEZUAN 
    von Bertolt Brecht
    Regie: Nora Schlocker 
    Premiere: 24. Februar 2018 
    Staatsschauspiel Dresden
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    Das große HeftZum Inhalt: Die Götter sind beunruhigt. Von der Erde erreicht sie die Nachricht, dass es auf dieser keine guten Menschen gibt: Sind da womöglich bei der Schöpfung eklatante Fehler gemacht worden? Anlass genug jedenfalls für die Götter, sich selbst ein Bild zu machen. In Sezuan treffen sie auf die mittellose Prostituierte Shen Te, die ihnen als Einzige Obdach gewährt. Die gute Tat bleibt nicht unbelohnt: Vom göttlichen Mikrokredit kauft sie sich einen Tabakladen. Ihre Gastfreundschaft und ihr bescheidener Wohlstand werden jedoch von ihrer Kundschaft schamlos ausgenutzt. Unglücklich über die Ausbeutung, die ihr widerfährt, weiß sich Shen Te nicht anders zu helfen und erfindet den skrupellosen Vetter Shui Ta als kapitalistisches Alter Ego. Bald schon prosperiert der kleine Tabakladen und wird zum ausbeuterischen Tabakimperium. Für Shen Te jedoch beginnt ein Hürdenlauf: Ist es möglich, gut zu sein und doch zu leben? Wie kann ein Mensch im Angesicht von Armut, Konkurrenz und Unterdrückung dennoch das Gute bewahren? Brecht selbst verweigert in seiner Fabel über das Gute im Menschen jede Antwort: „Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss! Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss.“


    Mit: Betty Freudenberg. Matthias Reichwald, Anton Petzold / Thien Phuoc Nguyen, Gina Calinoiu, Deleila Piasko, Moritz Dürr, Hannelore Koch, Malte Homfeldt, Karina Plachetka, Sven Hönig, Eva Lotta Wuttke,/ Darya Zaretskaya, Hansruedi Humm. Und dem Kammerchor Pesterwitz

    Regie: Nora Schlocker
    Bühne: Jessica Rockstroh
    Kostüme: Caroline Rössler Harper
    Komposition und Arrangement: Benedict Schiefer
    Chorleitung: Anne Horenburg
    Musikalische Einstudierung: Thomas Mahn
    Dramaturgie: Julia Weinreich

    TRAILER




    WIR EMPFEHLEN

     
    Meinung der Presse zu „Der gute Mensch von Sezuan“  

    Staatsschauspiel Dresden


    Sächsische Zeitung
    Globuli fürs Volk


    nachtkritik

    Alles hat zwei Seiten

    Freie Presse

    "Los, sucht euch selbst den Schluss"

    3.8 von 5 Sterne
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    Inszenierung: bieder
    4 years ago
    Kritik
    ''Das Ganze spielt sich zumeist als konventionell deklamierendes Aufsagetheater auf einem schmalen Podest an der Rampe ab. Die Habseligkeiten des kleinen Tabakladens passen in eine Zigarrenkiste. Aus der Weite der Hinterbühne strahlt immer wieder blendend ein Scheinwerferspot ins Publikum. Ihr seid gemeint, soll uns das sagen. Wie kann ein Mensch gut sein und handeln in einer Welt der Ellenbogen, wo sich jeder selbst der Nächste ist und die Liebe zur Ware gemacht wird? Das ist das Dilemma der She Te, die sich einen bösen Vetter Shui Ta hinzu erfindet. Betty Freudenberg wechselt dazu Kleid gegen Hut und viel zu großen Anzug. Was einzig gut herausgearbeitet ist: Shen Te kann in einer Welt der Männer nur als Mann bestehen. In einer stummen Szene bietet sich die Witwe Shin dem vermeintlichen Vetter an und wischt dann den Boden mit ihrem Kleid. Der Macho Sun schüttelt die Silberdollar aus dem Dekolleté der juchzenden Mi Tzü. Später, wenn Shin Te als Shui Ta nach dem Verkauf der Opiumsäcke der Verwandtschaft als Tabakfabrikant wie die Made im Speck auf der Schräge hockt, lässt sie den drogenabhängigen Su am langen Arm verhungern.  Dann wird wieder sentimentales Rührstück gespielt, wenn Betty Freudenberg als schwangere Shen Te ins Publikum barmt: „Wie behandelt ihr euresgleichen? Habt ihr keine Barmherzigkeit mit der Frucht eures Leibes?“ Auch hier kommt es zum abschließenden Göttergericht über den Vetter Shui Ta an dessen Ende Betty Freudenberg wie in Geburtswehen die bekannten Worte vom Finden eines guten Schlusses („Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss!“) herauspresst. Das Programmheft spricht von eingreifendem Denken bei Brecht. Auf der Bühne gibt es dagegen ein nach Empathie heischendes Einfühlungsdrama par excellence. Zeichenhafter aber biederer Stadttheaterkitsch, der Brechts Parabel gehörig verwässert. Das hat man wirklich selten so hilf- und einfallslos gesehen.'' spielt Stefan Bock am 1. April 2018 auf KULTURA-EXTRA
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