Watership Down – Unten am Fluss

Bewertung und Kritik zu

WATERSHIP DOWN – UNTEN AM FLUSS 
nach dem Roman von Richard Adams
Regie: Tom Kühnel 
Premiere: 3. Juni 2022 
Staatsschauspiel Dresden 

Zum Inhalt: Fiver konnte Gefahr spüren, etwas Schreckliches würde geschehen. Sein Bruder Hazel glaubte ihm, sie mussten fort. Mit ein paar Gefährten machen sich die Wildkaninchen auf den Weg, eine neue Heimat zu suchen. Sie müssen all ihren Mut aufbringen, um sich aus Schlingen zu befreien und despotischer Kaninchen zu erwehren. Den ungleichen Kampf zwischen Mensch und Tier – sie fechten ihn aus, wählen die wilde Natur anstelle eines behüteten Lebens im Gehege. WATERSHIP DOWN handelt von der Rebellion in einem Kaninchenbau und der Suche der Rebellen nach der besten aller Welten. Der Roman wurde zum Klassiker der animal fantasy und gilt mittlerweile als eine der großen literarischen Auseinandersetzungen mit dystopischen Gesellschaftssystemen im 20.  Jahrhundert.

Mit: Moritz Dürr, Thomas Eisen, Katja Gaudard, Moritz Kienemann, Matthias Reichwald, Oliver Simon und Nadja Stübiger

Regie: Tom Kühnel
Bühne: Valentin Köhler
Kostüme: Ulrike Gutbrod
Musik: Anitha Kandasmy
Licht: Konrad Dietze
Dramaturgie: Kerstin Behrens
 


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Über drei aktuelle Aufführungen am Staatsschauspiel Dresden - 3
  · 11.06.22
''Richard Adams' exakt fünfzig Jahre, also ein Jahr mehr als Wunschkonzert alter und mehrfach adaptierter dicker Roman Watership Down – Unten am Fluss findet in der Welt der Kaninchen statt. Zum Glück lässt der Regisseur Tom Kühnel drei Viertel des Abends verstreichen, ehe er den Schauspielern Masken mit langen Ohren über die Köpfe zieht und als aufgeblasenes Schwarz-Weiß-Video den Zuschauern aufdrängt. Danach dürfen die Darsteller*innen noch herumhopsen und ihre Kunst kaninchentypischer Gesten demonstrieren. Zuvor aber sind sie nicht, wie in Tierfabeln oder Kinderbüchern, menschenähnliche Tiere, sondern kaninchenähnliche, Möhren knabbernde Menschen in schwarzen Hosen, kurzärmeligen weißen Hemden und grauen Krawatten. Was sie zeigen, ist ausgezeichnet gespielt, stellenweise – etwa bei der Schöpfungsgeschichte aus Sicht der Kaninchen – witzig, aber es bleibt inmitten des schönen Bühnenbilds von Valentin Köhler, einer Art runden Konferenzzimmers oder Foyers – ohne dramaturgische Spannung. Das zerplaudert sich und macht retrospektiv die Dichte von Wunschkonzert noch einmal bewusst. Und der politisch-didaktische Subtext dieser Parabel? Nun ja. Aber macht das Theater? Mit oder ohne Kanon?'' schreibt Thomas Rothschild am 11. Juni 2022 auf KULTURA-EXTRA
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