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Bewertung und Kritik zu

SCHULD UND SÜHNE 
nach dem Roman von Fjodor Dostojewski
Regie: Sebastian Hartmann 
Premiere: 31. Mai 2019 
Staatsschauspiel Dresden 
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Zum Inhalt: Sigmund Freud analysierte Verbrecher aus Schuldbewusstsein, die kriminelle Handlungen begingen, eben weil sie verboten waren. Bei Rodion Raskolnikow, verarmter Student und Held von Dostojewskis großem Roman, kommt hinzu, dass er sich eine philosophische Theorie zusammengebaut hat, nach der er die Menschen in ‚gewöhnliche‘ und ‚ungewöhnliche‘ einteilt. Letztere hätten das Recht, die ersteren als Material für ihre Ideen und Vorhaben zu behandeln und zu benutzen und eben auch das Recht zu töten. Den Ideen der ‚großen‘ Menschen ist alles unterzuordnen, da nur sie in der Lage seien, etwas Neues zu schaffen. Raskolnikow testet seine Theorie im realen Leben, er ermordet eine Pfandleiherin und als ‚Kollateralschaden‘ auch noch ihre Schwester. Der Mord steht am Beginn des Romans, der dann die schrittweise Aufklärung der Motive, der Ängste und der Irrungen Raskolnikows als spannenden Krimi erzählt. SCHULD UND SÜHNE bietet meisterhaft komponierte Spannung, es ist aber vor allem einer der großen Ideenromane Dostojewskis: Die nihilistische Philosophie Raskolnikows verweist auf menschliche Abgründe und Denkmuster, die immer wieder den dünnen Mantel humanistischer Zivilisation durchstoßen.

Mit: Luise Aschenbrenner, Moritz Kienemann, Philipp Lux, Linda Pöppel, Torsten Ranft, Lukas Rüppel, Fanny Staffa, Nadja Stübiger und Yassin Trabelsi

Regie und Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Samuel Wiese
Lichtdesign: Lothar Baumgarte
Video und Kamera: Christian Rabending
Tonassistenz: Emily Kuhlmann
Live-Schnitt: Thomas Schenkel, Diana Stelzer
Wandzeichnung: Tilo Baumgärtel
Dramaturgie: Jörg Bochow

TRAILER


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Von Würstchen der Wahrheit und süßen Früchtchen der Fiktion
  · 12.06.19
''Sebastian Hartmann verallgemeinert das in seiner Inszenierung auf die Geschichte der Menschheit mit ihren ideologisch geführten Kriegen für politische Ideen, wirtschaftliche oder andere Machtinteressen und ihren zahlreichen Opfern. In einer Art Prolog lässt er auf der zunächst weißen Rückwand im fast unerträglichen Stakkatostil Videobilder von Krieg, Massenmord, Hunger- und anderen menschlichen Katastrophen ablaufen. Dazu stammelt Linda Pöppel Worte und scheinbar zusammenhanglose Satzfetzen, die die soundgewaltig unterlegten Bilder kommentieren. Die Bild- und Soundregie gewinnt hier klar die Oberhand. Die DarstellerInnen werden zu Trägern rein assoziativer Stimmungen. Jeder Abend soll anders sein, wie der Dramaturg der Produktion in der Einführung versichert. Der gesetzte Anfang Linda Pöppels und das Ende, bei dem Yassin Trabelsi den Lotz-Text bei eingeschaltetem Saallicht spricht, stehen neben einem relativ freien Spiel des Ensembles dazwischen. 

Fiebrig wie Raskolnikow Tigern die DarstelerInnen in schwarzen Kostümen über die dunkle Bühne, schieben kleinere Videoscreens oder die Kulisse einer Kirche herein, die sich später öffnet und ein Gerüst mit Kreuz freigibt. Fast willkürlich gehen sie an ein Mikrofon und sprechen Fragmente aus dem Roman. Erkennbar immer wieder die Thesen Raskolnikows von der größeren Idee, der Vernichtung einer Laus, oder religiöse Fragen, die sich um Angst, Vergeltung und Vergebung drehen. Die Rückwand zeigt dazu die menschliche Apokalypse des 20. und 21. Jahrhunderts als Rückblick auf ein Zeitalter der Diktatoren, politischen Führer, der Kriege, des technischen Fortschritts und ihrer Opfer. Wie Benjamins Engel der Geschichte schwebt eine geflügelte Figur in einem schwarz-weißen Tafelbild des Leipziger bildendenden Künstlers Tilo Baumgärtel über den apokalyptischen Szenen.'' schreibt Stefan Bock am 12. Juni 2019 auf KULTURA-EXTRA
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