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Bewertung und Kritik zu

FUTURALGIA 
von Núria Guiu Sagarra / Unusual Symptoms
Premiere: 23. Oktober 2020 
Theater Bremen 

Zum Inhalt: „Zwischen mir und dem Rest der Welt steht eine Glaswand.“ (Karl Lagerfeld) – In ihren Arbeiten beschäftigt sich die katalanische Choreografin Núria Guiu Sagarra wiederholt mit der Frage, wie das Internetzeitalter unseren Blick auf den Körper beeinflusst. Welche Bilder und Ideen von Körpern zeigen sich in den Bildschirmen der Geräte und was passiert, wenn man diese Bilder auf die Bühne zurück überträgt? In einer Reihe von Solo-Arbeiten hat Núria Guiu Sagarra in den vergangenen Jahren eine erfrischende Perspektive auf den Körper im Spiegel seiner digitalen Abbilder entwickelt und damit international auf sich aufmerksam gemacht. In „Futuralgia“ überträgt sie diese Auseinandersetzung nun auf das Ensemble von Unusual Symptoms, der Tanzkompanie des Theater Bremen. Nach dem Lockdown im Frühjahr verlagerten sich die Proben selbst ins Internet und erweiterten die gemeinsame Auseinandersetzung mit den kulturellen Werkzeugen des Digital Age um eine Ebene der unmittelbaren eigenen Erfahrung. Zwischen Zoom-Sessions, Workout-Apps und Yoga-Tutorials entwickelte sich eine umfassende Recherche über den digitalen Blick auf Körper und ihre Repräsentationen. Wie werden Körper im Digitalen abgebildet? Welche Rolle spielt das für die Erzeugung persönlicher und kollektiver Identität? Aus diesen Fragestellungen sowie den persönlichen Bewegungsarchiven der Tänzer*innen entwickeln Núria Guiu Sagarra und Unusual Symptoms in „Futuralgia" eine Choreografie, deren hybride Tanzsprache die Körper im Spiegel ihrer virtuellen Abbilder zeigt.

mit: Aaron Samuel Davis, Gabrio Gabrielli, Alexandra Llorens, Nora Ronge, Andor Rusu, Young-Won Song

Choreografie: Núria Guiu Sagarra
Bühne und Kostüme: Anna Lena Grote
Licht: Ralf Scholz
Musik: Nil Ciuró
Dramaturgie: Gregor Runge
Choreografische Mitarbeit: Andy Zondag


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Studie der Selbstinszenierung im Netz
  · 30.03.21
Futuralgia wirft einen Blick auf die Selbstinszenierung im Netz, auf all die Online-Yoga-Kurse und YouTube-Workouts, die in den -Monaten so rege genutzt wurden, weil Fitness-Studios dicht gemacht und auch Yogaschulen geschlossen wurden.

Das „Unusal Symptoms“-Ensemble des Theaters Bremen studierte diese Bewegungsmuster und Selbstinszenierungs-Strategien aus den Web-Tutorials und ahmt sie in im Kleinen Haus des Bremer Theaters nach. Sehr still und präzise beginnt die Choreographie, analytisch, fast verkopft wirkt die Herangehensweise.

Bunter und lebendiger ist der zweite Teil des mit einer knappen Stunde recht kurzen Abends, in dem das Ensemble die Teenie-Welt von TikTok mit ihren Codes ins Visier nimmt: zwischen YouTube-Cover-Songs und TikTok-Reenactments wird der Schauwert der Inszenierung größer.

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