The Broken Circle

Bewertung und Kritik zu

THE BROKEN CIRCLE 
von Johan Heldenbergh und Mieke Dobbels
Regie: Simon Solberg 
Premiere: 18. Februar 2022 
Theater Bonn 

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Zum Inhalt: Ein Drama als Country-Konzert: The Broken Circle erzählt die tief berührende Liebesgeschichte eines unkonventionellen Paares. Elise hat ein Tattoo-Studio, Didier spielt Banjo in einer Bluegrass-Band. Er ist ein überzeugter Atheist und ein hoffnungsloser Romantiker, sie schmückt sich mit einem tätowierten Kreuz und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Obwohl die beiden komplett verschieden sind, verlieben sie sich, ziehen zusammen und bekommen sogar ein Kind. Das Glück scheint perfekt im kleinen, selbst renovierten Zuhause. Doch dann greift das Schicksal mit aller Wucht in ihr Leben ein und ihre heile Welt gerät aus den Fugen.

The Broken Circle erzählt von der Magie der Liebe und dem verheerenden Schmerz, der auf ihren Verlust folgt. Von Trauer und den verschiedenen Herangehensweisen, damit umzugehen. Es wird danach gefragt, warum sich Menschen ausgerechnet in dem Moment entfremden, in dem sie einander am meisten brauchen. Die Geschichte erzählt aber auch von Glück, von überschäumender Lebenslust und Hoffnung, die trotzt allem nie ganz verloren geht. Das alles umflirrende und verbindende Element ist die Musik, sind die live gesungenen Country Songs von Johnny Cash, A.P. Carter oder Townes Van Zandt. Sie begleitet Elise und Didier auf der Achterbahnfahrt durchs Leben, durch einen Alltag, der von der Liebe zur Musik und der Leidenschaft füreinander lebt.

Inszenierung und Bühne: Simon Solberg
Musikalische Leitung: Philip Breidenbach
Kostüme: Sophie Peters
Dramaturgie: Nadja Groß

TRAILER


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Kreislauf des Gebrochenen
  · 25.02.22
''The Broken Circle ist eine harte Geschichte über fehlende Perspektiven, grausame Schicksalsschläge und die Hartnäckigkeit auch seelischer Armut. Es gibt Situationen, deren Ungerechtigkeit zum Himmel schreit. Wie lässt sich die menschliche Würde bewahren, wenn das Gleichgewicht zerrüttet und nachhaltig gestört wird.

Wiederholte Gesten, wenn gleich fünf Tonvögel nacheinander zu Bruch gehen, erscheinen ein bisschen überzogen. So gehen feine Nuancen auch etwas zu Bruch. Doch insbesondere Philip Breidenbach schafft mit mitreißender Live-Musik als atmosphärische Rahmung zwischen Spielszenen fließende Übergänge. Oft vom Akteuren-Trio mehrstimmig gesungenen Folksongs wie „Wayfaring Stranger”, „The Boy Who Wouldn't Hoe Corn“ oder „If I needed you“ sorgen für wertvolle Ruhepunkte.

Das insgesamt berührende Stück verhandelt eindrücklich existentielle Fragen, wie den Verlust eines Kindes und das Gefühl der Ausweglosigkeit, der Sehnsucht und der Vergeblichkeit. Das Bild vom ewigen Licht eines sterbenden Sterns am Ende steht vielleicht auch tröstend dafür, dass auch Verlierern und Verzweifelten schlussendlich eine Reise ins Licht zuteilzuwerden vermag.'' schreibt Ansgar Skoda am 25. Februar 2022 auf KULTURA-EXTRA
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