Spellbound Contemporary Ballet: Rossini Ouvertures

Bewertung und Kritik zu

ROSSINI OUVERTURES 
Spellbound Contemporary Ballet
Choreografie: Mauro Astolfi 
Bonn-Premiere: 8. Februar 2022 (Gastspiel) 
Theater Bonn 

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Zum Inhalt: In ROSSINI OUVERTURES bringt Mauro Astolfi den „organisierten Wahnsinn“ der Musik Rossinis durch ein regelrechtes Feuerwerk an Tanzformen und Stilen zum Vorschein. In Rückblenden lässt er das Leben des berühmten italienischen Komponisten Revue passieren. Eine große Wand voller Fenster, Regale und Verstecke dient dabei als Projektionsfläche der Erinnerungen. Die Tänzerinnen und Tänzer, in Hosenkostümen mit barocken Stilelementen, wirken wie eine außer Rand und Band geratene Dienerschaft bei Hofe. Oben wird gepflegt gefeiert, unten amüsiert man sich. In der Karnevalszeit entfesselt Mauro Astolfi im Bonner Opernhaus mit seinem italienischen Ensemble zur Musik seines berühmten Landsmannes ein Lebensgefühl, das man im Original nur jenseits der Alpen erfahren kann. Nicht ohne Grund kennt die Fachwelt den Begriff der Rossini–Walze; von deren Wucht hat sich der Choreograf zu einer hinreißend überdrehten, aber auch äußerst berührenden Choreografie inspirieren lassen.

TänzerInnen: Anita Bonavida, Lorenzo Capozzi, Maria Giovanna Cossu, Mario Laterza, Giuliana Mele, Mateo Mirdita, Alessandro Piergentili, Caterina Politi und Martina Staltari

Künstlerische Leitung und Choreographie: Mauro Astolfi
Lichtdesign: Marco Policastro
Bühnenkonzept: Mauro Astolfi und Marco Policastro
Bühnenkonstruktion: Filippo Mancini / CHIEDISCENA
Kostüme: Verdiana Angelucci
Probendirektorin: Alessandra Chirulli

TRAILER


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Träumen ohne Schubladen
  · 10.02.22
''Die Vorführung folgt dem Weg eines Traums voll von momentartigen Situationen und flüchtigen Figuren. In Imaginationen amüsieren sich fünf Tänzerinnen und vier Tänzer. Sie tragen körperbetonte Hosen-Kostüme, die in Stil und Stoff an die Zeit des Komponisten erinnern. Ihre Figuren sind oft ausgelassen bis zur Raserei. Sie schütteln und winden sich oder bewegen sich kurzweilig in miteinander synchronen Abläufen. Kraftvoll rollen Körper in fließenden Bewegungen übereinander. Es gibt temperamentvolle Slapstick-Momente etwa in einer Barbierszene, in der sich gleich drei Tänzer gleichzeitig zur Rasur gesellen. Komplizierte Hebefiguren erzählen von Begegnungen und Verführung. Die Choreographie experimentiert auch effektvoll mit Anregungen aus Modern Dance, Pantomime und Akrobatik.

Bald wirken einzelne Bühnenakteure melancholisch und getrieben von Zweifeln. Nach und nach kristallisiert sich ein athletischer junger Mann als Titelfigur heraus. Er wird als gefeierter Künstler und triebhafter Lebemann von beiderlei Geschlecht umgarnt. Seine Anhänger, Eingebungen und Ängste verfolgen ihn bis in den Schlaf. Eine Kreatur im schwarzen Ganzkörperkostüm kriecht zärtlich an der nur mit Slip bekleideten, liegenden Hauptfigur empor. Erschrocken von ihm weggestoßen, schlängelt sie sich erneut tückisch an ihn heran. Die schattenhafte Figur erscheint wie eine Personifikation des Todes oder eine Begleitung in die Einsamkeit.

Rossini Ouvertures ist eine Kreation voller starker Bilder, Dynamik und Energie. Die üppige Bewegungssprache betört durch Vitalität, Anmut und erotische Anspielungen. Choreograph Mauro Astolfi gelang ein mitreißender Abend mit finessenreichen Fantasien.'' schreibt Ansgar Skoda am 10. Februar 2022 auf KULTURA-EXTRA
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