Lieber Gold im Mund als Porzellan im Safe

Bewertung und Kritik zu

LIEBER GOLD IM MUND ALS PORZELLAN IM SAFE
Ein Rechercheprojekt
Regie: Frank Heuel 
Premiere: 19. Dezember 2019 
Theater Bonn 

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Zum Inhalt: Für den deutschen Beitrag des Gold-Projektes recherchieren wir in Bonn: Wir befragen Bürgerinnen und Bürger sowie Gold-Expertinnen und -Experten unterschiedlicher Berufe, beobachten Rheingold-Sucher, finden Gold-Geschichten in Safes und entdecken mit großer Wahrscheinlichkeit ganz andere Perspektiven auf das Thema Gold als im fernen Ouagadougou. Das Theaterstück, das wir daraus entwickeln, wird in der Werkstatt des Theater Bonn am 19. Dezember 2019 Premiere feiern und anschließend nach Burkina Faso reisen.
Im Rahmen des von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Doppelpass-Projektes realisiert das Bonner fringe ensemble mit dem Espace Culturel Gambidi in Burkina Faso und dem Theater Bonn zwei Projekte über die Faszination und Macht des Goldes – hier wie dort auf Basis von Interviews und persönlichen Geschichten. Das burkinisch-deutsche Projekt beleuchtet die Bedeutung des Bodenschatzes für die Menschen in einem der ärmsten Länder. Das Bonner Projekt spiegelt das Thema in einer saturierten Gesellschaft. Aus Sicht der drei Partner offenbaren die Projekte zwei Seiten einer Medaille und sind als Parabel zum Verhältnis von Erster und Dritter Welt lesbar.

Mit: Manuel Klein, Andreas Meidinger, Laila Nielsen, Julia Philippi, Sören Wunderlich und Oleg Zhukov

Regie: Frank Heuel
Bühne, Kostüme und Video: Annika Ley
Licht: Klaus Rieger
Dramaturgie: Claudia Grönemeyer und Jan Pfannenstiel


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Rausch der Goldgier
  · 05.02.20
''Videoprojektionen erzählten von Anlagemöglichkeiten. Andreas Meidinger berichtet engagiert vom krisenfesten Goldwert an der Börse. Laila Nielsen lässt einen Ballon platzen, dem flugs Goldkonfetti entweicht. Gleich darauf verkörpert sie das Stroh zu Gold spinnende Bauernmädchen, dem Rumpelstilzchen zur Hilfe kommt. Goldenes Plastikobst wird emporgereicht. „Goldfinger“ und „All that glitters ain’t gold“ werden gesungen. Das Unvergängliche und der Reinheitsgehalt des Goldes werden gepriesen.

Die Vorführung hat arge Längen und findet keinen stringenten Faden. Zahlreiche Szenen wirken langatmig. Es bleibt zu hoffen, dass das zweite Stück des Recherche-Projektes zum Gold-Mythos, Brillante Saleté - Glänzender Dreck, mehr Spannung bietet. Das Fringe Ensemble entwickelte nämlich die von der Kulturstiftung des Bundes getragene Koproduktion nicht nur mit dem Theater Bonn, sondern auch mit dem burkinischen Espace Culturel Gambidi. Brillante Saleté - Glänzender Dreck soll demnächst im westafrikanischen Land Burkina Faso gezeigt werden. Bei diesem viertgrößten Goldproduzenten der Welt werden jährlich fünfzig Tonnen Gold abgebaut. Hier betreibt die Bevölkerung die meisten Goldminen unkontrolliert, es herrscht ein Schwarzmarkt mit Kinderarbeit. Quecksilber sorgt beim Abbau regelmäßig für Umweltzerstörungen, wenn es etwa das Grundwasser verseucht.'' schreibt Ansgar Skoda am 4. Februar 2020 auf KULTURA-EXTRA
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