Theater Bonn
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    SPIELPLAN & KARTEN

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    Der eingebildete Kranke



    Bewertung und Kritik zu

    DER EINGEBILDETE KRANKE
    von Molière
    Regie: Simone Blattner 
    Premiere: 6. Dezember 2019 
    Theater Bonn 

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    Zum Inhalt: Argan ist ein geduldiger Patient, der gerne alle verfügbaren Therapien ausprobiert, um seine zahllosen realen oder eingebildeten Leiden zu lindern. Sein Arzt Purgon weiß diesen Umstand geschäftstüchtig auszunutzen. Er verschreibt seinem gefügigen Klienten fragwürdige Behandlungen zu überteuerten Preisen. Nun hat sich Argan in die Idee verstiegen, dass seine Tochter Angelique einen frisch gebackenen Doktor der Medizin heiratet. Denn dann, so sein Plan, könnte er sich kosten- und bedenkenlos dem Schwiegersohn medizinisch ausliefern. Angelique ist jedoch bereits in Cleant verliebt und Argan wird zum Tyrannen seiner Tochter und damit zum Werkzeug seiner erbschleichenden zweiten Frau Beline. Um diese zu prüfen, will er sich totstellen und fürchtet dabei, dass das Spiel mit dem Tod seiner Gesundheit schadet. Eine schwierige Situation, die nur dank der cleveren Hausangestellten Toinette wieder ins Lot gebracht werden kann.

    Die Komödie über einen Mann, der krank ist, weil er glaubt, krank zu sein, ist Molières letztes Werk. Martin Heckmanns hat es, im Auftrag des Theaters Bonn, neu bearbeitet und, auf Grundlage der Übersetzungen von Alfred Wolfenstein und Louis Lax, behutsam ins heute transferiert. Die von modernen Medizinmännern stetig empfohlenen Anwendungen von Vitaminpräparaten, sedierenden Säften, magisch wirkenden Tinkturen, herzstärkenden Medikamenten, adstringierenden Wässerchen und krampflösenden Übungen, mögen auch heute noch ein einträgliches Geschäft sein, sie können doch die Furcht vor dem Tod nicht bannen.

    Inszenierung: Simone Blattner
    Bühne: Martin Miotk
    Kostüme: Andy Besuch
    Licht: Sirko Lamprecht
    Dramaturgie: Carmen Wolfram
    Musik: Christopher Brandt
    Flötistin: Mona Raab


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    Krankheit als Fluch(t)
    3 years ago
    Kritik
    ''Daniel Stock strauchelt als Argan zu Beginn übertrieben gekrümmt mit einem Nachttopf über die Bühne. Zur rechten und linken Seite befinden sich weiße Türen und einige Desinfektionsspender, an denen sich die Figuren vielfach bedienen (Bühne: Martin Miotk). Grüne Plastikstreifen decken einen nichtsichtbaren Bühnenbereich ab. Im Bühnenzentrum befindet sich eine klinisch weiße Fußgängerbrücke. Darunter liegen blaue Matten, auf die Argan bald liebevoll künstliche Seerosen platziert. Hier dient auch bald ein kleines Ruderboot den Figuren als Sammelpunkt. Es ist herrlich, wie Stock als Argan an seinen Zweifeln, seinen Unsicherheiten und seiner Einbildung schier bis ins Unermessliche leidet. Übertrieben stellt er die anrührende Verzweiflung seiner Figur dar. Argan ist anfällig für irrationale Heilsversprechen, begibt sich in Spülungen und therapeutische Verordnungen. Er entwickelt nahezu einen Stolz auf die eigene Schwäche, Last und Empfindlichkeit. Stock stellt die Lächerlichkeit seiner Figur aus, die bald durch eine übertrieben große Fellmütze als Accessoire unterstrichen wird, ohne dass ihr Träger je aus der Rolle zu fallen droht. (...) Der zeitlose Stoff lädt pointiert mit vielen Gags zum Schmunzeln ein. Liebevoll überzeichnete Figuren agieren mit großen Gesten und übersteigerten Rollenticks. Neben karikierenden Kostümen bedient sich Simone Blattners Inszenierung zuweilen auch eines überspitzten medizinischen Fachjargons, wenn beispielsweise durch Toinette die „anale Phase“ nach Freud aufgeworfen wird. Bisweilen eröffnet so eine recht flache und augenscheinliche Figurenkonstellation einen theatralen Spannungsraum mit ganz neuen Fallhöhen.'' schreibt Ansgar Skoda am 4. Januar 2020 auf KULTURA-EXTRA
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