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Bewertung und Kritik zu

EINES LANGEN TAGES REISE IN DIE NACHT
von Eugene O’Neill
Regie: Martin Nimz 
Premiere: 18. Januar 2019 
Theater Bonn 

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Zum Inhalt: Ein einziger Augusttag enthüllt die ganze Tragik der Familie Tyrone: Der Vater, einst ein erfolgreicher Schauspieler, jetzt ein geiziger, verbitterter Grundstückspekulant. Die Mutter, eine Morphiumsüchtige, die nach verworrenen Erklärungen sucht für den Tod ihres zweitgeborenen Kindes. Der ältere Sohn, ein Alkoholiker, der wie sein Vater Schauspieler werden wollte, aber daran scheitert. Und schließlich der jüngere Sohn, ein Dichter, der mit Tuberkulose im Sterben liegt, was die Familie als leichte Sommergrippe abtut. Schon am Mittag wird im Sommerhaus die erste Flasche Whiskey geleert, alle geben sich gegenseitig die Schuld an der Familienhölle, verlieren sich im Rausch und im Verdrängen des allgegenwärtigen Scheiterns, jeder wird zum Verhängnis des anderen. Mit glänzenden Augen träumt die Mutter am Ende des Tages von einem harmonischen Dasein in vollkommenem Frieden, während ihr Mann und die beiden Söhne volltrunken der Nacht entgegendämmern.

Der Nobelpreisträger Eugene O’Neill schrieb mit EINES LANGEN TAGES REISE IN DIE NACHT über seine eigene Familie, „eine tief tragische Geschichte, aber ohne irgendeine gewaltsame dramatische Handlung. Am Schluss sind sie immer noch da, durch die Vergangenheit ineinander verfangen, jeder schuldig und gleichzeitig unschuldig, sich gegenseitig verachtend, bedauernd, liebend, (...) vergebend, aber dazu verdammt, nie vergessen zu können.“ Sein Drama ist ein messerscharfer Blick in die Psyche einer Familie und gleichzeitig eine Analyse über die Vergeblichkeit des amerikanischen Traums.

Inszenierung: Martin Nimz 
Bühnenbild: Sebastian Hannak 
Kostüme: Jutta Kreischer 
Video: Thorsten Hallscheidt 
Licht: Sirko Lamprecht 
Dramaturgie: Male Günther 

TRAILER


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Familienkonzert voll erschütternder Misstöne
  · 27.01.19
''Martin Nimz inszeniert O‘Neills Vorlage in der Übersetzung von Michael Walter mit ruhiger Hand recht konventionell. Wolfgang Rüter verkörpert den geizigen und eitlen Vater James Tyrone als Patriarchen, der seine Söhne demütigt und sich nicht eingestehen möchte, dass seine glanzvollen Zeiten als Bühnenstar gezählt sind. Sophie Basse mimt die drogenabhängige Mary vorzeitig gealtert mit weißhaariger Perücke. Ihre Unsicherheiten und Stimmungsschwankungen lassen sie mal versunken, mal hysterisch und oft völlig neben sich stehend erscheinen. Mimisch und gestisch verleiht sie dem Schmerz, der Einsamkeit und der Verlorenheit ihrer Figur effektvoll Ausdruck. Auch Sören Wunderlich verkörpert als Jamie Tyrone nuanciert das leidvolle, desorientiert-entfremdete und hoffnungslos-haltlose Verharren im beengten Lebensraum der aufgezwungenen Gemeinschaft. Gustav Schmidt lässt als jüngerer Sohn Edmund in einigen aufmüpfigen Schlagabtauschen aufhorchen. Für einen schwer an Tuberkulose erkrankten Jüngling bewegt er sich zum Ende hin auffallend behände, um seinen Überlebenswillen dann doch im Whiskeyrausch zu ertränken. Sandrine Zenner setzt schlussendlich in der Rolle der Cathleen mit einem darstellerisch bemerkenswert ausdrucksvollen Monolog, der das Schicksal der Familie selbstbewusst kritisiert, Akzente. 

Sparsamkeit scheint nicht nur bei der Auswahl der Requisiten gegeben. Eine klassische Dramaturgie ist in dem Kammerspiel nicht möglich, da man vergebens nach möglichen Wendepunkten der permanent bergabgehenden Handlung sucht. Trotzdem fehlt es Nimz‘ Inszenierung deutlich an Nuancenreichtum oder Spannungsmomenten. Die ewig vorgeführte Trinksucht und das dauernde Hin und Her der Angriffe und Reue nutzen sich alsbald ab. Wenig subtil darf man dann im zweiten Teil des darstellerisch durchaus differenziert dargebotenen Theaterabends in den unteren Rängen im Theaterrauch verschwinden.'' schreibt Ansgar Skoda am 28. Januar 2019 auf KULTURA-EXTRA
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