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Bewertung und Kritik zu

DIE ZOFEN
von Jean Genet 
Regie: Claudia Bauer 
Premiere: 15. November 2018 
Theater Bonn - Schauspiel 

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Zum Inhalt: Das Leben des französischen Schriftstellers Jean Genet hätte skandalöser kaum sein können: Bereits als Jugendlicher begann der 1910 in Paris geborene Sohn einer Prostituierten zu stehlen, was ihm insgesamt zwölf Gefängnisaufenthalte einbrachte. Einer lebenslangen Haftstrafe entging Genet nur durch die Fürsprache seiner Freunde Jean-Paul Sartre und Jean Cocteau, die in dem umstrittenen Dichter früh das ‚literarische Genie‘ erkannten. In seinen Werken, die zum großen Teil im Gefängnis entstanden, lässt Genet tief in gesellschaftliche Abgründe blicken. Seine Heldenfiguren sind Mörder, Kriminelle, Verbrecher. Doch deren Taten resultieren aus menschlichen Bedürfnissen, aus Sehnsüchten, Wünschen und Utopien.

In seinem erfolgreichsten Stück DIE ZOFEN beschreibt der französische Autor die ebenso tragische wie schmerzend komische Suche nach Identität und Selbstbestimmtheit der Dienstmädchen Claire und Solange. In einem sonderbaren Akt der Selbstgeißelung proben die beiden Schwestern die Umkehrung gesellschaftlicher Verhältnisse: Sobald ihre Herrin nicht zu Hause ist, schlüpfen sie in deren Rolle, bedienen sich an Kleidern, Schmuck und am Schicksal der Gnädigen Frau.

Regie: Claudia Bauer 
Bühne: Franz Dittrich 
Kostüme: Vanessa Rust 
Musik und Live-Sounds: Roman Kanonik 
Licht: Maximilian Urrigshardt 
Dramaturgie: Elisa Hempel 
Projektionen: Max Schwidlinski 

TRAILER


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Schillernde Monstrinnen des Hausputzes
  · 22.11.18
''Obwohl alle Darsteller künstliche Frauenkörper tragen, eröffnet sich ein subtiles Hierarchiegefälle. Holger Kraft schreitet als gnädige Frau vornehm erhaben und aufrecht im weißen Kleid mit meterlangem Schleier wie eine der muskelbepackten Amazonen aus Priscilla – Königin der Wüste daher. Claire und Solange kommunizieren hingegen anfangs zunächst nackt und tragen später unförmige, schwarze Schürzen (Kostüme: Vanessa Rust). Daniel Breitfelder bewegt sich als Solange mit sorgsamen Trippelschritten, ein Zeichen für Angst und im Stückverlauf womöglich unterdrückte Wut. Die Unterwerfung des sich Verstellens und Verbiegens entwickelte sich längst zur marternden Routine. 

Das übertrieben-komödiantische Spiel mit gesellschaftlich zugewiesenen Rollen birgt den einen oder anderen Überraschungseffekt. Recht schnell wird jedoch deutlich, dass die beiden Schwestern aus vorgegebenen Rollenmustern nur schwerlich ausbrechen können. Das durchgehalten Maskenhafte des Regiekonzepts betäubt und ermüdet alsbald in seiner Künstlichkeit etwas. Nichtsdestotrotz ist es durchaus interessant, wie Bauer in Die Zofen das Rollenhafte von Frausein und hierarchischen Positionen als soziale Konstrukte eindrücklich offenlegt.'' schreibt Ansgar Skoda am 22. November 2018 auf KULTURA-EXTRA
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