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Bewertung und Kritik zu

SCHLAFENDE HUNDE
von Lothar Kittstein
Regie: Stefan Rogge 
Premiere: 30. Mai 2018 
Theater Bonn - Schauspiel 

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Zum Inhalt: Frank Fuller, fulminanter Frank, Frank, der vogelfreie Vögler, war ein Star. Früher. In seinem Glitzeranzug hat er die großen Hallen im wilden Westen der Republik zum Kochen gebracht; Sex, Drugs und deutsche Lieder. Danni, genannt Jesus Christus, weil er „tote“ Stars ausgräbt und wiederbelebt, glaubt an sein Comeback. Für zwei oder drei Jahre sollte es reichen. Aber nur, wenn seine ehemalige Partnerin mitmacht. Am Ende einer Siedlung, in der alle Straßen gleich aussehen, der Kiosk geschlossen und der Hund begraben ist, finden sie Claudia, die damals noch fast ein Kind war und sich seit langem mit ihrem Sohn im Elternhaus nicht unbedingt komfortabel eingerichtet hat. Es sieht wahrlich nicht danach aus, aber „Ich rieche Geld“, sagt Danni. „Dieses Land wird alt, uralt, und es dreht durch, ohne Erinnerung, es braucht die alten Zeiten, was soll es machen, wenn wir die nicht füttern, diese Sehnsucht?“, sagt er. Was geschieht mit einer unter dem Sauerstoffzelt wiederbelebten Intensität im Zeitalter des Flüchtigen?

Regie: Stefan Rogge 

Bühne: Malte Lübben 
Kostüme: Maria Strauch 
Licht: Lothar Krüger 
Dramaturgie: Male Günther 

TRAILER


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Comeback der Träume
  · 31.05.18
''Das Drama über den Verkauf oder auch Ausverkauf lächerlich anmutender Träume hat von Anfang an Verve. Frank, der hehre Schlager von der Liebe verkaufen möchte, prügelt schon bald auf Claudia ein. Sie gibt, sich am Boden windend, kratzbürstige Widerworte. Es wird wild geflucht, geschimpft und gepöbelt. Dabei fallen nahezu in schmerzvoller Dauerschleife höchst despektierliche Kraftausdrücke, leider häufig auch gegen Ausländer und Schwule. Überspitzte Prekariatszustände mit höchst derb agierenden Figuren nehmen mit unterhaltsamer Situationskomik stets neue Wendungen, wenn etwa in all dem Chaos plötzlich doch im Duett eine melancholische Schlagermelodie angestimmt wird. Als Unschuld vom Lande sorgt dann der dauercomputerspielende Sohn Claudias, Dennis, für das I-Tüpfelchen in der verfahrenen Figurenkonstellation. Frank glaubt in Dennis einen verheimlichten Sohn; auch Danni findet Gefallen an dem schlaksigen und naiven Jüngling. Doch die beiden Besucher haben ihre Rechnung ohne die Mutter gemacht. 

Birte Schrein spielt genüsslich eine Assi-Proletarierin in Leggins und Leopardenmantel, der es sichtlich Freude bereitet, ihren Sohn herumzukommandieren. Anfangs verlacht sie ihre Besucher noch abweisend, um bald schon zu erkennen zu geben, dass sie längst vergangenen Träumen doch noch nachhängen möchte. Klaus Schweizer verfolgt als Frank im Glitzeranzug den Traum vom Schlagerstarsein mit einer übertriebenen Ernsthaftigkeit und erstaunlichen Härte. Es ist schier unglaublich, was er Claudia an den Kopf wirft, als er bemerkt, dass sie sich nicht so ohne weiteres in seine Verkaufskonzepte einfügen möchte. Alois Reinhardt gibt den aalglatten Manager Danni als genau beobachtenden Verführer, der bald vor dem schweren Gewicht der Ambitionen seiner möglichen Schützlinge zurückzuweichen trachtet. Manuel Zschunke mimt sehr glaubwürdig den unterwürfig-ambitionslosen und hilflos-devoten Dennis und dient dabei als dankbare Projektionsfläche für die verfahrenen Träume der ihn umgebenden abgehalfterten Existenzen. 

Eine insgesamt höchst vergnügliche Vorführung, die bewusst keinerlei politische Korrektheit an den Tag legt. Leider sorgt die Wiederholung einiger Dauer-Gags gegen Ende für kleine Längen, und das Drama überspitzt schlussendlich den Handlungsbogen auch etwas zu sehr.'' schreibt Ansgar Skoda am 31. Mai 2018 auf KULTURA-EXTRA
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