Noise. Das Rauschen der Menge

Bewertung und Kritik zu

NOISE. DAS RAUSCHEN DER MENGE 
von Manuela Infante
Premiere: 2. Juli 2021 
Schauspielhaus Bochum 

59. Berliner Theatertreffen - Stückemarkt 2022  

Zum Inhalt: Das englische Wort Noise kann als Geräusch übersetzt werden, aber auch als Lärm, Störung, Rumoren – Rauschen. Noise bezeichnet das, was gewöhnlich klanglich stört. Denn dieses Rauschen ist mehr als Klang. Es ist eine Überlagerung von Schwingungen unterschiedlicher Lautstärke, ein Geräusch, das sich aus vielen Geräuschen zusammensetzt. Das kann auch sein: aus dem Rufen von Parolen und dem Schreien von Menschen, den Schlägen von Kochlöffeln auf Töpfe, von Händen gegen Wände oder aus Tritten gegen Bushaltestellen. Das würden wir schon eher als Rumoren bezeichnen.

Mit: Gina Haller

Text, Regie: Manuela Infante
Bühne, Kostüm, Lichtdesign: Rocío Hernández Marchant
Musik, Sounddesign: Diego Noguera
Dramaturgie, Übersetzung: Felicitas Arnold


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Solo-Performance zu poetisch-mäanderndem Text über Unruhen in Chile 2019
  · 20.05.22
Hinter Vorhängen wird Gina Haller, Solo-Performerin des Abends und preigekrönter Jungstar des Bochumer Ensembles, erst langsam sichtbar. Sie kriecht zunächst am Boden und spricht die ersten Sätze des mäandernden, oft poetischen Textes: oft kann man sich nicht sicher sein, wer hier spricht. Haller wechselt die Rollen, durch Echos wird es noch schwerer, allen Nuancen des Langgedichts zu folgen.

„Noise. Das Rauschen der Menge“ ist ein Abend, der seinem Publikum einiges an Konzentration abverlangt. Die Rahmenbedingungen sind dafür nicht die besten: die Seitenbühne im Haus der Berliner Festspiele ist schon unter normalen Bedingungen sehr stickig, erst recht an diesem gestrigen schwülheißen, dampfigen ersten Hochsommertag des Jahres und bei einer bis auf den letzten Platz ausverkauften Vorstellung. Hier wurde „Noise“ im Rahmen des Theatertreffens 2022 gezeigt, da Manuela Infante im präpandemischen Sommer 2019 den Stückemarkt-Werkauftrag gewann, so dass sie den Abend am Schauspielhaus Bochum entwickeln und im Juli 2021 uraufführen durfte.

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