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Bewertung und Kritik zu

EIN RÄTSELHAFTER SCHIMMER
Die Wilden Zwanziger in einer poetischen Amüsier-Schau
Premiere: 25. April 2020 
Wintergarten Berlin 

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Zum Inhalt: Eine lockende Stimme, ein flotter Bass, ein swingendes Klavier. Das ist Musik, zu der die Füße tanzen wollen – so auch die Pinsel! Und das tun sie tatsächlich: Live vor den Augen der verblüfften Zuschauer zaubern sie im Takt ein ebenfalls ausgelassen tanzendes Paar auf die weiße Leinwand. Die Pinsel werden virtuos geführt von Robert Nippoldt und sind nicht die einzigen Zeichenwerkzeuge, die in diesem besonderen Zusammen- spiel von Musik und Kunst ihren Auftritt haben. Mit Kreide, Bleistift und Tusche erleben in wenigen Augenblicken die Stars der Weimarer Republik eine Wiederauferstehung und die Gedächtniskirche bekommt ihr Dach zurück. Dank Kamera und Groß-Projektion sind die Zuschauer ganz nah dran – an jedem Strich, den die Künstlerhand mit lässiger Eleganz zu Papier bringt.

Dabei sind die während der Schau an die Leinwand projizierten Zeichnungen nur ein Teil des vielfältigen Repertoires. Eindrucksvoll entsteht – in perfekter Symbiose von Ton, Schauspiel und Bild – eine Scherenschnitt- Inszenierung der brechtschen Seeräuber-Jenny. Die Comedian Harmonists zerlegen in sicht- und hörbarer Ekstase einen Konzertflügel. Man flaniert wachen Auges durch die Hauptstadt und mit einer Slapstick-Nummer wird den Anfängen des Tonfilms gehuldigt. Erstaunlich auch, wie man in nur drei Minuten sämtliche Kanzler der Weimarer Republik kennenlernen kann.

Das alles wird belebt, kommentiert und inspiriert durch die drei fabelhaften Musiker des Trio Größenwahn, die mit Verve und Humor den Klassikern der damaligen Zeit neues Leben einhauchen. Selbst ein original antikes Tasteninstrument erlebt unter den flinken Händen von Sängerin Lotta Stein einen überraschenden zweiten Frühling. Es ist das Lebensgefühl einer besonderen Zeit zwischen Weltkriegen, dem sich die vier stilecht gekleideten Künstler an diesem Abend verschreiben.


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Musik und Klimbim
  · 11.10.20
Das ist mir auch noch nie passiert, das ich einen Bericht zu einer Veranstaltung erst Monate später schreibe. Aber im Jahr 2020 kann eben alles passieren. Für mich war Ein rätselhafter Schimmer im Wintergarten Varieté Berlin die letzte kulturelle Veranstaltung, die ich besucht habe, ehe im Frühjahr dann die große Zwangspause folgte. Mein Arbeitgeber schloss seine Tore und auch für meinen Blog gab es natürlich nichts mehr zu tun. Eine seltsame theaterlose Zeit begann, die Streams, die von vielen Häusern angeboten wurden, waren einfach kein Ersatz! Umso glücklicher bin ich nun, da die Theater wieder öffnen und das kulturelle Leben von Berlin langsam wieder anläuft. Dafür trage ich auch gerne Maske, desinfiziere meine Hände pausenlos und sitze weit entfernt von allen Anderen. Man muss ja alles positiv sehen: endlich mal die Armlehne nur für mich!
Eine poetische Amüsier-Schau

Die Zwanziger Jahre, diese wunderbaren, geheimnisvollen und verruchten Jahre zwischen den beiden Weltkriegen. Eigentlich nur einige wenige Jahre, aber doch eine besondere Zeit. Berlin ist die Hochburg des Überschwangs, des Lasters und der Künste. Kreative aus der ganzen Welt schwärmen in die Stadt. Josephine Baker tanzt. Anita Berber kokst. Die Comedian Harmonists besingen einen Kaktus. Heute, hundert Jahre später, sind die Goldenen Zwanziger Jahre so sehr in aller Munde wie nie zuvor. Fernsehfilme, Serien, Shows und mondäne Veranstaltungen, gespickt mit Glitzerkleidern und Zigarettenspitzen, erobern Berlin.
Trio Größenwahn

Unsterblich natürlich auch die Musik der Zeit. Und die bringt das Trio Größenwahn (Lotta Stein, Christian Manchen, Christoph Kopp) bei Ein rätselhafter Schimmer auf die Bühne. Die drei Musiker sind allerdings nicht allein. Der Buchkünstler Robert Nippoldt ist mit von der Partie. Wie das wohl zusammen passt? Nun ja, wer zum Beispiel schon mal in einem Sandtheater war, der kann es sich vielleicht besser vorstellen. Mithilfe eines Overheadprojektors können wir sehen, was der Künstler vorn mit seinen Händen erschafft. Er zeichnet, er schnippelt, er kreiert. Und vor unseren Augen werden die Zwanziger Jahre lebendig.
Robert Nippoldt – Illustrator und Buchkünstler

Bekannt geworden ist Robert Nippoldt mit seinem Bücher Trio: Jazz im New York der Wilden Zwanziger, Gangster. Die Bosse von Chicago und Hollywood in den 30er Jahren. Und natürlich mit dem 2017 erschienen Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger. In wunderschönen schwarzweissen Bildern erzählt Nippoldt die Geschichte eines Jahrzehnts, seiner Künstler und der Orte, an denen in Berlin alles geschah: Die wilden Parties, die verruchten Varietés, aber auch die Politik der Weimarer Republik.

So einen lehrreichen, amüsanten und mitreißenden Abend bekommt man wirklich selten geboten! Tolle Musik, getanzt wird natürlich auch und dazu viele, viele Anekdoten, Geheimnisse und Geschichten über das Berlin der Wilden Zwanziger. Und für alle, die die tolle Show im Frühjahr verpasst haben: am 30. November gibt es erneut eine Vorstellung im Wintergarten Varieté.

©Nicole Haarhoff
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