Kamilo Beach (Am Scham der Zeit)

Bewertung und Kritik zu

KAMILO BEACH (AM SCHAM DER ZEIT) 
von Enis Maci und Pascal Richmann
Premiere: 5. Februar 2022 
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 

Zum Inhalt: Hawaii, 2018. Eine nordkoreanische Bombe rast auf das Archipel zu – oder auch nicht. Solange die Sirenen kreischen, macht das keinen Unterschied. Auf allen Displays dieselbe Nachricht: SEEK IMMEDIATE SHELTER.
Am Kamilo Beach treibt die Strömung seit jeher an, was da ist. Der älteste Schrottplatz der Welt. Auch an diesem 13. Januar schwelen dort Lagerfeuer, verschmelzen Plastik und Kiesel zu neuem Gestein.
Die Golfer Honolulus laden ihre Abschiedsworte hoch. Kinder krabbeln in die Kanalisation. Hunderttausende sind überzeugt, dass sie wenige Minuten später tot sein werden. Hunderttausende glauben an den Ernstfall, und proben ihn doch nur. Denn als die Sonne im Pazifik versinkt, gibt es nur zwei Opfer: BRANDON und BETTINA.
Wer waren die zwei? Warum mussten sie sterben? Und was leckt da bloß im leeren Zentrum?

Mit: Rosa Lembeck, Martin Wuttke

Text: Enis Maci, Pascal Richmann
Bühne & Kostüme: Selma Köran
Bühne & Video: Tanita Olbrich
Musik & Ton: Maximilian Weber
Licht: Hans-Hermann Schulze
Ton: Jörg Wilkendorf
Video: Max Heesen
Dramaturgie: Anna Heesen
Regieassistenz: Anna Zrenner
Kostümassistenz: Linda Siegel
Bühnenbild-, Kostüm- und Videohospitanz: Paulina Holtkamp, Helene von Schirach


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Jeder Text klingt wie bei Pollesch
  · 08.02.22
''Die Probebühne ist für die Präsentation der richtige Ort ist, wirkt das Ganze doch sehr wie eine Fingerübung. Interessantes Thema – aber der Text bleibt kryptisch, wenn man ihn nur gesprochen hört. Wuttke und Lembeck stehen eine Stunde lang um eine Tischtennisplatte herum, spielen ein bisschen Pingpong, zwischendurch gehen sie auf den Balkon und werden per Live-Video zugeschaltet. Die Hälfte des Abends lesen sie ihren Text vom Blatt ab, weil er ja grade erst fertig geworden ist. Und Martin Wuttke klingt geradewegs so, als würde er Pollesch- oder Castorf sprechen.

Ohnehin ist das eine Krux des neuen Volksbühnen-Teams: Es scheint aus dem distanzierten Sprech nicht herauszukommen, jeder Text klingt wie bei Pollesch, ob das wie zuletzt Kathrin Angerer in "MiniMe" ist oder nun Martin Wuttke.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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