Sunny

Bewertung und Kritik zu

SUNNY
Tanzstück von Emanuel Gat
Premiere: 17. Dezember 2019 
Staatsballett in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 

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Zum Inhalt: Emanuel Gat zählt seit einigen Jahren zu den führenden Choreographen-Persönlichkeiten und präsentierte seine Arbeit Sunny 2016 zuerst bei der Tanzbiennale in Venedig. Den Zugang zu seinen Choreographien eröffnet der in Frankreich lebende Israeli häufig über die Musik, in diesem Fall in Zusammenarbeit mit Awir Leon. Der israelische Musiker und Produzent der Techno-Szene hat in frei fließender Form, zwischen neuen Sounds und vertrauten Klängen, zwischen schwierigem Experiment und reinem Vergnügen, den Raum geschaffen, neue Felder zur Bewegungswahrnehmung auszukundschaften, und zwar bei Interpreten und Zuschauern gleichermaßen. Mehrmals war er mit seiner Company Emanuel Gat Dance in Berlin zu Gast, von Publikum und Kritik gefeiert. Nun bringt er erstmals eine Choreographie mit dem Staatsballett Berlin an der Volksbühne Berlin zur Premiere, nicht ohne das vibrierende Experiment um Struktur und Emotion mit dem Ensemble intensiv neu zu erarbeiten.

Choreographie: Emanuel Gat
Musik: Awir Leon
Kostüme: Thomas Bradley
Licht: Emanuel Gat

Eine Produktion des Staatsballett Berlin in Kooperation mit der Volksbühne Berlin


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Faszinierend und problematisch
  · 18.12.19
''Die Vielfalt der Bewegungen und die Grandezza, mit der die Tänzer das schwierige Material beherrschen und mit ihren Persönlichkeiten stützen, ist faszinierend – sie und Emanuel Gat wurden auch vom Publikum mit kräftigem Applaus und kleinem Jubel bedacht. Es gibt jedoch auch Probleme mit der Fokussierung, es schleichen sich Beliebigkeiten ein, manchmal fehlt ein stärker strukturierender Zugriff. Das war schon 2016 so und wird nun trotz der phantastischen Staatsballett-Tänzer wieder sichtbar. Die Choreographie ist sperrig und weit entfernt von jeder Gefälligkeit – Emanuel Gat will es dem Zuschauer nicht leicht machen.

Nach dem Premierendoppel letzte Woche mit Alexander Ekman und Sharon Eyal hat das Staatballett gleich noch einen außergewöhnlichen Abend nachgelegt, ist weiter konsequent im zeitgenössischen Tanz unterwegs.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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Hommage an einen Evergreen
  · 17.12.19
Positiv ist die spielerische, assoziative Leichtigkeit, das Hin und Herpendeln zwischen völliger Stille, bei dem nur die Hustenanfälle erkältungsgeplagter Zuschauer zu hören sind, und lauten Technobeats, zwischen sehr präzise gearbeiteten Synchron-Bewegungen und Freestyle-Einlagen.

Auch ästhetisch ist dieser Abend ein Genuss. Thomas Bradley, der selbst in Gats Company tanzt, entwarf tolle Fantasy-Kostüme, die vom Staatsballett mehrfach gegen Alltagskleidung oder Unterwäsche getauscht werden.

Der Abend schwankt in seinen Stimmungen so sehr wie das lyrische Ich im Song „Sunny“, das vom Schmerz des Verlusts, von neuer Lebensfreude und von der Sehnsucht nach (christlicher) Erlösung erzählt.
Negativ fällt allerdings auf, dass der Abend in seinem assoziativen Kreisen und Schlingern über die 60 Minuten recht beliebig wird. Aus all den hingetupften Szenen und Stimmungsschwankungen kristallisiert sich kein roter Faden heraus.

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