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Bewertung und Kritik zu

DIE HAND IST EIN EINSAMER JÄGER
von Katja Brunner

Regie: Pınar Karabulut 
Premiere: 23. Mai 2019 
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 

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Zum Inhalt: Für die heilige Julia am Kreuze – geheiligt sei dein Name, dein Reich komme nicht, dein Wille geschehe nicht, nicht im Himmel, nicht auf Erden, für die Schnecken, wegen Lohnungleichheit, für und wegen der Tretmühlen weiblichen Begehrens, für das Narrativ der frustrierten Lesben, für Burschenschaften, für Frauen über 55 (sogenannte Neutren), für Sonnenstrahlen auf kahlrasierten Häuptern, für blutige Innereien, für Festmähler, für Hildegard von Bingen, für Wetterschwankungen, für dich, sie, es, ihn, für uns.
Darstellende: Viele. Viele Quotenfrauen. Weniger bis keine Quotenmänner.
Es ist zu einer ewigen blauen Stunde.

Mit: Elmira Bahrami, Malick Bauer, Paula Kober, Skye MacDonald, Linda Vaher

Regie: Pınar Karabulut
Text: Katja Brunner
Bühne: Franziska Harm
Kostüme: Johanna Stenzel
Musik: Daniel Murena
Licht: Denise Potratz
Dramaturgie: Degna Martens, Hannah Schünemann


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Die popfeministische Austreibung des Hodenclubs
  · 17.06.19
''Brunners Stück heißt Die Hand ist ein einsamer Jäger, wobei hier gleich zu Beginn klar wird, dass diese jagende Hand gar nicht so einsam ist, eher das sie verfolgende Wild, das wie in Wedekinds Lulu weiblichen Geschlechts ist und in einer Discoszene die nicht eingeladene Hand eines der männlichen Jäger in ihrer Hose fühlt. Zuvor wird jedoch noch die Göttin der Vulva in einem Spiegelschrein angebetet, die später noch Hostien und Absolution verteilen wird. Doch bevor es irgendwann am Ende des Abends „Tschüss Mann“ heißt, geht Frau hier buchstäblich durch die Hölle der patriarchalen Unterdrückung, die von ihr ständige Verfügbarkeit, Reduktion auf den Körper und die Anpassung an die Mutterrolle verlangt. Dass das nicht ganz ohne Ironie vonstattengeht, versteht sich fast schon von selbst. Brunners Stück kommt dabei als moderne Textfläche ohne Rollenzuschreibung daher, weswegen die fünf DarstellerInnen Elmira Bahrami, Malick Bauer, Paula Kober, Skye MacDonald und Linda Vaher auch in fast identischen Tennisoutfits mit Langhaarperücken auftreten. (...)

Ein körperbetontes Sportstück halt mit Sicht auf die sich stetig bemühende Frau, die gerade erst in Geburtswehen zur Welt gebracht und auf die Beine gestellt, sich am Ende doch nur bei all denen bedankt, die ihr beigebracht haben, nicht nein zu sagen. Der Stachel der Minderwertigkeit sitzt tief. Die Befreiung kommt dafür umso heftiger. Das Misozooikum, Zeitalter der Alpha-Äffchen, wird ausgeläutet. Mit Pop-Feminismus gegen die alten Silberrücken. Als Einstand und Vorgeschmack auf die nächsten zwei Jahre reicht das durchaus. Nun muss das große Haus entsprechend nachziehen.'' schreibt Stefan Bock am 17. Juni 2019 auf KULTURA-EXTRA
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Starker Text, popfeministisch umtänzelt
  · 24.05.19
Katja Brunners feministischer Rundumschlag „Die Hand ist ein einsamer Jäger“ zählt zu den zeitgenössischen Stücktexten, die wirklich etwas zu sagen haben. Manchmal ist ihr Text zu sprunghaft-assoziativ, aber viele Passagen sind stark. Der Monolog von der übergriffigen Hand, die in die Hose eindringt, gehört auf jeden Fall dazu. Auch der Chor der Bulimikerinnen, der in einem Stakkato-Wortschwall in den Gender Gap kotzt und dabei auf der Bühne von Linda Vaher mit unnachahmlich irrem Blick, der jedem Zombie-Splatter-Film Ehre machen würde, ist hier unbedingt zu nennen.

Da die Schweizer Autorin keine Unbekannte ist und beispielsweise auch schon mit dem Mülheimer Dramatikerpreis (2013 für „Von den Beinen zu kurz“) ausgezeichnet wurde, verwundert es, dass ihr neuer Text längere Zeit herumlag, bevor ihn Pinar Karabulut zur Uraufführung brachte. Der Stücktext „Die Hand ist ein einsamer Jäger“ muss sich garantiert nicht verstecken, hat deutlich mehr Substanz als die Uraufführungen von Moritz Rinke oder Ferdinand Schmalz, die am DT in dieser Spielzeit zu erleben waren, und vom Autorenprogramm des Berliner Ensembles trennt ihn ein Klassenunterschied.

Karabulut bekam den Text, der auch auf großer Bühne bestehen könnte, bei der Uraufführung im 3. Stock der Volksbühne nicht richtig in den Griff. Popfeministisch umtänzeln ihn die jungen Spieler*innen, zwei von ihnen (Malik Bauer und Paula Kober) gehören zum neuen Ensemble sehen, das Klaus Dörr vorgestellt hat.

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