Volksbühne
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    Rosa-Luxemburg-Platz - 
    10178 Berlin
    Telefon: 030 24065777
    SPIELPLAN & KARTEN

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    Hallelujah (Ein Reservat)



    Bewertung und Kritik zu

    HALLELUJAH (EIN RESERVAT) 
    von Christoph Marthaler und Ensemble (Uraufführung)
    Regie: Christoph Marthaler 
    Premiere: 18. Februar 2016 
    Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

    Der Spree-Freizeitpark im Plänterwald mit Dinosaurier, Riesenrad, Teichen, Brücken und Bootshäuschen wurde 1969 in der DDR gegründet. Nach der Wende übernahm ihn ein privater Investor. Daraufhin kostete die Freizeit 18 DM Eintritt, erinnert sich Lilith Stangenberg, die als Schülerin über die Mauer stieg, um in den Attraktionen zu spielen. Viele Geschichten gibt es über den Spreepark: Als in den Rohren einer neuen Achterbahn viele Kilo Kokain gefunden wurden, habe der neue Besitzer sich nach Südamerika abgesetzt. Sein Sohn kam ins Gefängnis. Der Freizeitpark war bankrott und wurde geschlossen. Das Gelände dämmert seitdem vor sich hin. Die still gelegten Attraktionen sind von Natur überwuchert. Manchmal bewegt sich das Riesenrad, wenn es windig ist. Man kann es hören. Auf ein still gelegtes Vergnügungsgelände richten sich unterschiedliche Wünsche. Drogen wurden dort verkauft, ehemalige Mitarbeiter wohnten in den leer stehenden Attraktionen. Dann wurde der Park abgesperrt, so dass Anna Viebrock den Dinosaurier nicht von dort mitnehmen und in die Volksbühne tragen konnte. 

    Regie: Christoph Marthaler
    Bühne: Anna Viebrock
    Kostüme: Anna Viebrock
    Licht: Henning Streck
    Musikalische Leitung: Clemens Sienknecht
    Regie-Mitarbeit: Gerhard Alt
    Ton: Klaus Dobbrick
    Dramaturgie: Stefanie Carp, Malte Ubenauf

    Spieldauer: 2 Stunden 15 Minuten


    WIR EMPFEHLEN

     
    Meinung der Presse zu „Hallelujah (Ein Reservat)“ - Volksbühne


    rbb
    ★★★☆☆

    taz
    ★★★☆☆

    nachtkritik
    ★★★★☆

    Berliner Zeitung
    ★★★★★

    Der Tagesspiegel
    ★★★☆☆

    Zitty
    ★★★☆☆

    tip
    ★★★★☆

    3.0 von 5 Sterne
    • 5 star
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    • 4 star
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    • 1 star
      1
    hallelujah eher nicht, aber viel kauziges für müßiggänger
    6 years ago
    Kritik

    marthaler - master of müßiggang. schon bei tessa blomstedt entstand irgendwann dieser regieschläfrige sog. der aber bei "hallelujah" wirklich einsetzte. anna viebrock karrte auch für diese stück die requisiten heran, wählte die kostüme aus und verpasste der volksbühnenbühne den spröden look. es ist plänterwald, der freizeitpark der vergangenheit ist erstarrt. ein riesiger unkaputtbarer dino ragt vom boden, eine scheppernde abgeblätterte treppe führt in die höhe und hinab. das irgendwie-zentrum in diesem aus der zeit gefallenen reservat ist ein kassenhäuschen, in dem eine ungemütliche ältere dame abweisend thront ("hinten anstellen!"). das ensemble trippelt wieder, wird zu einer gruppe verlorener, jeder ist eine "ehemalige" figur. zeitreise nach damals, die erstarrt ist. im freizeitpark, den niemand verlassen wird in den nächsten zwei stunden. trost findet sich in hinreißenden countrysongs. die muss man gar nicht mögen, aber in "hallelujah" dürfen sie wirken und blühen. sängerin tora augestad füllt den riesigen saal mit kitschigen songperlen, die stimme glockenhell. die musiker hardy kayser und clemens sienknecht sind die schräge mini-band. film-newcomerin lilith stangenberg ("wild" von krebitz) ist wieder mit dabei und teilt monoton mit, dass sie eine dauerkarte für den park besitzt und seltsamerweise hier auch wohnt. neid löst sie damit nicht aus.

    marc bodnar, französischer schauspieler mit strammen bauch, schmieriger frisur und null scheu, seine rolle extrovertiert und komisch auszuleben, zitiert den oberindianer pierre brice/winnetou aber auch mal karl may, auf französisch. das ostdeutsche pendant dean reed findet heute auch seinen platz in amerikanisch-wohlfeilen zitaten.

    irgendwie trostlos dieser schauplatz, irgendwie liebenswürdig diese figuren. man muss sich der entschleunigten regie hingeben, sonst wird man ziemlich müde. immer wieder reißt ein country-song die statischen statisten in die hoffnung zurück, lässt lustiges zu, trauriges und träume. ein kauziger abend.

     

    (weniger skurril ist die neubestuhlung in der volksbühne. nachdem die verplüschten reihen entsorgt wurden, beton vergossen, sitzt man nun als erwachsener auf plastikstühlen im kindergartenformat. die überelastischen nur halbhohen rückenlehnen lassen kaum entspanntes sitzen zu. und das bei einem millionen-budget.)

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    Fader Abend an der Volksbühne
    7 years ago
    Kritik
    Zwischen den Countrysongs der norwegischen Sopranistin Tora Augestad schleppt sich der Abend uninspiriert dahin. Auch bewährte Volksbühnenkräfte wie Patrick Güldenberg (als „Verirrter“) und Lilith Stangenberg bleiben blass, obwohl vor allem ihre Rolle als „Dauerkartenbesitzerin“ das Potenzial für einen skurril-vergnüglichen Marthaler-Abend gehabt hätte. Ihre Auftritte gehen zwischen den lieblos aneinandergepappten Miniaturen unter. Anna Viebrock baute für Marthaler zwar wieder ein sehenswertes Bühnenbild: im Zentrum des Gerümpels platzierte sie einen umgefallenen Dinosaurier aus dem ehemaligen, längst geschlossenen Vergnügnugspark im Südosten Berlins. Ansonsten herrschen aber Tristesse und Einfallslosigkeit auf der Bühne.  Weiterlesen
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    Indianistik
    7 years ago
    Kritik
    ''Stefanie Carp und Malte Ubenauf, die beiden Dramaturgen dieses neuen Marthalerprojektes, stückelten zig O-Zitate aus zig O-Texten von zig O-Texturhebern zusammen und vermeinten so, ihrem so eigentlichen Grundthema "Schweizer im Wilden Osten" zu begegnen. Das geriet etwas behäbig und ging nur in groben Zügen auf: Urschweizer Ueli Jäggi fasst das Alles wenigstens in einen monologisch abgefassten Rahmen, wonach er sich als Investor für 'nen neuen Plänterwald nach disneyländisch anmutenden Mustern ausgibt - darum ging es also? oder doch nun wieder nicht??  Auf alle Fälle kriegten alle Stars der Marthalerfamilie inkl. Gäste (Patrich Güldenberg und Lilith Stangenberg z.B.) jeweils einen großen Auftritt, mindestens. Klavier- und Keyboard-Hauptstar Clemens Sienknecht hatte die musikalischen Fäden in der Hand, und Hardy Kayser spielte die Gitarre.  Viel, viel (zu viel) Country übrigens den lieben, langen Abend lang.'' schreibt Andre Sokolowski am 28. Februar 2016 auf KULTURA-EXTRA
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