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Bewertung und Kritik zu

DES MENSCHEN UNTERHALTSPROZESS GEGEN GOTT
nach Calderón
Regie: Christian Filips 
Premiere: 25. November 2018 
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 

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Zum Inhalt: Stunde Null? Es wird Gericht gehalten. Überall steht der verschuldete Mensch vor Gericht. Jetzt auch in diesem Theater! Was sind die historischen Quellen der Vermarktung von Terror & Tribunal vor Publikum (heute etwa bei Schirach & Rau)? Die Sing-Akademie zu Berlin entdeckt ein unbekanntes Funkoratorium von Bernd Alois Zimmermann neu, das die Rollen umkehrt: Hier steht Gott selber vor Gericht. Adam, der erste Mensch, fordert seine Alimente ein, nachdem er aus dem Paradies geworfen wurde. Das Funkoratorium geht auf Calderón de la Barcas allegorisches Auto Sacramental Los alimentos del hombre (1676) zurück. Die nur zu Fronleichnam 1952 einmal im Nordwestdeutschen Rundfunk gesendete, dann in den Archiven verschwundene Prozessionsmusik sollte der Entnazifizierung und Rekatholisierung der deutschen Jugend des Rheinlands dienen. Zimmermann, der 2018 seinen 100. Geburtstag feiern würde, gilt heute als „an essential and prophetic voice in the history of 20th-century music“ (The Guardian). In seinem frühen Funkoratorium experimen­tiert er mit den gigantischen Chor- und Orchesterapparaten der totalitären Systeme und kontrastiert sie mit Jazz- und Weltmusik, französischem Impressionismus, elektronischer Musik und frühen Verfahren der Collage und Dècollage. Die Allegorien der Jahreszeiten eilen dem gefallenen Adam mit Hammer und Sichel zu Hilfe. Das Welttheater der Renaissance trifft auf sowjetisches Agitgerichtstheater der Zwanziger Jahre (Gericht gegen Gott, Rezvuskin) und die Nürnberger Prozesse der Nachkriegs­zeit. Wie sich die Selbstjustiz sozialer Netzwerke darin spiegelt? Das wird die „Kugelgestalt der Zeit“ erweisen: „Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit werden vertauschbar.“ (B.A. Zimmermann).

Mit: Kenan Abouaasi, Nawras Ali, Susanne Bredehöft, Margarita Breitkreiz, Samia Dauenhauer, Aniol Canet Kirberg, Ariel Nil Levy, Silvia Rieger, Elias Schockel, Mex Schlüpfer, stefanpaul, Hubert Wild, Ensemble PHØNIX16, Haupt- und Mädchenchor der Sing-Akademie zu Berlin, Kammersymphonie Berlin

Regie: Christian Filips
Musikalische Leitung: Kai-Uwe Jirka
Bühne: Nina Peller
Kostüme: Marwa Younes Almokbel, Christian Filips, Kostüm-Abteilung
Dramaturgie: Sabine Zielke
Mitarbeit an Buch / Konzeption: Luise Meier


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Trojanisches Pferd
  · 27.11.18
''Nina Peller hat ein überdimensionales, allerdings das Stück an sich nicht weiter kommentierendes, Trojanisches Pferd aus schönem hellem Holz auf die Drehbühne gestellt; auf ihm sieht man dann ab und zu mal einen Menschen stehen - beispielsweise Hubert Wild (als Johannes der Täufer) oder Kenan Abouaasi (als, auch arabisch singenden, Emanuel). 

Und Christian Fillips, der Regie führte, bemühte sich zudem sehr engagiert, das insgesamte Personal möglichst im ganzen Saal der Volksbühne (also auch in den Gängen und/oder im Rang) sprechen & singen zu lassen - sogar draußen vor der Tür, weit über eine halbe Stunde vor Beginn der Aufführung, wurde gespielt, und die sich in der Kälte abgeplagt habenden Schauspieler verübten dort ihr Gericht über Gott - Die erste Revision frei nach Jakov Rezvuskin. 

Sehr spektakelig das Alles. Und der Riesenaufwand für gerade mal 2 Darbietungen??'' schreibt Andre Sokolowski am 28. November 2018 auf KULTURA-EXTRA
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