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Bewertung und Kritik zu

KEINER FINDET SICH SCHÖN 
von René Pollesch
Regie: René Pollesch 
Premiere vom 25. Juni 2015 
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

„Wenn ich im Garten bleibe, sehe ich vielleicht, wie zwei alte Freundinnen am Gartenzaun halt machen, und man unterhält sich zwei Stunden und danach denkt man, genauso kaputt wie bei diesem Gespräch war man auch früher, als man die Liebe nicht hatte. Hätte man dabei Drogen genommen und geraucht, dann hätte man wenigstens sich selber genießen können. Oder ich bleibe nicht im Garten, sondern treffe eine Praktikantin, die ich das letzte Mal sah, als jemand mit einem Prestigeberuf dachte, man könnte sein Kackaussehen damit kompensieren und jemanden wie sie flachlegen. Die checken das eben nicht, dass das nicht geht. Obwohl sie doch andererseits wissen: „Mich Stück Scheiße, wie soll man mich denn lieben können?“ Was sagt uns das, dass die Leben so oder ganz anders hätten verlaufen können? Irgendwas ist ja dran an diesem Gedanken, dass uns banale Entscheidungen da hin oder da hin werfen können, obwohl wir ja wissen, dass wir 60 Jahre später, wenn wir unsere High Heels wegwerfen, ganz genau wissen, dass es nur den einen Strang gab, der uns hätte glücklich werden lassen können. Nur den einen. Weil eben eine Ewigkeit in der Zeit nur mit diesem Zufall hinzukriegen ist, mit diesem ‚fast nichts’. Aber das ist es dann eben: die Ewigkeit.

Text und Regie: René Pollesch
Bühne: Bert Neumann
Kostüme: Tabea Braun
Licht: Frank Novak
Ton: Tobias Gringel, William Minke
Souffleuse: Katharina Popov
Dramaturgie: Anna Heesen

Dauer: 1 Stunde 20 Minuten


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Keiner findet sich schön - Ich mich auch nicht
  · 14.12.16
Eine ''Rest-Zeit-Story'' über die Unwägbarkeiten jeder getroffenen und vermiedenen Entscheidung, über das Altwerden, die Liebessehnsucht und den Liebesschmerz, die banalster Kitsch wäre, wenn der Text nicht so präzise mäandern würde, Hinrichs nicht so schön sprechsänge. Er erinnert mich ein wenig an Eberhard Esche, wenn den noch jemand erinnert. Und das tut er scheinbar unterspannt und privat, aber trotzdem ist in dem Riesenkasten Volksbühne jedes Wort zu hören. Und weil die Jüngeren im Saal kichern, als wären sie erwischt worden.
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Was bleibt, wenn Hinrichs und Pollesch mit 60 die High Heels ausziehen?
  · 08.06.15
Spätestens wenn man mit 60 Jahren die High Heels in die Ecke stellt und Bilanz zieht, erkennt man: Zwischen diesen ganzen „Kackentscheidungen“ findet gar kein Leben mehr statt. In wechselnden Konstellationen drehen wir uns im Kreis und haben die richtige Abzweigung verpasst.
Diese starke Dosis Weltschmerz aus dem Hause Pollesch/Hinrichs versinkt nicht in Melancholie, sondern ist mit vielen Pointen und treffenden Beobachtungen so gut abgeschmeckt, dass sich das Publikum im ausverkauften Haus amüsiert und am Ende begeistert applaudiert.
Wenn Fabian Hinrichs und René Pollesch zum Ende der Ära Castorf die High Heels an den Nagel und tatsächlich nach Schweinfurt abwandern sollten, würden sie große Fußspuren hinterlassen. Ein solches Event wie dieses Duo muss man erst mal auf die ganz in „Stars and Stripes“-gehüllten Bretter der Volksbühne zaubern. Weiterlesen
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