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Bewertung und Kritik zu

ENFANT 
von Boris Charmatz
Choreografie: Boris Charmatz 
Premiere: 21. Juni 2018 
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

Zum Inhalt: Mit enfant sorgte der französische Tänzer und Choreograf 2011 international für Aufsehen. Diese Wiederaufnahme der Originalversion beginnt mit einem unheimlichen Maschinenballett und endet fast ausgelassen. Kinder rennen, zucken, singen, springen und toben. Und katapultieren sich damit aus einem schaurig schönen Experiment, das auch an die Phantome verschleppter Kinder erinnern möchte und an die Kindheit des Vaters des Choreografen auf der Flucht vor den Nazis. enfant (Kind) gehört zu den intensivsten, aufwühlendsten Tanzstücken des 21. Jahrhunderts. Mal lärmend, mal lautlos, zwingt es den Blick schonungslos auf unser Verhältnis zum Wesen des Kindes. Was, fragt Charmatz, ist aus unserem Blick auf Kinder geworden?

Tänzer*innen: Nuno Bizarro, Matthieu Burner, Ashley Chen, Olga Dukhovnaya, Julien Gallée-Ferré, Peggy Grelat, Maud Le Pladec, Thierry Micouin, Solène Wachter
Kinder: Maribelle Bakowski, June Conlin, Mathis Eberhard, Julia Frank, Anna-Maria Ignatushchenko, Larissa Malie Jentsch, Milo Josefsohn, Ruby Mellahn, Max Pohl, Lukas Amaru Runkewitz, Gabriel Schoch, Chloe Stephens, Tom Theiler, Zoe Willens, Elijas Willens

Choreografie: Boris Charmatz
Bühnenmaschinen: Artefact, Frédéric Vannieuwenhuyse, Alexandre Diaz
Kostüme: Laure Fonvieille
Licht: Yves Godin
Ton: Olivier Renouf
Dudelsack: Erwan Keravec


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Unerbittlich und düster
  · 21.06.18
Unerbittlich packt der Greifarm die reglosen Kinderkörper, einen nach dem anderen. Wie in Einar Schleefs legendärer „Sportstück“-Inszenierung baumeln sie kopfüber am Fangarm des Roboters. Ein brutales, kaum auszuhaltendes Einstiegsbild: Kinder, die wie Schlachtvieh am Fleischerhaken aufgehängt sind.

Bereits 2011 wurde dieser Tanzabend zur Eröffnung des renommierten Festivals in Avignon uraufgeführt, ausgerechnet im Papstapalast und ausgerechnet ein Jahr nach dem Höhepunkt der Enthüllungen über den Missbrauch der katholischen Kirche. Der zweite Referenzpunkt dieser Choreographie sind die KZ-Transporte, die vom Scheunenviertel rund um die Volksbühne und von der Jüdischen Mädchenschule in der Auguststraße in die Vernichtungslager führten.

„enfant“ ist ein kurzer, mit mechanischer Wucht unerbittlich abrollender Abend, der in schwer auszuhaltenden, streckenweise auch sehr monotonen Szenen vom Leiden geschundener und missbrauchter Kinder erzählt. Die Arbeit des Haus-Choreographen Boris Charmatz der Volksbühne hinterlässt zwiespältige Eindrücke.

Die Aufführung polarisiert: In Berlin stehende Ovationen, wie man sie am Rosa-Luxemburg-Platz zuletzt in den finalen Tagen der Castorf-Ära erlebte. Von der Deutschland-Premiere bei der Ruhrtriennale in Bochum 2012 berichtete „Die deutsche Bühne“, dass es „Aufhören“-Zwischenrufe und laute Buhs am Ende gab.

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10178 Berlin
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