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Bewertung und Kritik zu

GEFALLE, DU SCHÖNE
inspiriert von „Guten Morgen, du Schöne“ von Maxi Wander
 
Regie: Amina Gusner 
Premiere: 4. Mai 2018 
Theater unterm Dach, Berlin
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Zum Inhalt: Inspiriert von Maxi Wanders Buch „Guten Morgen, du Schöne“ (1977) entsteht, 40 Jahre später, ein Theaterstück auf der Basis von Interviewprotokollen mit Frauen heute. 
Amina Gusner verwebt diese Zeugnisse mit Zitaten von Maxi Wander, Ingrid Lausund, Elfriede Jelinek, Virginia Woolf und eigenen Texten zu einer Collage und lässt Frauen erzählen, wie sie sich selbst sehen und wahrgenommen fühlen. 
Der Abend spielt mit Klischees und Stereotypen, mit Fremd- und Selbstbildern und dem, womit sich Frauen auch aktuell immer noch auseinandersetzen müssen.

mit Inga Wolff, Franziska Kleinert und Studentinnen des ETI  

Idee / Textentwicklung / Regie: Amina Gusner 
Ausstattung: Inken Gusner


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Recherchetheaterabend
  · 08.05.18
''Dass Frauen zum größten Teil über das Aussehen, die Figur, Kleidung und den Habitus definiert werden, ist traurige Wahrheit nicht nur einer Gesellschaft im Schönheits- und Selbstoptimierungswahn, sondern auch eines immer noch traditionell patriarchal bestimmten Frauenbilds mit klar definierten Rollenzuschreibungen. Küche, Körper, Kind heißt da zumeist noch die weibliche Dreifaltigkeit. Karriere bedeutet oft genug Verzicht und setzt Frauen häufiger einem Rechtfertigungsdruck aus, dem sich nicht zu beugen es viel Kraft bedarf. 

Und da machen sich die Frauen durchaus auch untereinander das Leben schwer. In kleinen Spielszenen entwickelt sich nun ein reger Schlagabtausch der Gedanken und Erfahrungen, wobei die Frauen mal lustvoll, mal tragisch aber immer auch mit viel Humor weibliche Klischees und Stereotypen durchackern. Nach den Körperwahrnehmungen beschäftigt sich das Frauenensemble mit den Erinnerungen an die Väter, deren Rolle in der Familie, schwierigen Tochter-Mütter-Beziehungen sowie der eigenen Position zu Job, Karriere, Kinderkriegen. Nichts wird ausgelassen, auch nicht ein Gespräch einer Tochter mit ihrer Mutter über die Schwester, die nach einem nächtlichen sexuellen Übergriff Tabletten nimmt. Auch hier werden traditionelle Ansichten und Schuldgefühle über Generationen in weiblicher Linie übertragen. Selbst nach dem Tod der Mutter bleibt die Verantwortung für die Haushaltsauflösung bei der Schwester, weil der Bruder keine Zeit dafür hat. 

Zumeist ist es doch die Frau, die sich bereitwillig um alles kümmert und die Schuld für gescheiterte Ehen, eine schlechte Mutter zu sein oder persönliche Unzulänglichkeiten annimmt. Preise gewinnt frau damit sicher nicht. Umso erlösender ist dann die „f**k“-Rede von Anna Stock, die in einer gespielten Dankesrede zu einer fiktiven Oscarverleihung über ihre wahren Gefühle spricht. Auch wenn sich Amina Gusner, die auch Mitgründerin des Vereins „Pro Quote Bühne“ ist, nicht direkt auf aktuelle Debatten bezieht, ist ihre Textzusammenstellung durchaus repräsentativ für das vorherrschende Bild der Frau in unserer Gesellschaft.'' schreibt Stefan Bock am 9. Mai 2018 auf KULTURA-EXTRA
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