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Bewertung und Kritik zu

TRISTAN UND ISOLDE
von Richard Wagner
Regie: Dmitri Tcherniakov
Premiere: 11. Februar 2018 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
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Zum Inhalt: Obwohl Tristan einst ihren Verlobten enthauptete, hat die irische Königstochter Isolde dem Neffen des verfeindeten Königs von Cornwall das Leben gerettet und sich in ihn verliebt. Zwar erwidert Tristan insgeheim ihre Liebe, doch aus Pflichtgefühl betreibt er nun die Zwangsverheiratung Isoldes mit König Marke. Zutiefst gedemütigt will sie ihrem Leben ein Ende setzen und Tristan mit sich in den Tod reißen. Da er seinen Gefühlen für Isolde entkommen will, trinken beide freiwillig von einem vermeintlichen Todestrank. Sich dem Tode nahe wähnend gestehen sie einander ihre verbotene Liebe. Von unerfüllter Sehnsucht und Verlangen nach einander gequält müssen beide weiterleben, wünschen sich nun aber erst recht die Vereinigung im Tod herbei …
Inspiriert von der Philosophie Schopenhauers adaptierte Richard Wagner in den 1850er Jahren das mittelalterliche Tristan-Epos und schuf eine Musik, die die übermächtigen Emotionen und Gedankenströme der Protagonisten weit mehr in den Vordergrund rückt als jede andere Oper zuvor. In extremer Konzentration auf das Innerste der kaum noch handelnden Akteure verhalf er seiner beinah sinfonisch anmutenden Musik zu größter Entfaltung und Selbstständigkeit. Mittels ausgeprägter Chromatik und hoch avancierter Harmonik, sowie durch strikten Verzicht auf formale Zäsuren schuf Wagner eine hocherotische Musik, eine »unendliche Melodie« voll glühender Spannungen. Ebenso wie die stetig wachsende, alles verzehrende Sehnsucht der beiden Titelgestalten drängt sie immer schmerzlicher nach Auflösung (bzw. Erlösung), die kaum je gewährt wird.

Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung, Bühnenbild: Dmitri Tcherniakov

Kostüme: Elena Zaytseva
Licht: Gleb Filshtinsky
Video: Tieni Burkhalter
Einstudierung Chor: Raymond Hughes
Dramaturgie: Detlef Giese


 
Meinung der Presse zu „Tristan und Isolde“

Staatsoper Unter den Linden


FAZ
★★★★★

Süddeutsche Zeitung
★★★★☆


BR KLASSIK
Tristan liest Schopenhauer


Berliner Morgenpost

"Tristan und Isolde" als Psychodrama
an der Staatsoper


Welt
★★☆☆☆

"Tristan und Isolde" erste
große Premiere an Staatsoper


tip
★★☆☆☆

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3.5/5 Insgesamt 8 Bewertungen (1 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Barenboims dritter Tristan unter´n Linden
  · 16.02.18
''Beim Tristan - wo es auch, was Wagner höchstpersönlich anbelangt, um (s)eine sexuale Abarbeitung von Mathilde Wesendonck, also der Dame zwischen Minna Planer sowie Cosima von Bülow, interaktional gegangen war - vermag der "Kenner" schon so ein gewisses Maß erotischer Verlautbarung zu implizieren; jene kommt natürlich und ganz selbstverständlich durch das Traumpaar Staatskapelle/Barenboim klanglich zum Tragen. Beim Tcherniakov allerdings gibt's sowas nicht; Isolde (Anja Kampe) wirkt wie Tristans Putzfrau, beispielsweise. Auch mit all diesen mehr oder weniger versteckten Queer-Beziehungen von König Marke (Stephen Milling), Kurwenal (Boaz Daniel), Melot (Stephan Rügamer) und Brangäne (Ekaterina Gubanova) zu T. & I. kann oder will er überhaupt nichts anfangen... 

Das einzige Geniestreichmäßige der insgesamt dann sterbenslangweiligen Aufführung: Kurz nachdem T. & I. den Liebestrank vereinleiben, verfallen sie in einen Lachkrampf - und das will uns sagen, dass sie ihre physiologische Verwandlung vollbewusstseinslustig aus- und nachzuleben sich imstande sehen oder so... Doch dieser hochgeniale Kurzeinfall hat in den beiden Folgeakten keine konzeptionellen Konsequenzen mehr; wie schade aber auch. 

Andreas Schager und sein phänomenal gesungener Tristan: zum Abknien!!'' schreibt Andre Sokolowski am 15. Februar 2018 auf KULTURA-EXTRA
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