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Bewertung und Kritik zu

MANON LESCAUT
von Giacomo Puccini
Regie: Jürgen Flimm 
Premiere: 4. Dezember 2016 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin

Zum Inhalt: Das Filmgeschäft ist, man weiß es oder ahnt es zumindest, eine Schlangengrube und ein Haifischbecken. Davon erzählt Jürgen Flimms Petersburger Inszenierung von Puccinis Oper »Manon Lescaut«, die für den italienischen Komponisten den künstlerischen Durchbruch bedeutete. Die junge, schöne Manon, von ihrem Bruder skrupellos ausgenutzt, gerät in die Fänge zwielichtiger Filmproduzenten, die allein dem schönen Schein verpflichtet sind. Nach einem steilen Aufstieg erlebt sie einen tiefen Fall. Allein die Liebe kann ihr noch Hoffnung geben, bevor sie ein tragisches Ende ereilt ‒ ein menschlich, allzumenschliches Schicksal inmitten einer Welt echter wie falscher Freuden und Leiden, pendelnd zwischen Euphorie und Verzweiflung.

Musikalische Leitung: Mikhail Tatarnikov
Inszenierung: Jürgen Flimm
Bühnenbild: George Tsypin
Kostüme: Ursula Kudrna
Choreographie: Gail Skrela
Licht: Olaf Freese, Alexander Kibitkin
Video: Robert Pflanz
Chor: Frank Flade
Spielleitung und Regieassistenz: Marcin Lakomicki
Regieassistenz: Yulia Prokhorova
Bühnenbildmitarbeit: Polina Liefers

Mit Anna Netrebko, Rolando Villazón, Alfredo Daza, Christof Fischesser, Remy Corazza u. a.

TRAILER


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Netrebko als Manon, 2007
  · 19.03.20
''Wunderbar klingt es aus dem Orchestergraben durch die Staatskapelle Berlin; und man wird sich mit einem Mal bewusst, dass Barenboim "seine" Franzosen, die er wahrlich gut beherrscht und prima abzufühlen in der Lage ist, bereits vor 13 Jahren oder mehr in petto hatte und noch immer hat. Es gab bedauerlicherweise keine deutschen Untertitelungen - musste man halt nochmal auf die Inhaltsangabe bei Wikipedia schauen, um sich diesen ganzen Quark der Handlung in Erinnerung zu rufen.

Und - - nach ca. einer halben Stunde unterm Kopfhörer war plötzlich Schluss; mein Internetanbieter meldete postwendend eine Störung. Technik, die begeistert. Aber szenisch hatte ich wohl nichts Entscheidendes verpasst; die Inszenierung Vincent Patersons, die ich bis dahin noch nicht kannte, wirkte schon beim Anblick ihrer ersten halben Stunde eindeutig vergessenswert; altmodisch, hektisch-aufgesetzt und vielzu menschenüberladen. Ja und ein Netrebko-Fan war ich noch nie gewesen, also kein Verlust an Zeit. Historisch abgehakt. schreibt Andre Sokolowski am 19. März 2020 auf KULTURA-EXTRA
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berauschend und sterbensschön
  · 01.01.17
mein letzter opernbesuch 2016: manon lescaut von herrn dramarausch puccini. mal wieder so aus neugier, und dann überwältigt von dem, was sich in zweieinhalb stunden mit pause aufblätterte. eine oper wie aus frollainwunders dramarauschträumen, jawohl. erfüllt von herrn puccini 1893. das ist 123 jahre her. und heute besetzt mit der russischen sopranistin anna nechaeva als manon lescaut. bei russischer sopranistin drängt sich natürlich stets die andere anna auf, die netrebko, die prompt parallel eine cd preist, auf der sie natürlich die manon ist und ihr zweiter gatte, yusif, den ungestümen lover gibt, wie zuvor in rom, als die liebe der beiden auf den brettern ausbrach. egal. anna n., also anna nechaeva, ist eine hinreißende manon der staatsoper, auch glutäugig und sinnlich, aber nicht so diven-drall und dominant. jürgen flimm inszenierte die vorlage in kooperation mit dem mikhailovsky theater sankt petersburg (premiere am 4.12.16) als ausstaffiertes drama in der kulisse eines aufgeregten hollywood-studios. mit etwas glitzer-kitsch, nostalgie und edelglanz. manons romeo, den renato, verkörpert der italiener riccardo massi. ein italiener, der den verliebten romeo gibt, eine russin, die eine sinnliche diva gibt. kann man als klischee benörgeln, funktioniert hier aber überfantastisch. massi ist ein tenor wie aus opernrauschträumen, das italienisch perlt und transportiert leid und liebe mit jeder samtenen silbe. sein charme ist warmherzig, sein sehnen echt. die liebliche anna nechaeva lässt sich in seine starken arme fallen und flieht zerrissen und kehrt anhänglich zurück und ist in ihren zweifeln berührend. doch sie wird zerbrechen an den intrigen des bruders und der rache des alten studiobosses, dessen reichtum und einfluss sie erst blendeten.
manon und renato werden verbannt, die innige liebe trägt sie noch ein stück des weges, dann zerbricht manon blass und kraftlos wirklich. sterbensschön! und hinreißend, und bitter.
betrüblicherweise gibt es aktuell keine weiteren aufführungstermine. kaum fiel der schwere vorhang, sehnte ich mich schon wieder nach der rauschhaften musik und diesem umwerfenden liebespaar mit den traumstimmen.
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Sinfonie statt Oper
  · 05.12.16
''Das Orchester ist fast durchgehend zu laut. Bei den schnellen und spielerischen Szenen verzichtet Tatarnikov auf Nuancen und Flexibilität, so dass aus dem Orchestergraben der Eindruck eines Musikautomaten herausklingt. Dass die Sängerinnen und Sänger da nur noch schreien konnten, war schnell klar.'' schreibt Andreas Göbel auf kulturradio.de
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