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    Médée



    Bewertung und Kritik zu 

    MÉDÉE 
    Marc-Antoine Charpentier
    Regie: Peter Sellars 
    Premiere: 19. November 2023 
    Staatsoper Unter den Linden Berlin

    Zum Inhalt: Schon unter den Zeitgenossen gab es Stimmen höchsten Lobes: Unzweifelhaft sei Marc-Antoine Charpentiers »Médée« dasjenige Werk nach dem Tode Lullys – dem Begründer der französischen Oper zur Zeit des Sonnenkönigs –, in dem ein besonderes Können zutage tritt.

    Viel könne man angesichts dieser »Médée« über die Kunst der Komposition lernen, über das organische Zusammenwirken von Text und Musik, über die Vergegenwärtigung eines vielschichtigen tragischen Geschehens, dessen Größe und Kraft unmittelbar zu berühren weiß. Charpentiers Oper ist in ihrer Verbindung von französischer Klassizität mit italienischer Melodienschönheit einzigartig, singulär auch in ihrem Ausdrucks- und Klangfarbenreichtum. Eine jede Figur gewinnt scharfes Profil, so wie auch das Drama selbst, das von Peter Sellars in Szene gesetzt wird, mit Brückenschlägen aus mythischer Zeit in die Gegenwart hinein, einmal mehr unterstreichend, wie aktuell und wirkungsmächtig die altgriechische Sagenwelt doch für uns ist.

    MUSIKALISCHE LEITUNG Simon Rattle
    INSZENIERUNG Peter Sellars
    BÜHNENBILD Frank Gehry
    KOSTÜME Camille Assaf
    LICHT James F. Ingalls
    EINSTUDIERUNG CHOR Dani Juris
    DRAMATURGIE Antonio Cuenca Ruiz


    WIR EMPFEHLEN

    3.5 von 5 Sterne
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    Große Namen und szenische Kargheit
    4 days ago
    Kritik

    So viel geballte Prominenz erlebt man selten an einem Opernabend: Peter Sellars führt Regie, von Frank Gehry stammt das Bühnenbild und Sir Simon Rattle dirigiert das Freiburger Barockorchester bei dieser „Médée“-Produktion für die Barocktage der Staatsoper Unter den Linden.

    Angesichts so glamouröser Namen fällt das Bühnenbild allerdings sehr karg aus: Gehry beschränkte sich auf Gaze-artige Vorhänge, zwei glitzernde Wolken, die sich auf das Stichwort im Prolog auf- und abbewegen, sowie Absperrgitter vorne an der Rampe. Diese Gitter stehen im Zentrum der Sellars-Lesart des Medea-Mythos: für ihn ist diese von Euripides bis Christa Wolf so unterschiedlich gedeutete Figur vor allem eine gedemütigte, in die Enge getriebene Migrantin. Mit Sturmhauben und voller Kampf-Montur treiben die Schergen des König von Korinth sie in die Enge, an den Rändern der Bühne werden   Medea (Magdalena Kožená) und ihre Kinder getrennt voneinander eingepfercht.

    An dem Abend, an dem Robert Habeck, Annalena Baerbock und Ricarda Lang mit vereinten Kräften in die Parteitags-Bütt müssen und mit dem Ende der Ampel-Koalition drohen, falls die Basis dem Antrag der Grünen Jugend zustimmt, der statt der „Ordnung“ vor allem die „Humanität“ betont, erzählt Sellars vom Schicksal einer rechtlosen Migrantin und reichert seine etwas schlichte Medea-Deutung mit zahlreichen O-Tönen von Aktivistinnen und Reporterinnen zum aktuellen Flucht- und Asyl-Diskurs im Programmheft an.

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    Médée von Charpentier
    11 days ago
    Kritik

    ''Das Szenische (Regie und Bühnenbild) tat insgesamt mehr als enttäuschen. Stararchitekt-Legende Gehry hatte links und rechts der Bühne jeweils eine durchsichtige Stoff-Installation herunterhängen lassen, wobei ich die rechte eher noch als das verwunsch'ne Glauke-Kleid mit durchscheinendem Blutadergeäst vermutet hätte, bei der linken allerdings fiel mir an Deutung überhaupt nichts ein, dazwischen senkten oder hoben sich drei wie aus einer dünnen Draht- oder Metallwolle geknäu'lte Schäfchenwolken; und ein stilisiertes Flugabwehrsystem fuhr auf sechs Rädern zweimal in das Bühnenbild hinein und wiederum hinaus.

    Und Sellars, der "seine" Médée zeitnah und schlichtgläubig im Flucht- oder Geflüchtetenmilieu ansiedelte, changierte bei seiner Personenführung zwischen altmodischen Auf- und Abgängen in Zeitlupe und hypertheatralischem Herumgefucht'le mit den Armen oder, wenn es etwas schneller gehen sollte, hektischem Herumgezucke der Beteiligten v.a. seitens der sportiv agierenden Statisterie-Mitglieder. Alles das (Regie und Bühnenbild) sah ziemlich kläglich aus, und Sellars - Gehry war erst gar nicht zur Premiere angereist - heimste hierfür zurecht wütende Buhs ein.''' schreibt Andre Sokolowski am 20. November 2023 auf KULTURA-EXTRA

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