Il Giustino

Bewertung und Kritik zu 

IL GIUSTINO 
von Antonio Vivaldi
Regie: Barbora Horáková 
Premiere: 20. November 2022 
Staatsoper Unter den Linden Berlin

Zum Inhalt: Liebe, Krieg und Gewalt, Erotik, Eifersucht und Intrigen, Machtgier, Mutproben und große Visionen: Mit »Il Giustino« entwirft Antonio Vivaldi ein actionreiches und affektgeladenes Bühnenspektakel über den Aufstieg des jungen Bauern Giustino an die Spitze der römischen Politik, in dem sich nicht nur byzantinische Heldinnen, sondern auch Bären, Meeresungeheuer und aus Gräbern sprechende Stimmen zu Wort melden.

In den 1920er Jahren ereignete sich die außergewöhnliche Wiederentdeckung einer großen Anzahl der von Vivaldi komponierten Opern, darunter auch »Il Giustino«. Der Fund der Manuskripte wirft ein neues Licht auf das Schaffen Vivaldis, der vor allem als Komponist von Instrumentalmusik des Barock Bekanntheit erfährt, als Opernkomponist aber weitgehend unbekannt ist. Nahezu einhundert einfallsreiche, kontrastierende Arien und Rezitative umfasst die Partitur, in die Vivaldi kunstvoll Zitate früherer Werke eingewoben hat.

Musikalische Leitung: René Jacobs
Inszenierung: Barbora Horáková
Bühnenbild: Thilo Ullrich
Kostüme: Eva-maria Van Acker
Licht: Sascha Zauner
Einstudierung Chor: Gerhard Polifka
Dramaturgie: Jana Beckmann


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Vivaldi als Opernkomponist, bitte mehr davon!
  · 21.11.22
''Qualitativ punktet die Aufführung in erster Linie, was das Musikalische betrifft, "schuld" hieran ist (wen wundert's) die Akademie für Alte Musik Berlin, das Vorzeigeensemble der neuen Bundesländer in puncto historische Aufführungspraxis; Jacobs hat mit ihm schon unzählige Male zusammengearbeitet.

Giustinos traumhaft schöne Arie "Hò nel petto un cor si forte" - um ein Beispiel unzufällig anzuführen - wird von einem Salterio, einer so genannten Kastenzither, deren Saiten entweder gezupft oder geschlagen werden, solistisch begleitet; Franziska Fleischanderl, die dieses selten gespielte Instrument beherrscht, sitzt gleichberechtigt neben dem Sänger auf dem Laufsteg vorm Orchestergraben und spielt ihm artig zu. Klingt irrsinnsschön und dient zudem als echter Hingucker. Auch das Ensemble-Finale "Doppo i nembi e le procelle" am Schluss des Dritten Akts (auch auf dem Laufsteg vorm Orchestergraben) macht dann nicht nur musikalisch, sondern auch rein optisch Spaß; das gesamte sängerische Personal steht aneinandergereiht, singt anbetungswürdig und verbreitet gute Laune.'' schreibt Andre Sokolowski am 21. November 2022 auf KULTURA-EXTRA
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