Così fan tutte

Bewertung und Kritik zu

COSÌ FAN TUTTE 
von Wolfgang Amadeus Mozart
Regie: Vincent Huguet 
Premiere: 3. Oktober 2021 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin

Zum Inhalt: Zwei Paare, die sich in unterschiedlichen Konstellationen finden, angetrieben von einer Wette um angebliche wie tatsächliche Untreue, stehen im Zentrum von Mozarts »Così fan tutte« (»So machen’s alle«) mit dem prägnanten Untertitel »La scuola degli amanti« (»Die Schule der Liebenden«). Der geistreiche Text des Librettisten Lorenzo Da Ponte hat den versierten Opernkomponisten Mozart zu einer ebenso gedankentiefen Musik animiert.

Nach »Le nozze di Figaro« und »Don Giovanni« arbeiteten Mozart und Da Ponte 1789/90 mit »Così fan tutte« das dritte Mal zusammen. Erstmals entwarf dabei der Wiener Hofpoet ein Sujet aus eigener Erfindung heraus. Mozart bot es zahlreiche Anknüpfungspunkte für die originelle Ausgestaltung von Arien, Duetten, Terzetten und anderen Ensemblesätzen, bis hin zu den beiden großen Finali. In diesem fein gegliederten Kammerspiel zeigt sich seine ohnehin staunenswerte musikalische Charakterisierungskunst auf einer neuen Höhe, mit einer Vielzahl unterschiedlichster Ausdrucksmomente. Moral und Morallosigkeit werden thematisiert, nicht nur im philosophischen Diskurs, sondern in erster Linie im Handeln von lebensechten Figuren, die auf dem schmalen Grat von Wahrheit und Täuschung agieren. Mit der Produktion von Mozarts letzter komischer Oper in italienischer Sprache geben der junge französische Regisseur Vincent Huguet und Daniel Barenboim den Auftakt zu einem neuen Da-Ponte-Zyklus an der Staatsoper Unter den Linden.

Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung: Vincent Huguet
Bühnenbild: Aurélie Maestre
Kostüme: Clémence Pernoud
Licht: Irene Selka
Choreinstudierung: Martin Wright
Dramaturgie: Louis Geisler


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Das Beste war das bisschen FKK
  · 04.10.21
''Fiordiligi (Federica Lombardi) und Dorabella (Marina Viotti) bewohnen an den Berghängen des Vesuv eine respektable Finca mit Veranda und Balkon und Blick zum Meer; wahrscheinlich sind sie von Geburt her reich oder gehen im wahren Leben irgendwelchen hochbezahlten Jobs nach. Die zwei eindringlichen Draufgänger, die sich unter der "Anleitung" von Don Alfonso (Lucio Gallo) einen Spaß draus machen die Brauttreue ihrer beiden Bräute auszutesten, werden von den Frauen nicht als Guglielmo (Gyula Orendt) und Ferrando (Paolo Fanale) erkannt, zumindest nicht sogleich; dass die zwei Typen ebenso zu wohlbetuchten Tunichtguten zählen, wird im 2. Akt "plausibel", als man sie (und ihre beiden Bräute) auf 'ner Yacht im Mittelmeer ausmacht, ja und entweder haben sie die Yacht geliehen oder einer von den beiden ist halt der Besitzer-Kapitän von ihr... Auch mieten sich die Freundinnen für ihren Garten oder den Vulkanascheprivatstrand so ein leckres Pärchen, das, für ihre optische Vergnügung, FKK vorspielt - das ist dann übrigens das Einzige, was aus der stinklangweiligen und stumpfsinnigen Inszenierung als Erinnerungsmoment'chen sinnlich haften bleibt.

Man sah und sieht also, dem Regisseur fiel nichts besonders Schlüssiges oder gar (außer jenem winzigkleinen FKK-Moment) besonders Aufregendes zu Mozarts Così fan tutte ein; und somit schließen wir dieses nicht zielführende Randkapitel zu der neuen Produktion und tun nur noch, also ganz kurz, vermelden, dass die sängerischen Leistungen passabel waren, ganz zuvörderst freilich die von der Lombardi.'' schreibt Andre Sokolowski am 4. Oktober 2021 auf KULTURA-EXTRA
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