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Bewertung und Kritik zu

IL PRIMO OMICIDIO
Alessandro Scarlatti
Regie: Romeo Castellucci 
Premiere: 1. November 2019 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin 

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Zum Inhalt: Das Böse kennt keinen Trost. Kain erschlägt seinen Bruder Abel und begeht damit den ersten Mord in der Geschichte der Menschheit. Die Empfindung von Neid, Ungleichheit und Ungerechtigkeit als Ursprung unmoralischen Handelns und Selbstjustiz ist das Thema von »Il Primo Omicidio«. In der Inszenierung von Romeo Castellucci wird das selten aufgeführte Werk zur Meditation über die Bedingung des Menschseins.

Die Arbeiten des italienischen Regisseurs sind geprägt von einer kraftvoll suggestiven Bildsprache, in welcher Musik, Licht und Bildende Kunst miteinander verschmelzen. Mit dem 1707 in Venedig uraufgeführten Oratorium »Il Primo Omicidio ovvero Caino« von Alessandro Scarlatti setzt sich Castellucci nach »Moses und Aron« erneut mit einem biblischen Stoff auseinander: die Geschichte von Kain und Abel steht im Zentrum des Librettos von Pietro Ottoboni, das die Konsequenzen der Vertreibung aus dem Paradies weiter schreibt. Der italienische Komponist Alessandro Scarlatti gilt mit seinem vielfältigen Œuvre als wegweisender Reformer der Barockmusik, der viele seiner Zeitgenossen dazu inspirierte, neue musikalische Wege zu bestreiten. Er entwickelte die vorherrschende Opernpraxis weiter und schuf die Vorläufer des Streichquartetts und der klassischen Sinfonie. Lange Zeit war »Il Primo Omicidio« von der Bildfläche verschwunden. Erst 1964 wurde die Partitur wieder aufgefunden und erlebt seitdem eine Renaissance.

Musikalische Leitung: René Jacobs
Inszenierung, Bühnenbild, Kostüme, Licht: Romeo Castellucci
Mitarbeit Regie: Silvia Costa
Mitarbeit Licht: Benedikt Zehm
Dramaturgie: Piersandra Di Matteo, Christian Longchamp, Jana Beckmann

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Der Klang Scarlattis wird unterstrichen
  · 04.11.19
''René Jacobs dirigierte bislang bekanntlich so, als hänge er nasse Wäsche zum Trocknen auf. Hier nicht. Seine Entscheidung fürs B*Rock Orchestra, das schon bei der Pariser Premiere im Graben saß, scheint mir nicht überzeugend. Es klingt verwaschener, flügellahmer als die früher gern gesehenen Ensembles aus Berlin und Freiburg. Gewiss, der ganz andere Klang Scarlattis wird so unterstrichen (insofern also doch vertretbar).

Im Unterschied zum bauschigen, bauchigen Händel klingt Scarlatti (Vater) viel schütterer, durchlässiger, geröllhaft herber. Verwüsteter sozusagen. In Potsdam damals wirkte alles leichter, flockiger, auch weniger existenziell. Der Abend, der unter drei Stunden dauert, hat trotzdem Längen. Für Castellucci wohl kaum mehr als eine feierliche Petitesse. Wegen Scarlatti aber, teilweise auch wegen Castellucci, lohnt sich's.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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Die Verkindlichung der eigentlichen Erbsünde
  · 02.11.19
''Castellucci löste das vermeintlich Einfachste vom Einfachen - Hans Henny Jahnn zum Beispiel brachte diesen immergleichen Wechsel zwischen Tod und Leben, Schuld und Sühne, Krieg und Frieden à la "Es ist wie es ist" auf (s)einen Punkt - genialer als genial, indem er sämtliche ProtagonistInnen mit Kinderdarstellern "verdoppelte", sie sozusagen als verewigende Nachgeburtslawine sicht- und fühlbar machte. Dahingehend tat er das Gewaltproblem - die eigentliche Erbsünde - verkindlichen. O ja, das saß!!

Die schwerelos umherquellende, plätschernde Musik (Arien, Rezitative und Duette, ein paar orchestrale Zwischenspiele) ist an Fantasie und Schönheit nicht zu überbieten; meistens hat sie, unabhängig ihres leichtfüßigen Tricks, Melancholie im Ton; man hat bei ganz gewissen Stellen Mühe, seinen Tränenfluss unter Kontrolle zu behalten; unerklärlich, unheimlich, gottteuflich halt, alles in Einem.

Thomas Walker (als Adam), Brigitte Christensen (als Eva), Benno Schatner (als Gott), Arttu Kataja (als Luzifer), Kristina Hammarström (als Kain) und Olivia Vermeulen (als Abel): nicht zu toppen!!!!! Anhören und anschauen. Ein Muss.'' schreibt Andre Sokolowski am 2. November 2019 auf KULTURA-EXTRA
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