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Bewertung und Kritik zu

RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Regie: Bartlett Sher 
Premiere: 2. Juni 2019 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin 

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Zum Inhalt: Als Victor Hugo 1832 in Paris sein Stück »Le roi s’amuse« zum ersten und vorerst letzten Mal auf die Bühne brachte, endete die Aufführung mit dem sofortigen Verbot des Stücks. Als sich Giuseppe Verdi, der Komponist des italienischen Risorgimento, anschickte, das Stück des revolutionär gesinnten französischen Schriftstellers zu vertonen, stieß auch er noch knapp 20 Jahre später auf den Widerstand der Zensurbehörden.

Zwar musste er sein Melodramma von »La maledizione« (»Der Fluch«) in »Rigoletto« umtaufen und den Schauplatz an den Hof eines fiktiven Herzogs von Mantua verlegen, doch ließ er die Handlung und ihre Krassheit unangetastet: Rigoletto stiftet den zügellosen Herzog zu ständigen Ver- und Entführungen schöner Frauen an und hat für deren Familien bloß Spott übrig. Vom verzweifelten Vater einer der Entehrten wird er dafür vor dem gesamten Hof verflucht. Seine Tochter Gilda hält Rigoletto jedoch vor dem schamlosen Treiben verborgen. Trotzdem hat der Herzog bereits ein Auge auf sie geworfen. Als Gilda den Verführungskünsten des Herzogs erliegt, schmiedet Rigoletto einen tödlichen Racheplan, dem am Ende nicht der Herzog, sondern die eigene Tochter zum Opfer fällt. Zur zynischen Chiffre des Scheiterns wird ausgerechnet der allbekannte Tenorschlager »La donna è mobile«. In Verdis erstem Werk der Reifezeit bedingen sich so Triviales wie Groteskes und hohes Pathos gegenseitig. Die Kontraste aus greller Bandamusik und expressivsten Kantilenen formen ein kompromissloses Meisterwerk, das in ungeheurer Knappheit und Schärfe über das Publikum hereinbricht.

Musikalische Leitung: Andrés Orozco-estrada
Inszenierung: Bartlett Sher
Bühnenbild: Michael Yeargan
Kostüme: Catherine Zuber
Licht: Donald Holder
Einstudierung Chor: Martin Wright
Dramaturgie: Benjamin Wäntig


 
Meinung der Presse zu „Rigoletto“ - Staatsoper Berlin


Die Welt

★☆☆☆☆

Berliner Zeitung
★★☆☆☆


Zitty
★★☆☆☆

tip
★☆☆☆☆

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Ein inszenatorischer Rohrkrepierer
  · 03.06.19
''Regisseur Bartlett Sher hält das Spätrenaissance-Mantua für einen Vorschein der Weimarer Republik. Kreischrote Wandgemälde von George Grosz oder Otto Dix schmücken die Palastwände des schwerenöterischen Herzogs. Hofnarr Rigoletto ist sein Spion mit expressionistischer Kriegsbemalung. Der leichte "Berlin Babylon"-Anstrich scheint allzu berechnet und draufgesetzt. Die Aufführung ist mit links gemacht und verbindet sich mit dem Werk kein bisschen. (...)

Regelmäßig lädt die Staatsoper bekannte Leute für ein "Probedirigat auf Engagement" ein; schließlich sucht man auf mittlere bis kurze Sicht einen Nachfolger für Daniel Barenboim. Dabei bevorzugt man interessanterweise Dirigenten fast ohne Opern-Erfahrung. Was in der Vergangenheit z.B. bei Gustavo Dudamel und Alondra de la Parra zu schlimmsten Bauchlandungen führte. So auch hier. Die Staatskapelle spielt wunderfein; nur wird sie von Andrés Orozco-Estrada in ein festes Bondage-System von Schnüren und Leinen eingesponnen und stranguliert. Orosco-Estrada atmet nicht mit. Eine kurzgehaltene Parlando-Oper ist das Ergebnis. Die schönsten Effekte verpuffen.

In der Summe: Ein inszenatorischer Rohrkrepierer, der gutes Geld einbringen mag. Ein operndilettierender Dirigent, der seine großartigen Sänger zur Weißglut treibt. Und Applaus, der entsprechend schütter ausfällt. An diesem George Grosz-Tanz auf dem Vulkan haben sich alle die Finger verbrannt. Nur das Publikum bleibt kalt.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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MET-affin
  · 03.06.19
''Der Rigoletto Bartlett Shers, des ausübenden Regisseurs, entpuppte sich tatsächlich als erwartbar MET-typisches Stehkonzert vom Teuersten und Feinsten, was es so an Bühnenbild (Michael Yeargan) und Kostümen (Catherine Zuber) gab und gibt. Allgegenwärtig scheint das Mantua'sche Festsaalinnere, welches durch modernistisch anmutende "Gobelins" im Malstil von George Grosz etwas geheutigte Abänderung erfährt. Hinein und auch heraus gefahren werden - jeweils dann als Bühne auf der Bühne - Gildas Rigolettokerker und die Mordspelunke von Sparafucile. Und der Chor sowie die Hauptprotagonisten stehen halt dort drinnen irgendwie so rum oder bewegen sich, ganz notgedrungen, etwas hin und her. Falls man so was dann auf der andern Seite des Atlantik gar "Regie" zu nennen pflegt: okay. Aber dorthin wandert die Produktion demnächst nun mal genauso wie sie war und ist; und Schluss. (...)

Den für mich stärksten Eindruck hinterlässt Jan Martinik (= Sparafucile, der Auftragsmörder). Schon wie er "aus dem Nebel kommend" auftritt und mit welcher aasigen Präsenz, stimmlich UND darstellerisch, er diese Nicht-nur-Nebenrolle meistert: Gänsehaut beim Zusehen/Zuhören!! Die Herren vom Staatsopernchor und die Staatskapelle Berlin singen und musizieren italienischer als italienisch - Andrés Orozsco-Estrada dirigiert das Alles schmissig und auch ziemlich effizient.'' schreibt Andre Sokolowski am 3. Juni 2019 auf KULTURA-EXTRA
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