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Bewertung und Kritik zu

MACBETH 
von Giuseppe Verdi
Regie: Harry Kupfer
Premiere: 17. Juni 2018 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
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Zum Inhalt: Nach gewonnener Schlacht wird dem Feldherrn Macbeth prophezeit, dass er einmal König von Schottland sein werde. Beeinflusst von den Einflüsterungen seiner Frau geht er buchstäblich über Leichen, damit die Vorhersage sich erfüllt. Von Schuldgefühlen gepeinigt, verfallen die Macbeths jedoch schon bald in Wahnvorstellungen und werden zu Opfern der eigenen Herrschsucht.
Um der bewunderten Shakespeare’schen Vorlage so treu wie möglich bleiben zu können, sprengte Giuseppe Verdi mit seinem »Macbeth« die Opernkonventionen der Zeit und schuf eines seiner dunkelsten und abgründigsten Werke. Monumentale Chorszenen, aus denen das Aufbegehren und die Desillusion der Beherrschten, Unterdrückten und Verfolgten hervorklingen, demonstrieren gesellschaftliche Folgen von Tyrannei und Willkürherrschaft. Sie kontrastieren mit äußerst expressiv ausgestalteten Arien und Duetten, in denen Verdi die seelischen Abgründe der machtbesessenen Protagonisten klanglich durchleuchtet. Um die vielschichtigen Motivationen und Affekte seiner Figuren möglichst differenziert zum Ausdruck bringen zu können, verlangte Verdi seinen Darstellern nie Dagewesenes ab: Zugunsten einer größeren dramatischen Wirkung sind die Vokalparts – statt mit virtuosem Glanz zu brillieren – darauf ausgelegt, sprachliche und darstellerische Aspekte zu betonen und gnadenlos dem konkreten psychischen Zustand der Figur unterworfen – ein deutlicher Schritt weg vom Belcanto-Ideal, und hin zu unverwechselbarer musikdramatischer Wahrhaftigkeit.

Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung: Harry Kupfer

Bühnenbild: Hans Schavernoch
Kostüme: Yan Tax
Licht: Olaf Freese
Video: Thomas Reimer
Choreographische Mitarbeit: Helga Schiele
Einstudierung Chor: Martin Wright
Dramaturgie: Detlef Giese


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4.5/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
3 von 5 Personen fanden die Kritik hilfreich
Sie waren wieder da
  · 18.06.18
''Kupfer siedelt die blutrünstige Geschichte in "neutraler" Neuzeit an, und auch die angelsächsische Dramatis personae bekommt "verallgemeinernd" operettenartig anmutende Uniformen, wie sie allerorten von selbstanmaßenden Potentaten aufgetragen werden könnten; der Kostümbildner Yan Tax gefiel sich da in der Bevorzugung der "Farben" schwarz und weiß; ja und Hans Schavernoch ließ seine Bühne abwechselnd von oben nach unten und retour fahren, wobei man dann bei der Gelegenheit einen Totaleindruck von den hydraulischen Ermöglichungen in der Staatsoper bekam; der Videokünstler Thomas Reimer tat zudem hochauflösende Hintergründe visuell verlauten, wo der eine oder andere Kriegsschauplatz (Explosionen, Brände, schwarze Rauchsäulen etc.) aber auch altschottisches Ruinengemäuer oder Flughafen bei Nacht zu sehen waren. 

Barenboim nun tat die so wie immer exquisit spielenden MusikerInnen der Staatskapelle Berlin sehr temporeich und ziemlich lautstark anheizen - ein Klangteppich wurde sohin erzeugt, der keine Langeweile für die Ohren zuließ; ähnlich "turbulent" bekam man es schon in 2015 zu Gehör, als sich Domingo angelegentlich der Wiederaufnahme der vorherigen Macbeth-Inszenierung Peter Mussbach's in die Titelrolle weltpremieremäßig einsang. '' schreibt Andre Sokolowski am 18. Juni 2018 auf KULTURA-EXTRA
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1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Sehr gut!
  · 18.06.18
''Grandios an Anna Netrebko: dass sie die Lady, die sonst meistens grell und hysterisch überfordert klingt, als coole Business-Frau sogar mit Jugend ausstattet. Sie hat immer noch eine lyrische Stimme, ist aber trotzdem nicht ein bisschen überfordert – außer bei einigen sehr tiefen Tönen, die an die Unterwasserhupe aus "Flipper" erinnern. Um auch hier im Kontext zu urteilen: Die Lady ist beste Rolle seit der fulminanten Leonora (im "Trovatore"). Weit temperamentvoller als ihre Salzburger "Aida". Wir haben Glück gehabt mit der Netrebko in Berlin.

Aschfahl und umso liebebedürftiger winkt Daniel Barenboim schon aus dem Graben heraus mehrfach ins Publikum. Er wird alt, kein Zweifel. "Macbeth" indes dirigiert Barenboim mit perlmutthaft gepanzertem Klang, rhythmischem Biss und souveränem Strukturdurchblick. Ohne jedes Rumtata, dafür frisch aus dem Stahlbad, was dem Stück ungemein gut steht. Selbst wenn wir von dem inzwischen ein wenig substanzärmeren Kwangchul Youn (Banquo) und dem statiösen, wehrhaften Fabio Sartori (Macduff) einmal absehen, spricht das sehr gute Endergebnis von 3:1 zweifellos für den Abend.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
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Staatsoper im Schiller Theater
www.staatsoper-berlin.de
Unter den Linden 7, 10117 Berlin
Telefon: 030 203540
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3.1
Durchschnittsnote aller Stücke
5 30
4 50
3 69
2 43
1 21
Kritiken: 40

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