Doom

Bewertung und Kritik zu

DOOM 
Layton Lachman & Samuel Hertz
Premiere: 15. Januar 2022 (Tanztage Berlin) 
Sophiensaele Berlin

Zum Inhalt: DOOM ist eine Performance in Form eines Drone/Doom-Metal-Konzerts in einer sich ständig verändernden Umgebung aus vibrierendem Haar und Körper. DOOM ist das Anprangern von Missständen und die Übersetzung dieser Missstände in ein grollendes Knäuel. DOOM ist die Vorahnung von Klängen, die uns erschüttern und die uns gleichzeitig dazu zwingen, nach der Verbindung dessen zu suchen, was wir für gewöhnlich getrennt halten. Selbst wenn um uns herum die Apokalypse ihre Blüten schlägt, tanzen wir ununterbrochen und beginnen ein Doom-Metal-Konzert, in dem wir den Anfang des Endes der Welt bejubeln – ein kollektives Trauern und Feiern im Angesicht des anhaltenden Untergangs. Wir sehen, fühlen und hören die langsamen Veränderungen einer untergehenden Welt, und doch schlagen wir einen nicht-fatalistischen Weg vor, einander mit Sorgfalt zu begegnen und uns Alternativen zum Endzeitszenario auszudenken.

Von und mit: emeka ene, Samuel Hertz, Layton Lachman und Caroline Neill Alexander

Konzept: Layton Lachman & Samuel Hertz
Choreografie und Regie: Layton Lachman
Originalkomposition: Samuel Hertz
Kostüme: Ivanka Tramp
Beleuchtung: Gretchen Blegen
Dramaturgische Unterstützung: Maxi Wallenhorst


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Gedröhn´s
  · 16.01.22
''Die Performance hat laute und ruhige Abschnitte. Die lauten sind die schrecklichsten, denn in den lauten drehen die Akteure ihre Mischpulte bis zum Anschlag auf, sodass es derart dröhnt, dass ich beinahe schon von Körperverletzung sprechen müsste; die am Bühneneingang empfohlenen und ausgehändigten Ohrstöpsel (deren obgligatorischer Gebrauch ein absolutes Muss ist, um diese akustisch abgesonderte Tortour an sich zu überleben!) sorgen zwar dafür, dass mir das Trommelfell nicht auseinanderplatzt, aber das Dröhnen dringt noch viel, viel weiter in den Körper als ich es vermutet haben würde; fühlt sich an, als würde ich ganz nebenher in einen Steinschlag 'reingeraten...

Das Leisere & Leise ist dann freilich schön & schöner, beispielsweise das hier: Die Vier haben sich in einem Kreis umarmt und geben Vokalisen von sich, das Register geht von gleißend hoch bis respektabel tief. emeka ene, der so wie der junge (ja: blutjunge) Jimi Hendrix wirkt, fährt Fahrrad, und die beiden Frauen schälen sich inzwischen eine Apfelsine. Layton Lachman fällt ganz körperlich und also ganz, ganz, ganz besonders auf. Der weiße Mantel, welchen Caroline Neil Alexander aufträgt, assoziiert die Eisdecke der Schneekönigin. Und Samuel Hertz hat lange rote Haare und zupft abschließend auf seinem Cello.'' schreibt Andre Sokolowski am 15. Januar 2022 auf KULTURA-EXTRA
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