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    Knapp daneben ist auch vorbei

    Bewertung und Kritik zu

    KNAPP DANEBEN IST AUCH VORBEI
    von Peter Quilter ("Glorious")
    Regie: Frank-Lorenz Engel
    Premiere: 13. Januar 2023 
    Schlosspark Theater, Berlin

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    Zum Inhalt: Unglaublich! Manchmal lohnt es sich, an seinem Lebenstraum festzuhalten, und manchmal kann wahrer Enthusiasmus über die Begrenztheit des Talents triumphieren. Dies zeigt uns Peter Quilter in seiner herzerwärmenden Komödie über Florence Foster Jenkins, die „Diva der falschen Töne”.
    Im New York der frühen 1940er Jahre war Florence Foster Jenkins (1868-1944) ein absolutes Gesellschaftsereignis. Sie selbst sah sich als erfolgreiche Sopranistin, die mit glockenreiner Stimme die Welt bezauberte. Doch in Wahrheit verfehlte sie mit traumwandlerischer Sicherheit sämtliche Töne der Opernarien, die sie auf Wohltätigkeitsveranstaltungen und Bällen ihrem Publikum entgegenschmetterte. Die High Society bog sich vor Lachen über die reiche Erbin, jedoch Zweifel und Kritik fochten die „Königin der Dissonanzen“ nicht an…
    Angetrieben von wahrer Liebe zur Musik und hingebungsvoll unterstützt von ihrem Partner St. Clair Bayfield und dem Pianisten Cosme McMoon, beglückte sie die Welt unbeirrt mit ihrem „Gesang“. Doch wie lange kann man vor der Wahrheit die Augen verschließen? Wird Florence bei ihrem größten Auftritt in der Carnegie Hall mit der bitteren Realität konfrontiert?

    mit Antje Rietz, Anette Daugardt, Max Gertsch, Sophie Göbel, Christian Miebach & Nathalie Hallervorden

    Regie: Frank-Lorenz Engel
    Bühne & Kostüme: Su Sigmund
    Dramaturgie: Annette Weinmann

     


    WIR EMPFEHLEN

    5 von 5 Sterne
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    Makellos glorios
    1 month ago
    Kritik
    Eigentlich klingt diese Geschichte viel zu absurd, als dass man ihr tatsächlich Glauben schenken könnte.
    Aber sie hat sich tatsächlich so zugetragen und da sie an sich schon sehr viel Komik birgt, hat sich der Dramatiker der leichteren Muse Peter Quilter dieses Stoffes angenommen und eine herrliche Komödie daraus geschrieben. Die übrigens 2005 das Londoner Westend schon im Sturm eroberte und auch im Kino schon erfolgreich lief.
    Nun tut sie das in Berlin, Frank-Lorenz Engel hat die Regie übernommen und mit einem großartigen Ensemble das Stück auf die Bühne des Schlosspark Theaters gebracht.
    Der Titel lässt schon ahnen, worum es gehen könnte. "Knapp daneben ist auch vorbei" forscht dem regen Treiben der amerikanischen Amateursängerin Florence Foster Jenkins nach, die es im New York der 1940er Jahre tatsächlich geschafft hat, Konzerte und Säle zu füllen. Dies, obwohl sie die meisten Töne der zahlreichen Opernarien, die sie auf verschiedensten mehr oder weniger prätentiösen Anlässen, z.B. dem Ball der silbernen Feldlerchen, ihrem Publikum entgegenschmetterte, verfehlte.
    Irgendwann bekommt man aber eine leise Ahnung davon, wie so etwas überhaupt möglich sein konnte und dies hat die Inszenierung, die gestern Premiere feierte, mehr als deutlich gemacht: Sie ist eine liebevolle Hommage an eine Frau, deren Lebensfreude und Begeisterungsfähigkeit ihresgleichen sucht.
    Was sicher auch an der herzerwärmenden Interpretation der Schauspielerin und Musikerin Anke Rietz liegt, sie verleiht ihrer Florence so viel Charme, dass es tatsächlich schwierig ist, sich ihrem Bann zu entziehen. Was auch das Umfeld dieser schon ziemlich besonderen Person, die nicht von dieser Welt scheint, immer wieder zeigt. Freundin Dorothy (Anette Daugardt), selbst umtriebig und nicht wenig extravagant ist, unterstützt sie, wo sie kann und auch ihr Liebhaber St. Clair Bayfield (Max Gertsch) scheint ihr hemmungslos ergeben.
    Eine ganz besondere Beziehung aber pflegt sie zu ihrem Pianisten Cosme McMoon (bei der Premiere: Peter Lewys Preston), für den es zu Beginn seines Engagements (herrlich, die Kennenlern-Szene) nicht einfach ist, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Aber auch er kann schon bald nicht anders und spielt treu an ihrer Seite, auch wenn sie es immer wieder schafft, nicht nur ihn in kurze Schreckmomente zu versetzen, einfach durch einen plötzlich eingesetzten Spitzenton. Insgesamt ist es eine helle Freude, Antje Rietz in dieser Rolle zu erleben, sie spielt mit so viel Begeisterung und Verve, mit und ohne Kastagnetten, mit überbordenden Kostümen, auch an ihrer Fußarbeit während ihrer Tanzeinlagen kommt man nur schwer vorbei, sodass am Ende auch das Publikum zu ihrem größten Fan wird.
    Es gibt aber auch noch ein paar kleine Nebengeschichten, zum Beispiel gehört zum Haushalt neben Ricky, einem Pudel, auch noch eine Haushaltshilfe, die von niemandem verstanden wird, da sie spanisch spricht. Sophie Göbel spielt diese Maria herrlich unbeirrbar und spricht ihr Spanisch dermaßen überzeugend, so als hätte sie nie etwas anderes getan. 
    Insgesamt profitiert das Stück neben den überzeugenden Schauspielern von vielen witzigen Inszenierungsideen. In den Umbaupausen können sich die malträtierten Ohren mit wohlklingender klassischer Musik erholen.
    Und am Ende wird die gute Florence dann doch noch mit der Wahrheit konfrontiert, Mrs. Verindah-Gedge (Nathalie Hallervorden), die stellvertretend für die durchaus auch vorhandene kritische Masse der Zuhörerschaft steht, nimmt kein Blatt vor den Mund. Und man leidet fast mit, denn Florence Foster Jenkins schien tatsächlich absolut überzeugt davon, dass das alles richtig war, was sie tat. Was nur damit zu erklären ist, dass sie offenbar ihre eigene Stimme nicht so wahrnahm, wie andere sie hörten.
    Es gibt noch eine Zugabe und ganz kann es sich Antje Rietz dann doch nicht nehmen lassen, dem Publikum zum Schluss noch eine absolut wohlklingende Gesangspassage zu bieten.
    Es dankt mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations...
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    1 von 1 Person(en) gefiel diese Kritik
    Knapp daneben ist auch vorbei - Die Diva der falschen Töne im Schlosspark Theater Berlin
    17 days ago
    Kritik

    Mit „Knapp daneben ist auch vorbei - Die Diva der falschen Töne“ läuft im Moment im Schlosspark Theater das lustigste und erfrischendste Theaterstück in Berlin. Davon konnten wir uns selbst am Samstag, den 3. Februar 2024, überzeugen.
    Das Theaterstück basiert auf der weltweit erfolgreichen Komödie von Peter Quilter ("Glorious"), die im Jahr 2005 am Londoner West End ihren Siegeszug in der internationalen Theaterlandschaft antrat. Frank-Lorenz Engel hat die in aller Welt gefeierte Komödie auf der Bühne des Schlosspark Theaters genauso erfolgreich umgesetzt.

    Doch wovon handelt die Erfolgskomödie „Knapp daneben ist auch vorbei - Die Diva der falschen Töne“, die auf einer wahren Geschichte beruht?
    Florence Foster Jenkins (1868-1944) liebt die Musik und die Oper über alles. Sie singt für ihr Leben gern vor einem Publikum. Doch leider gibt es ein kleines Problem: Sie kann nicht singen und trifft keinen einzigen Ton. Die High Society lacht auf den Veranstaltungen über sie. Sie selbst merkt nichts davon und ist von ihrem gesanglichen Talent fest überzeugt. In ihrer Überzeugung und Leidenschaft wird sie von ihrem Lebenspartner, ihrer besten Freundin und ihrem Pianisten unterstützt. Und schließlich wird sie in Carnegie Hall eingeladen und soll dort vor einem ausverkauften Haus mit 3000 Menschen singen. Wird jetzt alles auffliegen? Wird sie jetzt selbst merken, dass sie nicht singen kann?

    Sängerin und Schauspielerin Antje Rietz ist für mich die beste Besetzung, die man sich in der Rolle der Florence Foster Jenkins nur wünschen kann. Es gehört sehr viel Talent dazu, als ausgebildete und mit Preisen überhäufte Sängerin gekonnt falsch zu singen. Man lacht zwar über die Rolle der reichen Erbin, die alle Arien falsch singt, aber man liebt und bewundert sie auch für ihre naive Begeisterung für die Musik. Antje Rietz schafft es, aus der Rolle keine Witzfigur zu machen, sondern eine charismatische Frau zu kreieren, die ohne Musik nicht leben kann und deswegen alle in ihrem Umfeld mit ihrem Enthusiasmus ansteckt und die Herzen auf der Bühne und im Zuschauersaal gewinnt.
    Antje Rietz legt so viel Liebe in diese Rolle und interpretiert die Rolle der leidenschaftlichen und talentfreien Sopranistin hingebungsvoll. Das spiegelt sich selbst in den funkelnden Augen der Darstellerin, die eins mit der Figur wird, wider. Am Ende zeigt Rietz ihr wahres Gesangstalent, bevor sie in der Zugabe mit Kastagnetten wieder die Lachmuskeln der Zuschauer strapaziert.
    Eine Paraderolle für Antje Rietz! Es gab vollkommen zurecht sehr viel Szenenapplaus in dem Theaterstück!

    Max Gertsch, dessen Schauspielkünste ich schon in so vielen anderen Theaterstücken (darunter „Mord im Orientexpress") begeistert mitverfolgt habe, überzeugt auch in der Rolle als Florences Liebhaber St. Clair Bayfield. Bayfield – ein britischer Gentleman - ist kein erfolgreicher Schauspieler und weiß die weibliche Schönheit zu schätzen. Er bekräftigt seine Partnerin in ihrer Passion für die Musik und hält ihr den Rücken frei. Die Rolle ist Max Gertsch wie auf den Leib geschnitten.

    Jenkins’ Pianist Cosme McMoon ist der Letzte, der in Florences Kreis dazukommt. Er ist ein begeisterter Musiker und mit seiner ganzen Seele spielt er Piano. Cosme McMoon ist zunächst schockiert von Jenkins’ „Talent“, was in seiner Mimik und seinen Antworten deutlich wird. Doch auch er schafft es nicht, der liebenswerten Diva die Wahrheit zu sagen und wird sogleich von ihrer unbändigen Lebensfreude in den Bann gezogen. Er wird zu ihrem Pianisten und einem treuen Begleiter. Christian Miebach, den ich ebenfalls auf vielen Bühnen in Berlin zuvor bewundern durfte, spielt mit voller Hingabe viele Opern auf seinem Klavier und gefällt mit seiner frischen Darstellung des Pianisten.

    Eine weitere Stütze in Jenkins’ Leben ist ihre loyale Freundin Dorothy. Dorothy ist immer für die Musikliebhaberin Florence Foster Jenkins da und stärkt ihr den Rücken, indem sie ihr viele Aufgaben abnimmt, wie zum Beispiel die Gestaltung des Balls der silbernen Feldlerchen. Sie bestärkt ihre Freundin in ihrer Ergebenheit für die Musik. Anette Daugardt interpretiert fantastisch die Rolle der ehrenhaften Freundin und macht aus ihrer Figur auch eine Sympathieträgerin, die der Zuschauer in sein Herz schließt.

    Der Darstellerin Sophie Göbel ist es zu verdanken, warum man als Zuschauer einen weiteren Grund hatte, um in Gelächter auszubrechen. Göbel mimt sehr authentisch die spanischsprachige Haushaltshilfe Maria aus Mexiko. Maria ist immer missgelaunt, versteht ihre Auftraggeber nicht (und diese sie leider auch nicht) und hat keine Lust, die vielen Aufgaben im Haushalt zu erledigen. Viele herrlich komische Szenen auf der Bühne!

    Eine weitere Figur, die nicht gerade mit viel Lebensbejahung glänzt, ist Mrs. Verindah-Gedge. Sie traut sich als erste Person überhaupt, Florence Foster Jenkins persönlich und lautstark als Musikerin zu kritisieren. Sie überreicht ihr eine Petition, damit die Sängerin sofort ihre musikalischen Auftritte einstellt. Obwohl sie ihr nur die Wahrheit sagt, wird sie vom Publikum nicht mit Wohlwollen aufgenommen. Doch das macht auch die gute Schauspielerin Nathalie Hallervorden aus. Man mag den Charakter nicht, aber honoriert die Leistung der Darstellerin.

    Mein Fazit: Wir haben an dem Abend Tränen gelacht und waren von der Besetzung vollkommen hingerissen. Das Theaterstück „Knapp daneben ist auch vorbei – Die Diva der falschen Töne“ ist unglaublich witzig, aber auch sehr berührend und inspirierend. Man darf nie seinen Mut verlieren und sollte seine Leidenschaft niemals aufgeben. Bis zum 25. Februar 2024 kann man die Komödie noch im Schlosspark Theater sehen und hören!

    Text © E. Günther (Blogseite "Mein Event-Tipp")

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