Eros & Ramazotti - Ein Duo im Ausnahmezustand

Bewertung und Kritik zu

EROS & RAMAZOTTI
Ein Duo im Ausnahmezustand
Regie: Hans Holzbecher 
Premiere: 26. Januar 2020 (Gastspiel) 
Schlosspark Theater, Berlin

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Zum Inhalt:Seit Jahren schmettern Eros Falsoletti und Luigi Ramazotti allabendlich die berühmtesten italienischen Canzonen und Songs im Hotel Paradiso - und werden dafür von Bustouristen als Könige des Belcanto gefeiert.
Doch Ramazotti hat genug von gediegener Abendunterhaltung und biederen Schlagern. Er will endlich Karriere machen! Schließlich ist er ein meisterhafter Klaviervirtuose und hat in seinem Bühnenpartner Eros Falsoletti einen Sänger, neben dem Caruso und Celentano klingen als wären sie im Stimmbruch. Außerdem ist Eros schon für Italien beim Eurovision Song Contest angetreten – auch wenn er wegen der traumatischen Konsequenzen nicht gern drüber spricht …
Ramazottis genialer Plan führt das Duo durch atemberaubende Turbulenzen in phantastische Höhen und immer wieder in den absoluten Ausnahmezustand. Wird sich ihr großer Traum vom Plattenvertrag erfüllen? Kann Eros sich von seinem ESC-Trauma befreien? Oder wenigstens von seiner Italienallergie. Antworten auf diese Fragen liefert das verrückte Duo aufs Vergnüglichste.

mit Tommaso Cacciapuoti und Dietmar Loeffler

Buch: Dietmar Loeffler
Regie: Hans Holzbecher
Ausstattung: Achim Römer

TRAILER


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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Eccelente
  · 28.01.20
Immer wieder mal in den nächsten Monaten ist ein neues Gastspiel auf der Bühne des Schlosspark Theaters zu Gast, Eros & Ramazotti. Und der Titel hält, was er verspricht, jeder, der etwas übrig hat für italienische Herzensbrecher, ob als Liedgut oder in Persona, dies kann durchaus doppeldeutig interpretiert werden, sollte diese Show nicht verpassen.
Zu Beginn der Vorstellung kündigt Eros Falsoletti in seiner Funktion, zusammen mit seinem Kollegen Luigi Ramazotti allabendlich die Gäste des Hotels Paradiso musikalisch bespaßen zu müssen, erstmal das Ende der Abendveranstaltung und leicht gebetsmühlenartig auch den Ablauf für einen Ausflug des folgenden Tages an.
Woran schon gleich zu Anfang mehr als deutlich wird, dass das Duo sich zu Höherem berufen fühlt als ihre Fähigkeiten an so einen “Milbenbunker” zu verschwenden, so viel grob zur Rahmenhandlung.
Sie bettet die beiden Vollblutmusiker und -schauspieler auf eine kleine Zeitreise mit zumeist italienischen Herzensliedern, also bekannten italienischen Hits von Adriano Celentano, Paolo Conte oder Louis Prima ein. 
Der vielseitige Dietmar Loeffler als Luigi, aus dessen Feder das Programm stammt, begleitet seinen Kollegen auf dem Piano und auch gesanglich, während Tommaso Cacciapuoti als Eros die Bühne mit seinen Gesangseinlagen rockt, dies auch locker mal in ganz verschiedenen Stimmlagen und mit interessanten Requisiten, von ernst oder lustig bis leidenschaftlich-erotisch, gern auch mal im sehenswerten Ausnahmezustand.
Die beiden sind mit viel Spielfreude, echter Leidenschaft und sehr viel Witz dabei, gestalten den Abend absolut kurzweilig, mit großer Bühnenpräsenz. Aber sie stehen ja auch nicht das erste Mal zusammen auf der Bühne (Pasta e basta in den Hamburger Kammerspielen), die gegenseitige Vertrautheit scheint unbedingt durch. Und Cacciapuoti ist auch die Steglitzer Bühne nicht fremd, hat er doch schon in mehreren Stücken des Schlosspark Theaters mitgewirkt.
Auch Regisseur Hans Holzbecher hat gute Arbeit geleistet, die Inszenierung ist rund und ohne Längen, findet eine schöne Balance zwischen Story und Gesang und wenn etwas unerwartet aus dem Ruder läuft, dann wird auch dieser Umstand charmant gewuppt.
Nebenher erfährt man noch die Lösung zu dem einen oder anderen Phänomen, zu dem man sich bisher noch keine Gedanken gemacht hat, zum Beispiel dem Armschubbeln, auch das Verhalten der Menschen in Pizzerien wird vortrefflich unter die Lupe genommen.
Dabei werden die beiden, also in ihrem Dasein als Hotelmusikanten, immer wieder gefordert, wenn z.B. “wichtige” Leute im Publikum sitzen. Was bei Eros durchaus das eine oder andere Psychodrama auslösen kann, trägt er doch das Trauma einer eher unerfreulichen Mitwirkung beim ESC (European Song Contest) schon ganze zehn Jahre mit sich.
Aber selbst dies vermag er am Ende noch aufzulösen, das Publikum der gut besuchten Berliner Premiere ist begeistert und schon vor den drei Zugaben gibt es Standing Ovations, verdientermaßen!
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