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Bewertung und Kritik zu

ALLE SIEBEN WELLEN
nach dem Roman von Daniel Glattauer
Regie: Dominik Paetzholdt 
Premiere: 22. Juni 2019 (Gastspiel) 
Schlosspark Theater, Berlin

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Die WahrheitZum Inhalt: Die hinreißende Fortsetzung von „Gut gegen Nordwind" ist da und überschwemmt in Ulrike Zemmes kongenialer Bühnenfassung die Theaterlandschaft. Glattauer hat die stürmischen Nordwinde mit wogenden Meereswellen bezwungen und wird auch diesmal einen Flächenbrand auf allen deutschen Bühnen auslösen.

mit Alexandra Kamp & Maximilian Laprell

Inszenierung: Dominik Paetzholdt


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Nach der Email kommt das Happy-End
  · 25.06.19
Fortsetzungen bergen ja oft das Risiko, an den ersten Teil heranreichen zu wollen, so dieser erfolgreich war. Was in Sachen „Gut gegen Nordwind“ sowohl beim Roman als auch bei der Bühnenfassung durchaus der Fall war. Darüber hinaus ist der Stoff von Daniel Glattauer so angelegt, dass er förmlich eine Fortsetzung einfordert, hat die rein platonische Email-Beziehung zwischen Emmi und Leo doch brüsk und vor allem unbefriedigend geendet.
Alexandra Kamp und Ronald Spiess standen schon beim ersten Teil gemeinsam auf der Bühne, nun haben sie gerade vier Tage lang „Alle sieben Wellen“ in der Bühnenfassung von Ulrike Zemme im Schlosspark Theater gespielt.
Glattauer knüpft nahtlos an sein erstes Werk an; der Zuschauer, der den Vorgängerstoff nicht kennt, erfährt aber trotzdem alles Wissenswerte. Auch in der Fortsetzung erleben die Zuschauer nur durch die Email-Korrespondenz, wie das Leben und die Gefühlswelt der Beiden aussieht. Auch Stil und Sprachwitz sind ähnlich erfrischend geblieben, mit Wörtern wie Gefühlsschrank oder Haustürschmuseszene, allerdings haben sich die Voraussetzungen umgekehrt. War Emmi im ersten Teil ehelich gebunden, bringt nun Leo eine Liebschaft aus Boston mit, wo er nach der „Trennung“ von Emmi ein Dreivierteljahr verbracht hat. Wodurch natürlich auch neue Befindlichkeiten agieren, ja man kann fast von Machtverhältnissen sprechen. Alexandra Kamp spielt ihre Emmi schön eifersüchtig und Ronald Spiess kann mindestens so ruhig agieren, ist er doch derjenige, der diesmal eher die Fäden in der Hand hält. Was beiden Teilen allerdings ähnelt, ist das Timing. Das zwischen Emmi und Leo immer das falsche ist, sie fühlen fast grundsätzlich aneinander vorbei. Natürlich entspringt dies der Absicht des Autors, denn nur so kann er das Spiel zwischen den beiden Protagonisten spannend halten, wobei auch dies seine Grenzen hat.
Aber schließlich bricht bei Leo die siebente Welle aus und der Zuschauer kann zufrieden mit der Geschichte abschließen ...
Regisseur Dominik Paetzold hat der Inszenierung einige Schmankerl verpasst. Wenn Emmi in ihrer Ausdrucksweise körperlich sehr ausdrucksstark wird, fast slapstickhaft ... 
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