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Bewertung und Kritik zu

SCHMETTERLINGE SIND FREI
von Leonard Gershe
Regie: Irene Christ 
Premiere: 29. Februar 2020 
Schlosspark Theater, Berlin 

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Zum Inhalt: Don Baker wagt das Experiment und zieht zuhause aus. Er will endlich auf eigenen Füßen stehen und sich aus den Fängen seiner überfürsorglichen Mutter befreien. Ein Hindernis bei der Sache ist, dass Don blind ist.
Gerade als Don sich in seinem spartanischen Zimmerchen gut zurechtfindet, flattert die neue Nachbarin Jill Tanner in sein Leben. Jill ist das absolute Gegenteil von Don: frei, lebenslustig und spontan. Die beiden verlieben sich. Doch die Komplikationen lassen nicht lange auf sich warten. Denn was für Don ein Quantensprung ist, scheint für die lockere Jill nur ein Abenteuer von vielen. Und dann mischt sich auch noch Dons Mutter ein, der scheinbar jedes Mittel recht ist, Don wieder zurück nach Hause zu holen …

mit Julia Biedermann, Johannes Hallervorden, Helen Barke & Fabian Stromberger

Regie: Irene Christ
Bühne: Joachim Hamster Damm
Kostüm: Viola Matthies

TRAILER


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Nicht nur Schmetterlinge sind frei
  · 01.03.20
Nach dem letzten Raucher ist es bereits die zweite Regiearbeit, die Irene Christ erfolgreich für das Schlosspark Theater abliefert.
Und auch diesmal setzt sie ihre Schützlinge gelungen in Szene, inszeniert die Komödie von Leonard Gershe, die ihre Uraufführung schon 1969 hatte, in New York, dem Ort, in dem die Geschichte spielt, mit einem guten Gespür für ihre Figuren und das Timing.
Das Stück beginnt mit Gitarrenspiel und Gesang von Don Baker, gespielt von Johannes Hallervorden, der, fern seiner spießigen Heimat und bester Dinge seine erste Wohnung im Zentrum New Yorks bezogen und sich sogar einen zweimonatigen Besuchsstopp seiner recht übergriffigen Mutter erkämpft hat. 
Beste Voraussetzungen also, um auch in Liebesdingen Erfahrungen zu sammeln, die dann auch gar nicht lange auf sich warten lassen.
Dons Nachbarin Jill Tanner, schön quirlig, spontan und schlagfertig von Helen Barke gespielt, wohnt, nur durch eine Zwischentür getrennt, direkt nebenan und entflammt prompt für ihren musikalischen Nachbarn, von dem sie erst nach einer kleinen Weile erfährt, dass dieser von Geburt an blind ist, bewegt er sich doch sehr sicher in der vertrauten Umgebung seiner Wohnung. Die Probleme blinder Menschen werden hier auf charmante Art thematisiert, es entstehen immer wieder humorvolle und intelligente Wortspiele.
Und alles könnte so schön sein, wäre da nicht Mutter Baker, ebenfalls passend mit Julia Biedermann besetzt, die ohne Ankündigung und niemals auf den Mund gefallen, in das Tête-à-Tête ihres Sohnes platzt und neben der neuen Wohnung auch Jill erstmal kritisch unter die Lupe nimmt, an beiden kein gutes Haar lässt, mit dem einzigen Ziel, ihren Donniboy wieder nach Hause zu holen.
Aber Don hält fest an seiner Lebenssituation und an Jill, die ihrerseits nicht wirklich einzufangen ist, flattert sie doch eher wie ein Schmetterling von Blume zu Blume bzw. von Mann zu Mann und konfrontiert Don recht schnell mit Ralph, schön unsympathisch von Fabian Stromberger gespielt.
An dieser Stelle gewinnt das Stück an Tiefe, zum einen durch die Einsicht und Wandlung von Dons Mutter und den Mut ihres Sohnes. 
Die frische Inszenierung, das durchweg authentische Spiel der Protagonisten, unterstützt durch die Kostüme von Viola Matthies und das Bühnenbild von Joachim Hamster Damm, thematisiert mit viel Leichtigkeit das Erwachsenwerden, Abnabeln und Loslassen.
Ein kurzweiliger Abend und ein sehr zufriedenes Premierenpublikum ...
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Ein gelungenes Experiment des Schlosspark Theaters
  · 20.03.20
''Die Regisseurin Irene Christ setzt auf Witz und Tempo – mehr als auf das Innenleben der Figuren, die das durchaus hergeben würden. Das der Eindruck, der sich am Bildschirm überträgt, sobald Schauspieler nicht für die Kamera, sondern für die große Bühne spielen. Stets wirkt das (dem Medium geschuldet) ein wenig zu groß, zu übertrieben.

Doch selbst, wenn der Ton zwischendurch hängt und die beiden Kameras nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind: ein gelungenes Experiment des Schlosspark Theaters. Eine kostenlose Gabe an Bühnenfreunde in der ganzen Welt, jetzt, da kaum jemand ins Theater gehen kann. Die Zuschauer zur Premiere kamen aus Andalusien, Schweden, Florida – und auch aus Erkelenz, Duisburg und Gütersloh.

Zu Beginn waren es 1200, am Ende der beiden Stunden immerhin noch gut 800. Ins Schlosspark Theater selbst passen 440 Menschen – das Theater wäre also doppelt und dreifach gefüllt gewesen. Die Zuschauer waren begeistert, viele fragten sogar, wo sie eine kleine Spende für den Abend abgeben könnten. Die Schauspieler live auftreten zu lassen, die Technik zu stemmen, um den Zuschauern in diesen kulturarmen Zeiten etwas geben zu können – eine gute und schöne Sache.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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Liebesspiel mit Hindernissen
  · 18.03.20
Die vom Coronavirus inszenierte Attacke auf den Kulturbetrieb hat gerade für die kleinen Häuser ziemlich ruinöse Folgen. Einige von ihnen haben sich dennoch dafür entschieden, zum Publikum hinzugehen, wenn das Publikum sie schon nicht besuchen darf. Das Transfermedium ist das Internet, die Aufführungsform der zeitgleiche Livestream. Beifall und Zwischenrufe entfallen zwar, aber jeder Theaterfan kann sich auf diese Weise immerhin einen  Eindruck von Charakter und Qualität einer Aufführung verschaffen. Bleibt nur die Hoffnung, dass auch Mittel und Wege gefunden werden, den Privattheatern den schmerzlichen Ausfall der Ticketeinnahmen zu entgelten. 
Das Stück stammt vom US-amerikanischen Autor Leonard Gershe, kam 1969 auf die Bühne und war 1972 unter dem Titel "Butterflies are free" die Vorlage für einen erfolgreichen Kinofilm mit Goldie Hawn, der zahlreiche Auszeichnungen bekam. Regisseurin am Schlosspark Theater ist Irene Christ.
Der junge Don Baker(Johannes Hallervorden) wagt einen mutigen Schritt und zieht von zu Hause aus. Sein Handikap: er ist blind, aber er macht kein Aufhebens von dieser Eigenschaft, die er mit Intelligenz, Geruchs- und Tastsinn sowie Hörvermögen kompensiert. Überdies kann er Gitarre spielen und verfügt über eine angenehme Songstimme. In seiner simpel möblierten Bude besucht ihn seine Nachbarin Jill Tanner (Helen Barke), ein recht aufgedrehtes Mädchen mit grossen Träumen von der eigenen Zukunft. Beide kreisen Im Dialog um ihre Situation, wobei die Wahrnehmungsdivergenzen zwischen Blinden und Sehenden einen roten Handlungsfaden liefern. 
Bis auf einmal die Mutter Frau Baker ( Julia Biedermann) in der Tür steht, mit Ironie geladen und berstend vor Energie, die beiden inzwischen verliebten jungen Leute auseinanderzubringen. Sie häuft Sarkasmen, Bosheiten und Anmassungen nach einem Don wohlbekannten Muster aufeinander. Der durchaus blitzende Dialog schlägt Funken und liefert ein amüsantes Feuerwerk kleiner zwischenmenschlicher Gemeinheiten. Aber die dominante Mutter gibt nicht nach und will ihren widerstrebenden Sohn zurück nach Hause holen. Das Vorhaben misslingt. 
Nun richtet Mutter ihre destruktiven Energien auf Jill von nebenan und versucht, ihr die ersehnte Karriere als Schauspielerin madig zu machen. Jetzt fliegen die Dialogfetzen zwischen der eifersüchtigen Mutter und der angehenden Geliebten des Sohnes. Vorhang.
Dann Mutter und Sohn wieder in der Bude mit Hochbett. Mutter gibt sich zum Schein nachgiebig und lobt das Talent ihres Sohnes als Songschreiber. Jill kehrt zurück, mit dem Regisseur  Ralph Austen( Fabian Stromberger) im Arm. Heftige Diskussion über ein Stück, in dem Jill eine Rolle spielen soll. Eine Tournüre der Drehbühne bringt Jills Nebenzimmer ins Spiel. 
Don begreift, dass ihm Jill zu entgleiten droht. In einem widerborstigen Wortgefecht erinnert die Mutter an Texte, die sie einstens verfasste, um die Emanzipation ihres Sohnes zu fördern. Jill will ausziehen, spendiert ein Abschluss-Statement über ihren Konnex mit Ralph. Aus dem finalen Gezänk entwickelt sich dann die abschliessende Kulmination: Don und Jill brauchen einander und wollen ihren weiteren Weg gemeinsam gehen. 
Ein grosses Kompliment verdient die Initiative, diese Aufführung per Livestream zu vermitteln. Da spielt es keine Rolle, dass die Farben des Bühnenbildes gelegentlich etwas schwach ausgeleuchtet sind und der Ton in Spitzenlautstärke nicht zu vernehmen ist. Auf jeden Fall lässt sich in Zeiten der erzwungenen Publikumsabstinenz kein besseres Bindeglied zu einem  liebgewordenen Theater finden als eine solche Livestream-Übertragung. 

Horst Rödiger
https://roedigeronline.de
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Blind und einsam
  · 18.03.20
''Johannes Hallervorden spielte den Don Baker, und er musste sehr viel Text - genauso viel wie übrigens auch Helen Barke, die die Jill spielte - lenen und sprechen; viel zu viel an Text, den dieses unsägliche (textlastige) Stück ihm/ihr aufhalste. Und da wurde quasi alles, aber wirklich alles, und vor allem auch dann das, was eigentlich mehr als so stille, ungesprochene Gefühlsverlautbarungen existent sein sollten, volltextlichermaßen abgesondert - - für die Hörenden unter den Kopfhörern eine Torture! Doch wenigstens konnte man die AkteurInnen schön nah besehen, was dann wiederum ein unbedingter Vorteil von so Live-Streams ist.

Das Stück ist also hörbar scheiße geschrieben, aber seine Darstellenden - außerdem noch Julia Biedermann als Übermutter Dons und Fabian Stromberger als mit Jill angebendelt habender Jungautor oder -regisseur - waren und sind die großen Sympathieträger dieser auf Facebook live geseh'nen Vorstellung vor (ungesehenen, dafür aber real gefühlten) leeren Sitzen. Gestenreich und traurig, aber nicht in erster Linie wegen des besagten Stückes.'' schreibt Andre Sokolowski am 18. März 2020 auf KULTURA-EXTRA
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