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Bewertung und Kritik zu

GENERAL ASSEMBLY 
von Milo Rau / IIPM
Regie: Milo Rau 
Premiere: 3. November 2017 
Schaubühne am Lehniner Platz

Zum Inhalt: Trotz hochkomplexer ökonomischer und politischer Verwicklungen existieren auf globaler Ebene weder wirkungsvolle rechtliche Institutionen noch ausreichende demokratische Strukturen, die den Weltmarkt hinreichend regulieren, Menschenrechte durchsetzen oder ökologische Entwicklungen in sinnvolle Bahnen leiten. Die General Assembly füllt mit ihrem Entwurf eines Weltparlaments diese Leerstelle.
Während in Europa und den USA über die Modernisierungsverlierer, Proletariat und den Rechtsrutsch im eigenen Land debattiert wird, geht die General Assembly in Hinblick auf die globale Realität von Politik und Ökonomie einen Schritt weiter. In der Tradition der »Assemblée Nationale Constituante«, die sich im Anschluss an die französische Revolution eigenmächtig als legitime Vertretung des Dritten Standes konstituierte, gibt sie den Unterrepräsentierten weltweit, den Nichtgehörten, dem globalen Dritten Stand eine Stimme: In fünf Plenarsitzungen fragen die Abgeordneten der General Assembly, was zu tun ist – sozial, ökologisch, technologisch, politisch.

Mit: Tariq Ali, Jean Ziegler, Ulrike Guérot, Can Dündar, Chantal Mouffe, Lúcio Bellentani, Tugrul Selmanoglu, Christos Giovanopoulos, Abou Bakar Sidibé, Feri Irawan, Nasir Mansoor, Saeeda Kathoon, Juan-Carlos Monedero, Winfried Hempel, Mehmet Daimagüler u. v. a.

Recherche und Dramaturgie: Eva-Maria Bertschy
Dramaturgische Mitarbeit: Stefan Bläske, Carmen A. J. Hornbostel
Mitarbeit Recherche: Kasia Wojcik
Bühne und Ausstattung: Anton Lukas
Produktionsleitung: Mascha Euchner-Martinez, Eva-Karen Tittmann

Dramaturg Florian Borchmeyer gibt einen Ausblick auf den November in der Schaubühne: »General Assembly« 


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Do it yourself! WELTPARLAMENT – Demokratie für alle und alles?
  · 09.11.17
Der Regisseur Milo Rau und das International Institute of Political Murder inszenierten an der Schaubühne Berlin vom 3.-5.11.2017 eine Generalversammlung, um Weltbürgern eine Stimme zu geben und ihnen politische Macht zu verleihen. Das Motto der >>General Assembly<< lautet: >>Demokratie für alle und alles<<, dabei entwickelte sich das theatrale Weltparlament schnell zu einer politischen Initiative mit vielen Fragen und Forderungen an die Realpolitik.
Die einberufene >>General Assembly<< versucht als theatrales Experiment auf globaler Ebene einen Dritten Stand zu repräsentieren, der sich mit Verbrechen an Subjekte und Ökologie beschäftigt, dessen Verursacher in vielen Teilen die Deutsche Politik ist. Hauptanliegen der Versammlung ist das Verabschieden einer selbstverfassten Charta des 21. Jahrhunderts, die an den deutschen Bundestag übergeben werden soll. Mit über 60ig Abgeordnete und sechs politischen Beobachtern aus der ganzen Welt tagte das Weltparlament an der Schaubühne Berlin unter der Leitung der vorher gewählten Präsidentin Khushi Kamau (Menschenrechtsaktivistin aus Bangladesch), den Vizepräsidenten Diogo Costa (Politikwissenschaftler aus Brasilien) und Bernadus Clinton Swartbooi (ehemaliger Minister für Landwirtschaftsreform in Nambia) und Mirjam Knapp als Vertreterin vom International Institute of Political Murder. Begleitet wurde das Parlament von den drei Stenographen: Robert Misik (Autor und Journalist), Raul Zelik (Autor und Journalist) und Mely Kiyak (Autorin und Journalistin). Angehört wurden an diesen Tagen Menschen, die von der Deutschen Politik betroffen sind, aber im Bundesparlament kein politisches Mitspracherecht haben. Folgende Bundestagsabgeordnete haben sich der >>General Assembly<< angeschlossen: Michel Brandt (Die Linke), Dr. Daniela De Ridder (SPD), Frank Heinrich (CDU), Andrej Hunko (Die Linke), Uwe Kekeritz (Bündnis 90/Die Grünen), Katja Kipping (Die Linke), Mathias Stein (SPD), Kathrin Vogler (Die Linke). Eingeladen waren auch die CSU und die AfD. Nachdem am Freitag, den 3. November in der konstituierenden Sitzung die grundlegenden Strukturen der >>General Assembly<< geklärt wurden, begangen am Folgetag die einzelnen Plenarsitzungen, in denen Anträge vorgestellt und kontroverse Beiträge sowie Reden gehalten wurden. Anträge wurden ergänzt, angenommen oder abgelehnt.

Das theatrale Experiment der >>General Assembly<<, welches der Regisseur Milo Rau und das International Institute of Political Murder durchführten, orientierte sich wie ihre vergangenen Arbeiten an eine Verschmelzung von Realität und Fiktion, sodass sich am Ende des Experiments eine Initiative entwickeln zu haben scheint. Beispielsweise erzählt Mnyaka Sururu Mboro, Ingenieur und Aktivist aus Tanzania von Widerstandskämpfern und Bewohnern aus ehemaligen deutschen Kolonien, die von deutschen Soldaten gezwungen wurden mit zerbrochenen Bierflaschen die Haut von abgeschlagenen Köpfe ihrer Angehörigen abzuziehen, sodass die Köpfe für Rassenforschung in Deutschland eingesetzt werden können. Noch heute befinden sich die Köpfe in der Obhut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin und noch immer kämpfen Menschen, wie Mboro um die Rückführung der Köpfe für eine Beerdigung nach traditionellen Brauch. Der belgische Rechtsanwalt und Experte für internationales Strafrecht, Jean-Louis Gilissen übernahm an diesen Abend den Fall und versprach Mboro sich für die Rückführung der Köpfe einzusetzen. Weiterlesen
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Leblose Debatte um das große Ganze
  · 05.11.17
Das Wochenende „oszillierte zwischen Größenwahn und staatsbürgerlicher Selbstermächtigung“, fasste Wolfgang Kaleck, Menschenrechtsaktivist, Rechtsanwalt und Gründer des ECCHR, die dreitägigen Debatten der „General Assembly“ in der Berliner Schaubühne zusammen.
In der Schlussdiskussion am Sonntag gab es noch einige kluge Formulierungen. Allerdings waren viele der Beiträge auch reichlich redundant und bloße Schaufensterreden. Diese letzte Session schaffte das zweifelhafte Kunststück, dass sie genauso leblos blieb wie eine durchschnittliche Plenardebatte des Bundestags zu GroKo-Zeiten. Deutliche Kritik an Milo Raus Konzept übte vor allem der Bischof von Pretoria, der bemängelte, dass auch hier die Armut und die Folgen des Kolonialismus als Ursachen von Ungleichheit und Konflikten zu wenig in den Blick genommen wurden.
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