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Bewertung und Kritik zu

VIER STERN STUNDEN 
von Daniel Glattauer
Regie: Torsten Fischer 
Premiere: 31. Januar 2019 
Renaissance Theater, Berlin 

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Zum Inhalt: Ein charismatischer Schriftsteller, eine geheimnisvolle Verschleierte, eine gestresste Kulturreferentin, ein überforderter Hotelier: und irgendwo versteckt sich da noch eine Bloggerin, die für Turbulenzen sorgt. Daniel Glattauers siedelt seine verwickelte Geschichte im noblen Kur-Ambiente in einem Viersterne-Hotel an, dem man einen Stern ganz besonders deutlich ansieht: den fehlenden fünften. Das Stück des Erfolgsautors spielt mit aktuellen Reizthemen und wie in einer griechischen Tragödie wendet sich das Schicksal an diesem Abend für die Beteiligten. Zwar bekommen nicht alle das, was sie wollen, aber das liegt nur daran, dass einige gar nicht wissen, was sie wirklich brauchen.

mit Rufus Beck, Annemarie Brüntjen, Markus Gertken, Nadine Schori

Regie: Torsten Fischer
Ausstattung: Herbert Schäfer,
Vasilis Triantafillopoulos

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4.0/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Es muss nicht immer Shakespeare sein
  · 01.02.19
Mal ein ganz neues Stück: Die Komödie "Vier Stern Stunden" des österreichischen Schriftstellers Daniel Glattauer stand gerade im vergangenen September in den Wiener Kammerspielen auf dem Uraufführungs-Programmzettel, und schon bringt das Berliner Renaissance-Theater dieses Opus als Deutsche Erstaufführung auf die Bühne. Regie führt Thorsten Fischer.

Herbert Schäfer und Vasilis Triantafillopoulos stellen eine optisch hinreissende Operettentreppe in die Bühnenmitte, die an der Rampe beginnt und bis weit in den Hintergrund hinaufführt. Ganz vorn zwei Stühle und ein flacher Tisch: alles parat für ein Interview. Denn in diesem Hotel mit langer Tradition der Familie Reichenshoffer finden regelmäßig landesweit geachtete Höhepunkte des Kulturlebens statt, und diese Interviews unter dem Rubrum "Sternstunde" werden von der gebildeten Welt stets mit Aufmerksamkeit verfolgt. Hotelchef David-Christian Reichenshoffer (Markus Gertken) preist zunächst die Vorzüge seines Viersterne-Hotels. Die Journalistin Mariella Brem (Nadine Schori) nimmt ihren Platz ein, greift zum Mikrofon, und da taucht auch schon ihr Interviewpartner auf, der Erfolgsautor Frederic Trömerbusch (Rufus Beck), der mit seiner Gefährtin Lisa (Annemarie Brüntjen) ebenfalls im piekfeinen Hotel nächtigt. Irgendwie steht die "Sternstunde" aber diesmal unter keinem guten Stern: die beiden Interviewpartner beharken sich nach Strich und Faden, und nach dem Abbruch des Interviewrituals schickt sich der irritierte Autor an, auch mit seiner jugendlichen Gefährtin Lisa reinen Tisch zu machen. Beide stellen fest, dass sie eigentlich weder nach Altersklasse noch nach Interessenlage zueinander passen. Auch das Rätsel einer streng in Burka gekleideten Muslimin, die durch die Szene geistert, wird auf überraschende Weise gelöst.

Damit aber nicht genug. Im Gespräch kommen sich nun auf einmal der Hotelchef und die frei operierende Lisa ("Improvisieren! Das lernt man doch bei Ernst Busch!") schrittweise näher, und Hotelerbe Reichenshoffer entdeckt, dass ihm der in Tradition erstarrte Kulturbetrieb eigentlich schon lange auf die Nerven geht. Kaum haben die beiden sich gefunden, da treffen die geläuterte Journalistin Mariella Brem und der ebenfalls nachdenklich gewordene Autor Trömerbusch aufeinander und beginnen sich mit Feingefühl über ihr bisheriges Leben auszutauschen. Dabei entspinnt sich ein ebenso intelligenter wie amüsanter Dialog über die Bedeutung der Vorsilben "ent-" und "ver-" in den beiden Termini "verlassen" und "entlassen". Schließlich stellt sich heraus, dass Mariella dem Autor schon als Kind begegnet  und auch in einem seiner Romane verewigt ist. Mit neu erwachtem Interesse der beiden aneinander schließt sich der Kreis der "Vier Stern Stunden". Eine unterhaltsame Story vom Partnertausch über Kreuz, sprachlich glänzend formuliert und in einer sehr gut ausgewählten Besetzung kurzweilig dargeboten.

Dem Premierenpublikum gefiel's: Lang anhaltender Applaus als Lohn für eine gelungene Premiere. 

Horst Rödiger
http://roedigeronline.de
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Feinsinnige Inszenierung
  · 01.02.19
''Der österreichische Erfolgsautor Daniel Glattauer hat den vier Akteuren eine kluge Vorlage geliefert. Und die nutzen sie geschickt. Vor allem Annemarie Brüntjen als junge Frau, die mehr in den neuen Medien zuhause ist als in der Realität, und Rufus Beck als seiner selbst überdrüssiger Künstler gelingt die Balance zwischen Schmunzeln und Innehalten sehr gut. Da hält man manchmal vor Überraschung den Atem an. Denn sie lassen nicht einfach oberflächlich unterschiedliche Lebenshaltungen aufeinanderprallen, sondern zeigen differenziert Menschen, die – im Grunde – vor allem eines nicht haben: Haltung.

Was sie nicht ausbügeln können ist ein kleines Manko des Stückes: es hat kein emotionales Zentrum und macht es uns als Theaterbesucher darum nicht leicht, es braucht schon einiges an Lust und Nachdenken, um reinzukommen. Gelingt einem das, gibt einem der Abend so Einiges mit auf den Nachhauseweg.

Regisseur Torsten Fischer – großartig unterstützt vom Bühnenbild – das ist toll – Regisseur Torsten Fischer setzt auf die Zwischentöne. Damit entspricht er nicht den Erwartungen an traditionelles Boulevard-Theater. Gut so. Und gut auch: Er baut auf Hintersinnigkeit. Themen wie Gleichberechtigung, Toleranz, Fremdenfeindlichkeit werden hier nicht mit dem Holzhammer angegangen, sondern mit dem Florett. Gute Unterhaltung mit Anspruch.'' schreibt Peter Claus auf kulturradio.de
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