Dialoge 2020 – Relevante Systeme

Bewertung und Kritik zu

DIALOGE 2020 – RELEVANTE SYSTEME
von Sasha Waltz & Guests
Regie: Sasha Waltz
Premiere: 21. August 2020 
Radialsystem V - Berlin

Zum Inhalt: Sasha Waltz & Guests kehrt im August auf die Bühne zurück: Das Projekt mit dem Titel „Dialoge 2020 – Relevante Systeme“ bespielt mit 27 Tänzer*innen das radialsystem und seine weiträumigen Außenflächen. Das Projekt bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Musik, Choreographie und Architektur und ist an die Grundgedanken der Dialoge-Projekte seit Gründung der Tanzcompagnie 1993 angelehnt. 2006 wurde das radialsystem mit „Dialoge 2006 – Radiale Systeme“ als neuer Raum für die Künste in Berlin eröffnet.

mit Ayaka Azechi, Blenard Azizaj, Jirí Bartovanec, Anne Brinon, Davide Camplani, Maria Marta Colusi, Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, Davide Di Pretoro, Luc Dunberry, Yuya Fujinami, Tian Gao, Hwanhee Hwang, Annapaola Leso, Margaux Marielle-Tréhoüart, Sergiu Matis, Sean Nederlof, Virgis Puodziunas, Sasa Queliz, Zaratiana Randrianantenaina, Aladino Rivera Blanca, Stylianos Tsatsos, Orlando Rodriguez, Mata Sakka, Yael Schnell, Claudia de Serpa Soares, Wibke Storkan, Joel Suárez Gómez

Regie und Choreographie: Sasha Waltz
Kostüm: Jasmin Lepore, Bernd Skodzig (Sacre)
Licht: Martin Hauk


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Tastende Annäherung
  · 21.08.20
Eine verzweifelte, dissonante Grundstimmung prägt auch die kurze Unplugged-Version von „Sacre“ auf dem Rasen vor dem Radialsystem. Eigentlich sollte die Inszenierung, die Sasha Waltz im Oktober 2013 an der Staatsoper Berlin als Auftragswerk zum 100. Jubiläum der Uraufführung von Igor Strawinskiys Schlüsselwerk der Moderne konzipierte, dort im August wiederaufgenommen werden. Nachtkritik beschrieb den Abend damals als „hitzige Gruppenorgie“ voller „Küsse, Bisse, Umarmungen“, wie eine Zwischenüberschrift lautete. In der Corona-konformen halbstündigen Kurzfassung des Werks blieb davon natürlich nur noch das Skelett übrig.

Sehr vorsichtig tastend startete Sasha Waltz mit ihrer Compagnie und vielen freien Tänzer*innen in diese Corona-Spielzeit. Dramaturgisch wirkt der Abend wesentlich holpriger als wir es von den durchdachten Inszenierungen der Star-Choreographin gewohnt sind. Zwischen den drei Teilen des knapp 90minütigen Abends gibt es nur ein verbindendes Element: das Ausprobieren und Vorantasten, was in dieser Pandemie-Ausnahmesituation künstlerisch dennoch möglich ist.

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