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Bewertung und Kritik zu

EΞΟΔΟΣ - EXODOS
von Sasha Waltz
Premiere: 23. Augustos 2018 
Radialsystem V - Berlin

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Zum Inhalt: "EΞΟΔΟΣ - Exodos" knüpft an den existenziellen Themenkreis von "Kreatur" (2017) an. Zur Untersuchung kollektiver Dynamiken hebt Sasha Waltz in der Neuproduktion die Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum auf. Musikalisch setzt sie die für "Kreatur" begonnene Zusammenarbeit mit dem Soundwalk Collective fort, Urs Schönebaum wird das Lichtdesign gestalten. Das Ensemble umfasst 26 Tänzer von Sasha Waltz & Guests.

Im Neugriechischen bedeutet "Exodos" das Ausgehen ins Nachtleben, den Auszug, die Flucht, sowie wortwörtlich den Ausweg. In welche Räume und Zustände wollen und können wir vordringen? Welche Kräfte entfesselt unser Drängen? In "EΞΟΔΟΣ - Exodos" untersucht Sasha Waltz, wie Menschen und ihre kollektiven Bewegungen durch die Sehnsucht bestimmt werden, aus dem Hier in ein Dort ausbrechen, aus dem Selbst ins Wir, aus dem materiellen Raum heraus in Räume aus Klang und Licht.

Regie und Choreographie: Sasha Waltz
Bühne: Heike Schuppelius und Sasha Waltz
Kostüme: Federico Polucci und Sasha Waltz & Guests
Licht: Urs Schönebaum
Musik: Soundwalk Collective
Dramaturgie: Jochen Sandig und Agnes Scherer
Repetition: Sergiu Matis
Tanz und Choreographie: Sasha Waltz & Guests


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Bildhafte Einzelaktionen werden zu Massenszenen
  · 24.08.18
''Sasha Waltz hat viele Dutzend Einfälle, Bilder, Szenen inszeniert, ein Füllhorn an Ideen ausgeschüttet. Da schwebt ein Tänzer an Seilen hochgezogen wie ein Götterbote durch den Raum – andere hängen sich halt- und hilfesuchend an ihn. Da stecken Tänzer in engen Plexiglaskisten wie weggesperrte Ausstellungsstücke, Wachsfiguren, die ruckelnd zum Leben erwachen. Mann und Frau liegen neben dem Skelett eines kleinen Kindes, das später ritualhaft in einer fahrbaren Küchenspüle gewaschen wird. Bildhafte Einzelaktionen, wie das wankende, schwankende Balancieren auf einer dünnen Holzleiste oder die Frau, die hinter einer Plexiglasfolie, halb verborgen, halb enthüllt an der Betonwand kauert. Die spiegelnden, verschleiernden, Distanzen schaffenden Plexiglasfolien werden oft zum Einsatz kommen, wie die Sprünge über geschwungene Taue, die kindliche Freiheit des Fliegens gewissermaßen.

Bildhafte Einzelaktionen, die allmählich über kurze Paartänze zu Kollektiv-Szenen werden, zu Massenszenen – alle 26 Tänzerinnen und Tänzer in simpel-einfachen Schritt- und Bewegungsfolgen zu wummernder Techno-Musik wie in einem Techno-Club. Die Zuschauer sollen mittanzen und momenthaft entsteht eine Clubatmosphäre im Dunkel, von Scheinwerfern zerfetzt.'' schreibt Frank Schmid auf kulturradio.de
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Überbordender Ideenreichtum einer Tour de Force
  · 24.08.18
Zum 25jährigen Jubiläum ihrer Compagnie verlangt Sasha Waltz ihren Tänzerinnen und Tänzern und ihrem Publikum einiges ab. Als sich das Ensemble nach knapp drei Stunden keuchend und schweißtriefend in der Mitte der hochsommerlich aufgeheizten ehemaligen Industriehalle Radialsystem V zum Schlussapplaus versammelt, lässt sich als Fazit festhalten: Die Anstrengung hat sich gelohnt.

Den ersten Teil von „Exodos“ könnte man mit dem Motto „Laokoon trifft Borderline-Prozession“ überschreiben. In einer bewussten Überforderung des Publikums wird in allen Ecken der Halle gleichzeitig gespielt. Hier lässt eine Performerin ein kleines Skelett vor den Augen einer Zuschauerin baumeln, dort schnürt sich ein Tänzer in einer Selbstfesselung mit einem meterlangen Seil selbst ein und wälzt sich bei seinen letztlich erfolgreichen Selbstbefreiungsversuchen am Boden.

Vor allem aber bilden sich immer wieder Grüppchen aus Tänzern und Zuschauern, die sich zu laokoonartigen Knäueln verdichten: andere Tänzer und Zuschauer müssen durch die Lücken hindurchkriechen. Aus der hin und herwogenden Masse kristallisiert sich schließlich eine klarere Ordnung heraus. Im Zentrum bildet sich ein menschlicher Schutzwall. Die Verbindung aus Tänzern und Publikums-Mitspielern wird zu einer „Festung Europa“, die auf der Flucht (so eine der vielen Bedeutungsebenen des griechischen Worts „Exodos“) kaum noch zu überwinden ist.

Das Publikum wird langsam an die Sitzbänke und Stehplätze am Bühnenrand zurückgedrängt, der „Exodoos“-Exzess ist aber noch längst nicht am Ende, sondern nimmt erst richtig Fahrt auf. Die Tänzerinnen und Tänzer finden sich zu immer neuen Miniaturen zusammen. „Zuviel des Guten“ stöhnte die rbb-Kritikerin. Sicher: ein roter Faden ist nicht mehr zu erkennen. Die Bilder und Anspielungen, die Sasha Waltz und ihre Gäste abfeuern, sind kaum noch zu dechiffrieren. Der Abend wird zur Tour de Force für Protagonisten und Zuschauer. Aber gerade der überbordende Ideenreichtum von „Exodos“ macht den besonderen Reiz dieses Abends aus, der deutlich eindrucksvoller als das wesentlich statischere, kürzere „Kreatur“-Projekt im vergangenen Jahr ist.

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Alles und nichts
  · 24.08.18
''EΞΟΔΟΣ - Exodos ist - mit Abstand - das womöglich allerschlechteste Projekt von Sasha Waltz (die/ihre Guests - Liza Alpízar Aguilar, Blenard Azizaj, Jirí Bartovanec, Davide Camplani, Clémentine Deluy, Davide Di Pretoro, Luc Dunberry, Charlotte Engelkes, Tian Gao, Peggy Grelat-Dupont, Hwanhee Hwang, Josh Johnson, Lorena Justribó Manion, Annapaola Leso, Margaux Marielle-Tréhoüart, Nicola Mascia, Thusnelda Mercy, Michael Mualem, Virgis Puodziunas, Sasa Queliz, Zaratiana Randrianantenaina, Aladino Rivera Blanca, Yael Schnell, Corey Scott-Gilbert, Claudia de Serpa Soares und Stylianos Tsatsos - sind von der subjktiven Schelte selbstverständlich ausgeschlossen), das ich je hier in Berlin und/oder anderswo zur Kenntnis nehmen durfte. Und ich konstatiere fragend und mit hochbesorgtem Kopfschütteln: Wohin verrennt sie sich? was will sie überhaupt?? was tut sie da??? (...)

Das bisher mitgemischt habende Publikum wird peu à peu in sein ihm zustehendes Ränder-Schranken-Dasein abkomplimentiert - ja und allmählich bildet sich so jene große Spiel- und Tummelfläche in der Mitte mit rezipientivem rechteckigem Rand aus a + b + c + d. / Dort werden ab sofort und nacheinander mehr denn dramaturgisch völlig unzusammenhängende Choreografien, tänzerische Einlagen vom hochqualifizierten Personal der Truppe Sasha Waltz & Guests gezeigt. Alles an sich beeindruckend, ob visuell oder akustisch; der aufdröhnende, aufzuckende Berghain-Teil z.B. (Musik: Soundwalk Collective) ermutigt anwesende Tanzwütige (aus dem Publikum) sich ihrem Disco-Trieb aufs ungezügelt Einladende hinzugeben. Vorher oder nachher gibt es Monologisch-Umkreiselndes mit einer die Senta-Ballade aus dem Fliegenden Holländer anstimmenden Conferenciese; alles auf Englisch, keine Ahnung was die Dame von mir wollte. Auch brüllen und kreischen plötzlich alle Guests wie irr', worauf sie wiederum gruppenmeditativ Beruhigungen verüben. Schließlich enden die drei Stunden mit 'nem Liebespaar, das sich mit sexuellem Stellungswillen müht und diesen letzten Endes doch nicht richtig packt...'' schreibt Andre Sokolowski am 24. August 2018 auf KULTURA-EXTRA
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Durchschnittsnote aller Stücke
5 0
4 3
3 2
2 4
1 0
Kritiken: 9
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