Bewertung und Kritik zu

STELLA - Das blonde Gift vom Kurfürstendamm
von Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Text)
Regie: Martin G. Berger
Premiere: 9. Juli 2016
Neuköllner Oper, Berlin

Zum Inhalt: Stella ist blond und jung und schön, und sie möchte Filmstar werden, wie Marlene Dietrich. Aber Stella ist Jüdin und statt dem Traum von der großen Karriere bekommt Stella einen gelben Stern. 15 Jahre später steht Stella vor Gericht. Mehr als 300 untergetauchte Menschen soll sie im Dienste der Gestapo aufgespürt und damit in den sicheren Tod geschickt haben. Aber keiner weiß, was damals wirklich geschah. Und Stella schweigt…

Mit: Jörn-Felix Alt, Frederike Haas, Isabella Köpke, Victor Petitjean, Markus Schöttl, David Schroeder, Samuel Schürmann

Regie: Martin G. Berger
Musikalische Leitung / Einstudierung: Hans-Peter Kirchberg, Tobias Bartholmeß
Ausstattung: Sarah-Katharina Karl
Dramaturgie: Carola Cohen-Friedlaender
Choreografie: Marie-Christin Zeisset
Video: Roman Rehor


 
Meinung der Presse zu „Stella“ - Neuköllner Oper


tip
★★★★☆

 

Bewertung und Theaterkritik Schreibe eine Kritik
4.3/5 Insgesamt 3 Bewertungen (1 mit Rezension)
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Stella in der Neuköllner Oper
  · 09.06.17
Wer sich mit den Geschichten untergetauchter jüdischer Menschen in Berlin zur Zeit des Faschismus beschäftigt hat, der kennt Stella Goldschlag. Stella war eine, wie man damals sagte, »arisch« aussehende Frau, die von den Nazis zur Jüdin gemacht wurde. Eine Zuschreibung, die sie für sich selbst niemals akzeptierte. Statt es zu einer berühmten Jazzsängerin zu bringen, wie sie es vorhatte, entwickelte sie sich zur »Greiferin« der Gestapo. »Greifer« wurden Juden genannt, die untergetauchte Juden jagten und den Nazis auslieferten.
»Stella. Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm« heißt ein »Singspiel«, das seit Sommer in der Neuköllner Oper in Berlin läuft. Eine Negativfigur, eine Nazitäterin, zur Hauptperson einer Geschichte zu machen, birgt immer ein Risiko. Nämlich das, Mitleid zu erregen durch Aufdeckung der Hintergründe, besonders in diesem Fall, wo die Täterin der Hauptopfergruppe angehört. Peter Lund (Text) und Wolfgang Böhmer (Musik) sind zusammen mit dem Ensemble der Neuköllner Oper dieses Risiko eingegangen. Sie haben viel recherchiert, um zu zeigen, wie ein Mensch so wird, psychologisch und historisch.
In einem Spiegelkabinett
Zu Beginn des Stückes (Regie: Martin G. Berger) liegt Stella (Frederike Haas) im seidenen Unterrock, zusammengerollt in Embryonalstellung, in einem Spiegelkabinetts, wie man es früher als Irrgarten auf Jahrmärkten fand, oder wie in einer Peepshow. Männer kommen von allen Seiten, sind fasziniert. Sie spielt mit ihnen, ist aber gleichzeitig gefangen. Über ihr werden parallel zum Geschehen, zeitgenössische Filmszenen in Schwarzweiß montiert, in die sich die Bilder von Stella mischen, die gleichzeitig auch gefilmt wird. Im Laufe des Stückes öffnen und schließen sich die Türen des Spiegelirrgartens jeweils geschickt zu den verschiedenen Erzählebenen. Ein sehr intelligentes, sehr gut recherchiertes und mit wunderbaren Singstücken ausgestattetes tiefgehendes Musical, unbedingt lohnenswert!  Weiterlesen
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www.neukoellneroper.de
Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin
Telefono: 030 68890777

SPIELPLAN & KARTEN
3.7
Durchschnittsnote aller Stücke
5 4
4 10
3 4
2 0
1 2
Kritiken: 13
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