Eine Stimme für Deutschland

Bewertung und Kritik zu

EINE STIMME FÜR DEUTSCHLAND 
Musik: Thomas Zaufke | Text: Peter Lund
Premiere: 11. Juni 2021 
Neuköllner Oper, Berlin

Zum Inhalt: Wahlkampf in Deutschland!
Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik hat die Neue Rechte die reelle Chance, Bürgermeister zu werden! Beziehungsweise Bürgermeister*in!
Verbissen kämpft die grüne Spitzenkandidatin Regula Hartmann-Hagenbeck gegen ihre mit allen Medienwassern gewaschene Konkurrentin Alina Deutschmann. Aber auch auf dem Schulhof liefern sich die beiden Töchter der alleinerziehenden Mütter einen gnadenlosen Kampf um die politische Zukunft Deutschlands. Und um Albert, den naiven Neuzugang in der Klasse.
Pars pro Toto – aus dem Kleinen ins Große. Nach diesem Motto haben wir uns passend zum Wahljahr in die Provinz begeben, dort wo die wirklichen Trends gesetzt werden, und wo die CDU längst bereit ist, zum Juniorpartner entweder eines neuen Rechten Deutschlands oder einer Öko-Diktatur zu werden- je nachdem, welches Lager gerade über wen herzieht.
Ja, die Argumente sind lustvoll unsachlich und total manipulative Fake-News, und fast kann man sich nicht entscheiden, wem man die Niederlage in diesem durch und durch unmoralischen Wahlkrimi eher wünscht. Aber nur fast.
Dank Thomas Zaufkes wunderbar ins Ohr gehenden Wahlparolen, von Peter Lund gewohnt lästerlich zusammengereimt, sowie einem Happy End, das endlich umfassend darüber aufklärt, wie es zu dieser gesellschaftlichen Spaltung kommen konnte (und vor allem, wie man sie heilt!), steht einem ebenso grotesken wie vergnüglichen Wahlabend in der Neuköllner Oper nichts im Wege.

Mit: Clarissa Gundlach, Soufjan Ibrahim, Maria Joachimstaller, Gwen Johansson, Fabian Sedlmeir, Mascha Volmershausen, Veronika de Vries, Joel Zupan
Musiker*innen: Jo Gehlmann/Hossein Yacery Manesh (Gitarre), Markus Syperek/Vitaliy Kyianytsia (Klavier), Leonardo von Papp (Schlagzeug), Ralph Gräßler (Bass), Hans-Peter Kirchberg/Tobias Bartholmess (Synthesizer)

Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg/Tobias Bartholmeß
Regie: Peter Lund
Arrangements: Markus Syperek
Bühne/Kostüm: Ulrike Reinhard

TRAILER


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Duell der Opportunistinnen
  · 11.06.21
Das Duell zweier Opportunistinnen, die sich im Kampf um das Bürgermeisterinnenamt einer fiktiven Kleinstadt im Westen der Republik bis aufs Messer bekriegen, zeichnen Peter Lund (Text und Regie) und Thomas Zaufke (Komposition) in ihrer neuen Produktion an der Neuköllner Oper nach. Gemeinsam mit den Musical-Studierenden im 3. Ausbildungsjahr an der UdK Berlin bieten sie dem Publikum im überhitzten Dachgeschoss eine Polit-Farce mit grellen, kolportagehaften Wendungen und einem unterhaltsam-süffigen Plot.

Die Story nimmt einige aberwitzige Wendungen, spielt auf Watergate an, fährt ein Arsenal von Intrigantinnen auf und wird musikalisch von einem Stil-Mix begleitet, der sich ironisch in der Musik-Geschichte bedient, mal Motive von Johann Sebastian Bach variiert, mal wie Bert Brecht/Kurt Weill klingt und gerne auch mal zur Hommage an die West Side Story wird.

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